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Landwirt in Düdenbüttel missachtet Gerichtsbeschluss

Der Mega-Maststall (li.) mit dem runden Gülle-Silo

Trotz Betriebs-Stopps: Tausende Schweine im Riesen-Maststall

tp. Düdenbüttel. Landwirt Jürgen Wilkens aus Düdenbüttel hat sich gegen einen aktuellen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg hinweggesetzt und seinen umstrittenen neuen Riesen-Schweinestall am Ortsrand in Betrieb genommen. Erst vor wenigen Tagen hatte ihm das OVG in einem von der Gemeinde Düdenbüttel in Gang gesetzten Eilverfahren wegen Planungsmängeln an der Zufahrtstraße und einer möglichen Stickstoffbelastung des angrenzenden Moores vorläufig die Inbetriebnahme des Stalls untersagt.
Doch laut dem Sprecher des Landkreises Stade, Christian Schmidt, beherbergt der Bauer in dem Stall 5.499 Schweine, überwiegend Ferkel. Insgesamt fasst das Gebäude 6.240 Mastschweine. Die illegale Haltung sei einer Kreis-Veterinärin jetzt bei einer unangekündigten Kontrolle der Mastanlage aufgefallen, so Schmidt. Nachbarn hatten dem Landkreis zuvor ein offen stehendes Stalltor gemeldet.
Der Kreis als Genehmigungsbehörde bemängelt, unabhängig vom jüngsten OVG-Beschluss, dass Landwirt Wilkens den Stall ohne Schlussabnahmebescheinigung in Betrieb genommen hat. Beim Kreis geht man wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Bundesimmissionsschutzgesetz von einer Straftat aus. "Wir haben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet", so Christian Schmidt.
Der Bürgermeister von Düdenbüttel, Heinz Mügge, sagt: "Der Weiterbetrieb der Anlage ist illegal." In der Baugenehmigung sei festgelegt, dass eine Einstallung von Tieren erst nach Fertigstellung der Erschließungsanlage erfolgen dürfe. Mügge: "Dass Wilkens trotzdem gebaut hat, war sein Risiko und kann nicht der Allgemeinheit zur Last fallen. Die jetzt erfolgte Einstallung ist eine vorsätzliche Missachtung von Gerichtsbeschlüssen und an Dreistigkeit nicht zu übertreffen."

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