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Hobby-Kultkneipe mit Charakter in Stade

Halloween-Party mit der Band "Chevy Devils" Fotos: tp/Barcarole/Peter Treder privat
 
Iris Haberkamp am Tresen des Barcarole

Rock 'n' Roll, Gemüse und Flaschenbier im "Barcarole" / Idealisten Peter Treder und Iris Haberkamp bringen Schwung ins Ex-Kasernenviertel Ottenbeck

tp. Ottenbeck. "Es ist Hobby, Leidenschaft und manchmal der pure Kampf um die wirtschaftliche Existenz", sagen Peter Treder (51) und Iris Haberkamp (50) über ihre Kult-Kneipe "Barcarole" im Ex-Kasernenviertel Stade-Ottenbeck. Seit 2013 betreibt das sympathisch-verrückte Pärchen das weit vom Schuss gelegene Lokal im Gewerbegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße.

Ein Stand mit Blumen, Obst und Gemüse aus Vierlanden vervollständigt den eigenwilligen Angebotsmix, mit dem die beiden in dem Stadtteil weitgehend konkurrenzlos sind. Auch vier Jahre nach der Eröffnung führen die Gastro- und Marktpioniere eine eher bescheidenes Leben, dass sie sich mit ihren Hauptberufen finanzieren. Peter Treder, gelernter Elektriker, ist Wochenmarkthändler in Hamburg-Halstenbek. Die frühere Zahnarzthelferin Iris Haberkamp, die ihrem Lebenspartner in der Barcarole ab und zu zur Hand geht, arbeitet als Service-Kraft im Bad Solemio.

Beide haben ein Faible für ausgefallene Projekte, die sie einfach ausprobieren. Beim Metal-Festival in Wacken etwa hatten sie drei Jahre lang einen Imbiss-Stand, an dem Rocker für das Gericht "Drei Spiegeleier auf Toast" Tag und Nacht Schlange standen.

Das Barcarole in der hölzernen Gewerbehalle in Ottenbeck, die von dem verstorbenen Biker und Stader Original Horst "Hoschi" Franz (63 †) als Harley-Davidson-Ausstellungshalle und Kneipe errichtet wurde, bietet seinen Gästen nur Flüssiges. Bereits morgens um 9.30 Uhr können Trinkfeste dort ihr Frühstücksbier genießen. Ein kaltes Astra kostet 2 Euro. Geöffnet ist, bis der letzte Gast geht. "Und wenn mal keiner kommt, schließ' ich den Laden einfach ab", sagt Peter Treder mit einem gelassenen Lächeln.

Doch insbesondere am Ottenbecker Stammtisch, bei dem Geschäftsmänner ebenso willkommen sind wie Hartz-IV-Empfänger, und an Motto-Abenden herrscht im Barcarole volles Haus. Der Renner sind die "Mülltonnen"-Revival-Party in Gedenken an die gleichnamige ehemalige Rock- und Punk-Disco in der Stader Altstadt und Gruselfeten mit Live-Bands an Halloween. Freitags und samstags wird das Barcarole des Öfteren an Festgesellschaften vermietet und bleibt dann geschlossen.

Mit viel Herzblut veranstaltet Musikfreund Peter Treder, der rund 1.000 Vinyl-LPs von Rock 'n' Roll bis Heavy Metal besitzt, Live-Konzerte. In den vergangenen Jahren traten bei ihm rund 60 Bands aus Deutschland und dem europäischen Ausland auf. Viele übernachteten im Barcarole. Durstige Musiker einer Rockabilly-Band leerten erst genüsslich die Bier- und Spirituosenvorräte, ehe sie sich im Morgengrauen schwankend auf den Holzbänken schlafen legten. "Das war nicht das einzige Mal, dass ich für einen Konzertabend draufzahlte", sagt Peter Treder. "Egal, Hauptsache es macht Spaß."

Am Samstag, 12. August, 19 Uhr, tritt der Singer/Songwriter Colbinger im Barcarole auf. Eintritt frei. Nächste "Mülltonnen-Party" am Samstag, 2. September, 20 Uhr.

http://www.facebook.com/barcarole.stade