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Sammel-Tour für die Stader Tafel: "Helfen, die Armut zu lindern"

Gerhard Dinter (Mitte) und Wladimir Runkowski von der Stader Tafel laden gespendete Lebensmittel in den Lieferwagen. REWE-Mitarbeiterin Kerstin Fäth hilft (Foto: tp)

40 Kilometer durch die Stadt / Ehrenamtlicher Gerhard Dinter : "Das ist die eigentliche Arbeit"

tp. Stade. Über die Laderampe des REWE-Supermarktes fegt frühmorgens eine steife Brise, mit vor Kälte starren Fingern hebt Gerhard Dinter (76) schwere Kartons und Körbe voll Obst, Joghurt, Aufschnitt und Brot in den offenen Lieferwagen. Auch im Winter ist der Macher wöchentlich für die Stader Tafel, der Lebensmittelausgabe des Diakonieverbandes, unterwegs, um in Einzelhandelsgeschäften im Stadtgebiet Lebensmittelspenden für Bedürftige zu sammeln.

Mitarbeiterin Kerstin Fäth (36), im REWE-Markt an der Altländer Straße verantwortlich für die Molkereiprodukte, erwartet die Tafel-Fahrer meistens schon mit vorsortierter Ware. "Da ist kaum noch etwas Schlechtes dabei", sagt Gerhard Dinter und freut sich über die Unterstützung. Denn der Ehrenamtliche und sein Tourenbegleiter, der Ein-Euro-Jobber Wladimir Runkowski (61), arbeiten unter Zeitdruck. Die Tour, die über 20 Stationen wie der Team-Tankstelle in Stade, den Penny-Discountmarkt in Hollern-Twielenfleth, Kaufland und dem Café Kaffetante am Pferdermarkt in der Altstadt führt, ist 40 Kilometer lang.

Die mühselige Sammlung der Lebensmittel sei "die eigentliche Arbeit", sagt Gerhard Dinter. Hingegen nehme Öffentlichkeit meistens nur von der - ebenfalls wichtigen - Lebensmittelausgabe Notiz. An den vier Ausgabestellen bei der Markuskirche in Hahle, bei der "Tafel" am Schwingedeich sowie in Himmelpforten und Drochtersen müssen die verderblichen Waren nach der viereinhalbstündigen Autofahrt noch in Kühlräumen verstaut werden

Gerhard Dinter, verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern und dreifacher Großvater, übt sein Ehrenamt, das er zu Beginn des Ruhestands als ehemaliger Bahnbeamter antrat, mit voller Überzeugung aus: "So kann ich einen Beitrag dazu leisten, die Armut zu lindern", sagt der kommissarische Tafel-Leiter in Stade. "Außerdem sind die Lebensmittel viel zu schade zum Wegwerfen. Ich habe sie selbst schon probiert und für wirklich gut befunden."

• www.diakonieverband-buxtehude-stade.de