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Warum der Pferdemarkt so hässlich ist

Ex-Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms mit Gästeführern in der Altstadt

Neue Gästeführung in Stade: Ex-Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms führt launig durch Gruft und Gassen

tp. Stade. Mehr als ein Vierteljahrhundert war Architekt Kersten Schröder-Doms Stadtbaurat in Stade. Im Ruhestand engagiert sich der ehemalige Spitzenbeamte als Gästeführer und lässt Touristen an seinem reichen Wissensschatz teilhaben. Am Freitag hatte die Themenführung „Architekt(o)ur“ Premiere. Beim Probelauf mit Gästeführern und dem Teamleiter der Stade Tourismus-GmbH, Frank Tinnemeyer, ging es am Treffpunkt, den Flutkanonen am Zeughaus am Pferdemarkt gleich um die von Bürgern häufig gestellte Frage: "Warum ist dieser Platz so hässlich?"

Mit Blick auf überdimensioniert wirkende und mehrfach modernisierte Gebäude wie der alten Post aus der Kaiserzeit, die jetzt die neue Post, H&M und C&A beherbergt, erklärte Schröder-Doms, dies liege an der durchgehenden Bautätigkeit über mehrere Jahrhunderte. Selbst in wirtschaftlich schwachen Phasen wie den 1950er bis 1970er Jahren habe dort rege Bautätigkeit geherrscht.

Im Keller des Zeughauses, das auf der ehemaligen St. Georgs-Kirche errichtet wurde, bekamen die Teilnehmer die Rekonstruktion der Gruft des Erzbischofs Gottfried von Arnsberg zu sehen. Das echt wirkende Skelett sei allerdings "von eBay", scherzte der gut gelaunte Pensionär Schröder-Doms.

"Bauch einziehen", hieß es wegen der Enge in Stades wohl schmalster Gasse, der Lämmertwiete, auch "Stinkbüdelsgang" genannt, hinter der sich bald die Rosenstraße mit der Brücke über die Schwinge erstreckt. Wegen der direkt an der Ufermauer errichteten Wohnhäuser heißt dieser Altstadtabschnitt im Volksmund "Klein-Venedig".

In der abwechslungsreichen und interessanten Stadtführung wechseln sich Altes und Neues ab - vom prächtigen Traufenhaus mit Sonnen als Giebelzier bis zur Abriss-Baustelle des ehemaligen Hertie-Kaufhauses.

• Die nächste „Architekt(o)ur - Stade von anno dünnemals bis heute“ startet am Samstag, 7. Mai, um 11 Uhr am Zeughaus. Kosten: 7 Euro pro Person. Buchung unter Tel. 04141 - 409170.