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Burweg: Ein Dorf wird eingekesselt

Wollen die Lebensqualität in Burweg erhalten: (v. li.) Ratsherr Manfred Hölting, Thomas Scharbatke, Rainer Hölting und Bürgermeister Matthias Wolff
 
An der Bundesstraße (v. li.): die Initiativenmitglieder Matthias Wolff, Bürgermeister, Rainer Hölting, Thomas Scharbatke und Ratsherr Manfred Hölting

Gleise, Stromtrasse, Autobahn, Bundesstraße und dann noch Sandgrube und Deichbau: Bürger wehren sich

tp. Burweg."Wir werden überdurchschnittlich belastet, was die Bauvorhaben auf Landes- und Bundesebene betrifft. Das ist nicht mehr hinnehmbar", sagt Matthias Wolff, Bürgermeister von Burweg, angesichts der verschiedenen Planungstrassen, die das kleine Dorf in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten durchziehen. In der Gemeinde sind, wie berichtet, diverse Infrastruktur-Großprojekte geplant: die Küstenautobahn A20 mit Zubringerverkehr über die Bundesstraße B73, die Suedlink-Stromleitung, der Ausbau der Eisenbahnstrecke, die massive Ausweitung des Sandabbaugebietes sowie der Deichbau.

Die Aktivisten Maik Gerdts sowie sowie die Brüder Rainer Hölting und Ratsherr Manfred Hölting haben den Arbeitskreis "Zukunft für Burweg" gegründet, der am Mittwoch, 2. August, 19.30 Uhr, zu einer Info-Veranstaltung in die Schützenhalle einlädt. Zu Gast ist die Fachanwältin für Planungsrecht, Dr. Roda Verheyen aus Hamburg, die die Mitglieder der Bürgerinitiative künftig möglicherweise rechtlich vertritt. Neben Ex-Samtgemeinde-Chef Thomas Scharbatke schloss sich Bürgermeister Wolff der Initiative an, um die Interessen des Rates der Gemeinde Burweg zu vertreten.

Angesichts der Planungstrassen, die die verantwortlichen Behörden aus Sicht von Kritikern eher willkürlich und ohne große Abstimmung in die Landkarte eingezeichnet haben, fühlen sie viele der rund 680 Dorfbewohner regelrecht eingekesselt: Der Ortskern wird von drei Seiten von der Bahnlinie und Bundesstraße sowie von den künftigen, parallel verlaufenden A20- und Stromtrassen umrahmt. Die Aktivisten fordern Behörden und Politiker zu mehr Rücksicht auf die Einwohner auf, die um ihre Gesundheit bangen und den Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke befürchten.

In rund einem Jahr könnte der Abschnitt der A20 zwischen Bremervörde-Elm und Drochtersen in das Planfeststellungsverfahren gehen, das drei Jahre dauern soll. 200 Meter hinter dem Burweger Ortsschild ist eine Autobahnauffahrt vorgesehen. Die Autobahn soll süd-östlich des Ortes gebaut werden, wo auch die Südlink-Trasse vorgesehen ist. Für die Arbeitskreismitglieder nicht akzeptabel ist das eigenmächtig anmutende Vorgehen des Unternehmens Tennet, das sich auf eine Stromtrasse festlege, ohne auf die Bürgereintieressen einzugehen.

Zusätzlich betrachten die Mitglieder von "Zukunft für Burweg" den Ausbau der Bahnstrecke Cuxhaven-Hamburg zwischen Himmelpforten und Hechthausen mit Skepsis. Die Erweiterung auf zwei Spuren ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 verankert.
Weiteren Flächenverzehr bringt der Neubau des Deiches an der Oste mit sich. Der Schutzwall rückt zudem näher an Burweg heran.

Vor weiterem Flächenverbrauch, unter dem auch die verbliebenen Landwirte im Dorf leiden würden, warnen die Aktivisten im Zuge des Sandabbaus. Für den Tagebau ist im Regionalen Raumordnungsprogramm eine Fläche am südwestlichen Ortsrand vorgesehen.
Weitere Verkehrsbelastung - insbesondere durch Lastwagen - droht mit dem Ausbau der stark frequentierten B73, die das Dorf durchtrennt, zur Zubringerstraße für die neue Autobahn.

Insgesamt bemängeln die Kritiker fehlende Verträglichkeit mit den vorhandenen Ortsstrukturen.

"Zukunft für Burweg" hat einen Internetauftritt bei facebook.