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Geschichtliche Irrtümer aufgedeckt

Historische Aufnahme der "alten Feuerwache", in der nachweislich eine Gestapo-Außenstelle untergebracht war (Foto: Stadtarchiv Stade)

„Initiative gegen Verdrängungsmechanismen“ bestätigt: "Alte Feuerwache" war Gestapo-Außenstelle

tp. Stade. Es ist knapp ein Jahr her, als sich auf Anregung der Sozialdemokraten im Rat der Stadt Stade die „Initiative gegen Verdrängungsmechanismen“ gründete, die sich mit der Aufarbeitung der Nazizeit in der Stadtgeschichte befasst. Nun zieht der Initiator, SPD-Fraktions-Chef Kai Holm, eine erste Bilanz: Die Recherchen der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe (AG) hätten in Stade "mehrere geschichtlich unkorrekte Einordnungen" zutage gefördert.

Anlass der von Bürgermeisterin Silvia Nieber unterstützten Gründung der AG war die mutmaßlich unkorrekte Bezeichnung „Alte Feuerwache“ für das innerstädtische Ex-Jugendamt an der Kleinen Beguinenstraße (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Laut Zeitzeugen war in dem Haus im Zweiten Weltkrieg außer der Polizei und Polizistenwohnungen eine Nebensteller der Gestapo untergebracht, in der Folter und andere Verbrechen gegen Menschen begangen wurden. Die echte Feuerwache hingegen soll sich im Nachbarkomplex befunden haben.
Dies wurde inzwischen bestätigt: Nachforschungen des AG-Mitgliedes Dr. Jürgen Bohmbach, Stadtarchivar im Ruhestand, hätten ergeben, dass in dem Backsteinbau tatsächlich eine Außenstelle der Gestapo untergebracht war, so Holm.

Die AG, der auch Dr. Bohmbachs Nachfolgerin, Stadtarchivarin Dr. Christina Deggim angehört, will ihre Arbeit fortsetzen. Kai Holm begrüßt das: "Denn dieses Thema bewegt die Menschen auch heute noch sehr. Das weiß ich aus teilweise emotionalen, berührenden Gesprächen mit Zeitzeugen."