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Horneburg: Fahrradkonzept polarisiert

Diese Piktogramme machen es deutlich: Radler dürfen im Flecken Horneburg nur noch auf der Straße fahren (Foto: lt)
lt. Horneburg. Ab sofort gilt im Flecken Horneburg: Radler dürfen nur noch auf der Straße fahren! Das neue Fahrradwegekonzept (das WOCHENBLATT berichtete) ist in Kraft getreten. In den vergangenen Tagen haben Bauhof-Mitarbeiter Fahrrad-Piktogramme auf die Straßen im Ort gemalt und sind aktuell dabei, die Rad-Gehweg-Schilder zu entfernen und durch Gehweg-Schilder zu ersetzen sowie an den Ortseinfahrten spezielle - 15 Meter lange - Verkehrsinseln zu errichten, die die Fahrradfahrer sicher auf die Straße leiten. Markierungsblöcke und Baken sollen zusätzlich dafür sorgen, dass die Autofahrer auf die Radler aufmerksam werden.
Wie zu erwarten, sind nicht alle Bürger mit dem neuen Konzept einverstanden. In den sozialen Netzwerken sind bereits hitzige Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern entbrannt. Unter anderem heißt es, dass das Konzept nicht richtig durchdacht sei, von genervten Autofahrern und abenteuerlichen Überholmanövern ist die Rede. "Das geht nicht lange gut", sagt ein Bürger.
Ein anderer sagt, er werde weiter auf dem Fußweg Fahrrad fahren. Es sei ihm "zu riskant auf der Straße." Eine Autofahrerin regt sich darüber auf, dass Radfahrer sich auf der Straße "breit wie ein Auto" machen. Sie sei schon von Radlern angepöbelt worden, nachdem sie sie "langsam und vorsichtig" überholt habe. Sie findet: "Bleibt auf dem Fußweg, da seid ihr sicherer!"
Es gibt allerdings auch andere Stimmen. Ein Bürger sagt zum Beispiel, er sei schon mehrfach auf der Straße Fahrrad gefahren und von Autos überholt worden. Es habe dabei nie Probleme gegeben.
Ein anderer meint, dass es in Horneburg doch im Gegensatz zu Hamburg kaum Autos gebe. Es sei alles "eine Sache der Gewohnheit." Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje spricht von einer "schwierigen Gesamtgemengelage". Das größte Problem seien die Autofahrer, die sich nach seinen eigenen Beobachtungen häufig "unmöglich" benehmen und kein Verständnis gegenüber Radlern zeigen.
Gleichwohl ist Detje sicher, dass der Flecken den richtigen Weg geht. Das Radfahren auf der Straße sei insgesamt viel entspannter und im Endeffekt auch sicherer.
In Kürze sind verschiedene Veranstaltungen geplant, um die Bürger weiter für das neue Konzept zu sensibilisieren. Auch Gespräche mit der Polizei seien in Planung, da man natürlich auf die uneinsichtigen Radler und Autofahrer reagieren müsse.

Moment mal
Liebe Autofahrer (zu denen auch ich zähle): Die Radler sind nicht auf der Straße, um euch zu ärgern. Es hat keinen Sinn, sich aufzuregen und mit aufheulendem Motor hinter ihnen herzufahren, immer auf den Moment wartend, endlich an ihnen vorbei ziehen zu können.
Künftig kann es sein, dass ihr ein, zwei Minuten später an euer Ziel kommt, weil es langsamer voran geht. Das ist eben so. Seht es doch entspannt. Steigt einmal öfter selbst aufs Rad. Denn beim Treten in die Pedale kann man sinnvoller und sicherer Frust ablassen, als beim Treten auf das Gaspedal.
Lena Stehr