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"Stader City ist kein Museumsdorf"

Auf dem Podium (v. li.): Dr. Gernot Fischer, Lars Kolk, Dr. Stefan Winghart, Christina Kilian-Klinge und Gesa Ciolek-Köhler (Foto: CDU Stade)

Diskussion über die Innenstadt im Spannungsfeld zwischen Handelsinteressen, Wohnen und Denkmalschutz

tp. Stade. Im Rahmen ihrer Rathausrunde "Anstoß geben!" Ihre Meinung ist uns wichtig!" diskutierte die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Stade jetzt im Rathaus mit Experten über das Thema "Hansestadt Stade - Leben zwischen Tradition und Moderne". "Dabei wurde deutlich, dass die historische Altstadt nicht zu einem Museumsdorf verkümmern darf", berichtet die CDU-Fraktionsvorsitzende Christina Kilian-Klinge.

"Ziel muss es sein, unser reichhaltiges kulturelles Erbe durch zeitgemäße Nutzung und behutsame Sanierung zu sichern und dafür Sorge zu tragen, dass neues Leben in dem historischen Bestand Platz findet", so Kilian-Klinge. Dadurch komme es zu einer "gewinnbringenden Situation für alle".

Gesa Ciolek-Köhler, Betreiberin des Modehauses Sander in der Hökerstraße, machte deutlich, dass die Altstadt ein Alleinstellungsmerkmal darstelle, das von Bürgern und Touristen geschätzt werde und bewahrt werden müsse. Hinsichtlich der Außenwirkung sieht die Geschäftsfrau noch Verbesserungspotenzial.

Stadtbaurat Lars Kolk lobte die Altstadt als bauliches "Juwel". Schwierig sei dort der Ausgleich zwischen den Interessen der Denkmalpflege, der Wohnbevölkerung und des Handels. Er sprach sich erneut für den bevorstehenden Neubau des Einkaufszentrums "Neuer Pferdemarkt" aus, zu dem ein Lebensmittel-Versorger wie Rewe dazugehöre. Für die Zukunft setzt Kolk auf eine Mischung aus stationärem Einzelhandel inhabergeführter Geschäfte und einem Internet-Angebot aus einer Hand. Die City müsse so entwickelt werden, dass genügend Räume für modernen Handel und für Wohnen zur Verfügung stehen.

Professor Dr. Stefan Winghart und Dr. Gernot Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege wiesen auf die Bedeutung der historischen Bauten als authentische Zeugnisse vergangener Zeiten hin, die Entwicklung von Land und Leuten dokumentieren.

In diesem Sinne richteten Diskussionszuschauer den Wunsch an die Stadt und die Eigentümer von Altbauten, die ihre Häuser verfallen zu lassen, um langfristig Abriss und Neubau genehmigt zu bekommen. In dieser Angelegenheit müsse der Denkmalschutzbehörden als Berater konsultiert werden. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Fachleute vom Amt die wirtschaftlichen Belange der Eigentümer achten und behilflich sind, Fördermittel zu generieren.