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Wildwuchs und Pfützen

Udo Vollrath meint, die Äste der städtischen Eiche ragen zu weit über sein Grundstück

Udo Vollrath au Hagen kritisiert mangelhafte Pflege der Grünanlagen / Stadt lässt Wegdecke wiederherstellen

tp. Stade-Hagen. Unzufrieden mit dem Pflegezustand der Wege und Grünanlagen in seiner Nachbarschaft am Lemmermannwerg ist Udo Vollrath (62) aus der Stader Ortschaft Hagen. Er stört sich besonders an den Ästen alter Eichen, die von einem städtischen Grundstück weit über sein Haus ragen. Zudem fordert er die Stadtverwaltung auf, Wiesen entlang eines von vielen Anliegern und Schulkindern genutzten Spazierweges besser zu pflegen.

Vollrath, Technischer Angestellter in Altersteilzeit, will nicht weiter hinnehmen, dass die Eichen sein Reihenhaus überschatten, wodurch sich nach seinen Angaben auf dem Dach großflächig Moos gebildet habe. Zudem seien die Dachrinnen durch niederfallendes Laub verstopft worden. Stellenweise wächst in den Rinnen Kraut. Reife Eicheln würden auf das Dach poltern, wodurch er nachts schon mehrfach aus dem Schlaf gerissen worden sei. Vollrath beruft sich bei seiner Forderung auf eine angebliche mündliche Vereinbarung aus den frühen 1990er Jahren, nach der die städtischen Eichen maximal zwei Meter über dem Reihenhausgrundstück hängen dürfen.

Überdies habe er die Stadt mehrfach gebeten, die Grünpflege am Gehweg zwischen Lemmermannweg und Hochzeitshain zu intensivieren. Grasbüschel würden nach dem Mähen einfach liegen gelassen - auch auf dem angrenzenden Kinderspielplatz. Büsche würden nicht ausreichend zurück geschnitten. Auf der Sanddecke des Weges staue sich bei Regengüssen das Wasser zu riesigen Pfützen.

Das WOCHENBLATT mischt sich ein und konfrontiert die Stadt mit Vollraths Anliegen. Laut Pressesprecherin Myriam Kappelhoff stehen die alten Eichen am Lemmermannweg unter Schutz. Die grünen Riesen im Eigentum der Stadt seien mehrfach von ausgebildeten Baumpflegern nach der Baumpflegerichtlinie gepflegt und geschnitten worden. Die nächsten Pflegearbeiten seien für Herbst geplant.

Hinsichtlich des Wildkrauts auf Fußwegen verweist die Stadt auf die Straßenreinigungssatzung, die festlegt, dass die Eigentümer der anliegenden Grundstücke die Reinigung der Fußwege durchführen müssten. In der Gosse, die zur Fahrbahn gehört, befreiten die Kommunalen Betriebe Stade (KBS) die Fugen mit der Krautbürste und einer Straßenkehrmaschine.

Der Mangel am Pfad zwischen Lemmermannweg und Am Hochzeitshain sei bei einer Ortsbegehung festgestellt worden, so Kappelhoff: "Es wurde festgelegt, dass ein einfacher Pflegegang nicht ausreicht." Stattdessen solle die Wegedecke künftig regelmäßig wiederhergestellt werden. Die nächste sogenannte Profilierung sei für Oktober geplant.

"Immerhin ein Teilerfolg", urteilt Vollrath über die bevorstehende Wegesanierung. Dass er die Gehwegreinigung übernehmen soll, damit ist er allerdings nicht einverstanden: "Wozu zahl' ich Straßenreinigungsgebühren?" Was die Eichen angeht, stellt er sich auf eine juristische Auseinandersetzung mit der Stadt ein: "Die zerre ich vor das Schiedsgericht."