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Zoff um den Pferdemarkt

Theis zum Felde
 
Wolfgang Drusell (Foto: tp/zum Felde privat)

Ausschreitung bei Jahresversammlung von "Stade Aktuell" / Wochenmarkt-Sprecher lässt Dampf ab

tp. Stade. Die Wochenmarktbeschicker in Stade haben das Hin und Her satt: Mehrmals jährlich muss der Wochenmarkt auf die Bushaltestelle am Pferdemarkt ausweichen, wenn die Arbeitsgemeinschaft "Stade aktuell" ihre Großveranstaltungen in der City durchführt. Auf der Jahresversammlung von "Stade aktuell" ließ Theis zum Felde (50), Vorsitzender des Wochenmarktvereins, dem rund 30 Markthändler angehören, jetzt Dampf ab: "Es geht auf unsere Kosten", schimpfte der Steinkichener Obstbauer, und bezeichnete beliebte Events wie Altstadtfest, Winzerfest oder Weihnachtsmarkt teils als "Sauf- und Fressveranstaltungen". Wolfgang Drusell, Chef von "Stade aktuell", verteidigt die Kaufmannschaft. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage beziehen beide Parteien Position.

Theis zum Felde beziffert die Umsatzeinbußen während der Wochenmarktzeiten auf der Busspur auf 30 Prozent mangels Laufkundschaft. Er übt Kritik an dem engen Gelände: Die Parkinseln für die Busse und die Schräglage des Platzes seien hinderlich für das Aufbauen der Stände.

Mit insgesamt zehnmaligem Ausweichen pro Jahr auf diesen Platz seien die Wochenmarkthändler einverstanden, doch u.a. durch die Rückkehr des Jahrmarktes in die City sei man bereits bei 15 Mal angekommen.

Jährlich elf Veranstaltungen werden vom "Stade aktuell" organisiert. Laut Wolfgang Drusell führten die Events "zu einer höheren Kauffrequenz und einer Attraktivitätssteigerung" der City. Mit der Qualität des Weihnachtsmarktes punkte Stade im Wettbewerb mit anderen Städten. "Touristen bleiben zum Teil mehrere Tage und geben im Handel und in der Gastronomie das Geld aus."

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung des Handels sei der Kontakt und die Kommunikation noch wichtiger geworden. "Andere Städte beneiden uns um unsere ehrenamtlich organisierten Attraktionen mitten in einer Stadt."

Nicht zuletzt leben ein ganzer Zweig von Schaustellern und Ausstellern von solchen Events.

Nach der Fertigstellung des Kaufhauses "Neuer Pferdemarkt" (Ex-Hertie) und im Zusammenhang mit einer langfristig geplanten Umgestaltung des Pferdemarktes, sieht Drusell "neue Perspektiven", die mit allen Betroffenen erörtert werden sollen.
Erstes Einlenken seitens "Stade aktuell" gibt es beim kommenden 50. Weihnachtsmarkt. Dieser soll, statt am 30. Dezember, am Dienstagabend, 27. Dezember, beendet werden. Dadurch kann der Wochenmarkt am Mittwoch, 28. Dezember, wieder stattfinden. Ferner ist die Kaufmannschaft laut Drusell "jederzeit zu einem ein sachlichen Gespräch" mit Theis zum Felde bereit.

Auch zum Felde zeigt sich dialogbereit, hält allerdings nichts von "faulen Kompromissen" rein zugunsten der Kaufmannschaft. Er spricht in diesem Zusammenhang ein weiteres Konfliktthema an: Die Wochenmarkthändler würden gerne am Samstag, Heiligabend, auf den Pferdemarkt. "Das ist der umsatzstärkste Tag des Jahres und wir sind nicht dabei."

• Die Stadt will einen Werbe-Flyer mit den Standplätzen der Betreiber erstellen.