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Den Härtetest bestanden

Die angehenden Pfleger Jessica Roggenkamp (li.) und Julius Stechmann (re.) nahmen am Projekt "Schüler leiten eine Station" teil. Stationsleiterin Bärbel Reitmann und der Leiter der Krankenpflegeschule, Michael Träger, sind von dem großen Lerneffekt überzeugt

In der Region einmalig: Vorbild-Projekt "Schüler leiten eine Station" an den Elbe Kliniken

tp. Stade. Operationsvorsorge und -nachsorge, Medikamente bereitstellen, Essen ausgeben, Visiten ausarbeiten, Medikamente stellen, Telefondienst und Schreibarbeit und dabei noch die Dienstpläne im Auge behalten: Auf den Stationen der Elbe Kliniken in Stade standen Auszubildende jetzt zwei Wochen voll in der Verantwortung. Wie ihre erfahrenen, examinierten Kollegen leiteten jetzt 24 junge Frauen und Männer eine Station.

Im Rahmen des in der Region einmaligen Projektes „Schüler leiten eine Station“ waren die Pflege-Anwärter rund um die Uhr für Patienten der Chirurgie- und Gynäkologie-Abteilung im sechsten Stock zuständig. Initiator der Aktion in Stade ist Michael Träger, der seit zwei Jahren die Schule für Gesundheits- und Kranken-/Kinderkrankenpflege an den Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude leitet. Die Schüler erledigten sämtliche, ihnen anvertraute Aufgaben selbstständig, im Hintergrund wachten zur Sicherheit der Patienten erfahrene Stationsleiter über die Arbeitsabläufe.

Anders als gewohnt, übernahmen die angehenden Krankenpfleger und -schwestern nicht einzelne Aufgaben auf der Station, sondern erledigten im Drei-Schicht-Betrieb sämtliche anfallenden Handgriffe. Da sie die Kranken auf der Station durchgehend betreuten, lernten die Schüler ihre Patienten besonders intensiv kennen.

"Man wird sicherer, sagt Pflege-Azubi Julius Stechmann (20) aus Jork, der für das Projekt in die Rolle des Stationsleiters geschlüpft war. Nach dem Härtetest in der Praxis fühlt sich Julius "besser auf das Examen vorbereitet", das er im kommenden Jahr ablegen wird.

Ebenfalls begeistert von dem großen Lerneffekt ist Schwesternschülerin Jessica Roggenkamp (20) aus Oerel bei Bremervörde: "In den ersten Tagen war ich vor der Arbeit richtig aufgeregt. Dank der guten Gruppenarbeit fühlte ich mich bereits in der zweiten Woche für den verantwortungsvollen Stationsdienst voll gewappnet."

Die "echte" Stationsleiterin, Bärbel Reitmann, schwärmt von dem "guten Austausch zwischen Oldies und Youngsters". Sie regte allerdings an, die Projektzeit auf drei Wochen zu verlängern.

Von der realitätsnahen Ausbildung der künftigen Pflege-Profis profitieren die Elbe Kliniken direkt. Das Unternehmen übernimmt nach erfolgreicher Lehre fast alle Azubis.

• „Schüler leiten eine Station“ soll an den Elbe Kliniken eine feste Institution werden und findet im kommenden Jahr neben Stade auch im Buxtehuder Krankenhaus statt.