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33 Fragen bis zum deutschen Pass

WOCHENBLATT-Redakteur Björn Carstens rauft sich die Haare. Er kapiert die Frage nicht
 
Bestanden! 32 von 33 Fragen richtig beantwortet
bc. Buxtehude. Die Fallhöhe war zugegebenermaßen hoch. Hätte ich, WOCHENBLATT-Redakteur Björn Carstens (33), den Einbürgerungstest versemmelt, wäre der Weg in die Redaktion – frei nach Xavier Naidoo – kein leichter gewesen.

Trotzdem habe ich mich entschlossen, den gleichen Weg zu gehen, den Zuwanderer nehmen müssen, wenn sie Deutsche werden wollen. Auf zur Volkshochschule Buxtehude, die im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Test abnimmt. Gelernt habe ich nicht, sollte auch so klappen.

Claudia Lühmann ist meine Dozentin. Sie belehrt mich, nimmt mir mein Handy ab. Mogeln fällt also aus. „Sie haben eine Stunde Zeit. Weil die meisten Teilnehmer intensiv gelernt haben, sind sie schon nach 15 Minuten fertig. Fast alle bestehen den Test“, erklärt mir Lühmann in aller Seelenruhe. Der Druck wächst. Hätte ich doch mal im Internet lernen sollen? Die Latte liegt hoch. Rassle ich durch, werde ich wohl zwangsweise ausgebürgert. Tschüß Deutschland, Hallo Exil!

Der Test ist eine Single-Choice-Prüfung. Vier Antwortmöglichkeiten sind vorgegeben, genau eine ist richtig. Los geht‘s: Zu welchem Fest tragen Menschen in Deutschland bunte Kostüme? Ich schwanke zwischen Rosenmontag und Oktoberfest. Ist beides nicht mein Fall, entscheide mich dann aber doch für die richtige Lösung.

Die Wahlen in Deutschland sind.... geheim? Korrekt. Was bedeutet die Abkürzung CDU? Christlich Demokratische Union. Stimmt. Ich habe einen Lauf.

Bis ich ins Stocken gerate. Das Europäische Parlament wird regelmäßig gewählt, nämlich alle... 5, 6, 7 oder 8 Jahre. Instinktiv kreuze ich sechs Jahre an. Passt! Mehr Glück als Verstand, denke ich im Stillen. Dann der erste Fehler: Die Bundesrepublik Deutschland hat die Grenzen von heute seit: 1933, 1949, 1971 oder 1990! Ist doch klar: Nach der Wiedervereinigung kann es nur 1990 sein. Ähhhh! Falsch. 1949 wäre es gewesen. Meine anfänglichen Versuche, mit der Dozentin zu diskutieren, lasse ich schnell sein. Aber gemein ist die Frage irgendwie schon. Vor allem für Ausländer.

Bei der nächsten Frage erschließt sich mir nicht ganz, warum jemand das wissen muss, wenn er Deutscher werden möchte: In der DDR lebten vor allem Migranten aus... Vietnam, Polen und Mosambik oder doch Nordkorea, Mexiko und Ägypten?

Letztlich kann ich durchatmen. 32 von 33 Fragen beantworte ich richtig. Ich darf bleiben. Und das Gute ist: Das Testergebnis ist lebenslang gültig. Ich hätte ihn aber auch beliebig oft wiederholen dürfen.

• Wer Lust hat: www.einbuergerungstest-online.eu. 97,7% der Teilnehmer bestehen den Einbürgerungstest online, 11,6% beantworten alle 33 Fragen richtig.

Der Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft


Wer die Deutsche Staatsbürgerschaft annehmen möchte, muss mehrere Voraussetzungen erfüllen (u.a. keine Vorstrafen, acht Jahre in Deutschland leben, eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts) und zwei Nachweise erbringen: ausreichende Deutschkenntnisse sowie einen bestandenen Einbürgerungstest. Seit September 2008 müssen Ausländer in Deutschland für die Einbürgerung diesen bundeseinheitlichen Test absolvieren. 33 Fragen aus einem Katalog von 310 Fragen müssen beantwortet werden. 17 richtige Antworten reichen, um den Test zu bestehen.

Vorab steht bei vielen Bewerbern die Teilnahme an einem Integrationskursus, der verpflichtend von der Ausländerbehörde oder dem Jobcenter angeordnet werden kann oder auf freiwilliger Basis erfolgt. Am Ende des in der Regel 600-stündigen Kurses folgt ein Deutschtest, danach ein 60-stündiger Orientierungskurs, der mit der Prüfung „Leben in Deutschland“ abgeschlossen wird - identisch mit dem Einbürgerungstest. An die 100 Teilnehmer haben 2013 einen Integrationskurs bei der VHS in Buxtehude belegt.

- Mehr Informationen unter www.vhs-buxtehude.de