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Landkreis wird immer sicherer

Kriminalstatistik: Zahl der Einbrüche erheblich zurückgegangen

thl. Buchholz. "Niedersachsen wird immer sicherer." Das sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD), als er vergangene Woche in Hannover die polizeiliche Kriminalstatistik für 2014 bekanntgab. Dieser landesweite Trend gilt auch für den Landkreis Harburg. Dort ist die Zahl der Einbrüche und sogenannten Tageswohnungseinbrüche (Tatzeit zwischen 6 und 21 Uhr) innerhalb eines Jahres um 29,35 Prozent zurückgegangen. Gab es 2013 noch 1.029 Taten, wurde 2014 "nur" noch 727 Fälle aktenkundig. Die Aufklärungsquote ging dabei unmerklich zurück - um 3,51 auf 26,13 Prozent. "Die Aufklärungsquote im Bereich des Tageswohnungseinbruches konnte dabei aufgrund der festen Einrichtung des Sachgebietes Wohnhaus bei rund einem Drittel gehalten werden", sagte Polizeidirektor Uwe Lehne, Leiter der Polizeiinspektion Harburg, bei der Vorstellung der Statistik am vergangenenen Donnerstag (das WOCHENBLATT berichtete). Auch in diesem Jahr habe man bereits schon wieder mehrere Täter festnehmen können. "Dabei haben wir festgestellt, dass die Randlage zu Hamburg nach wie vor das Kriminalitätsgeschehen in unserem Landkreis bestimmt", so Frank Freienberg, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes in Buchholz.
Auch wenn die Zahl der Einbrüche im Landkreis Harburg rückläufig ist, ist sie immer noch zu hoch. Denn die Gesamtzahl der erfassten Straftaten (13.532) im Landkreis Harburg macht gerade einmal einen Anteil von 17 Prozent auf aller im Bereich der Polizeidirektion (PD) Lüneburg, zu der die PI Harburg neben Lüneburg, Stade, Soltau, Celle und Rotenburg gehört, aus. Dennoch liegt hier im Kreis die Zahl der Einbrüche bei 30 Prozent aller im PD-Bereich erfassten Einbrüche. "Deswegen werden Wohnungseinbrüche aus präventiver und repressiver Sicht auch in 2015 die Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit in der PI sein", so Lehne.
Gleiches gelte für die Deliktsfelder "Diebstahl aus/in Kraftfahrzeuge" sowie "Diebstahl von Kraftfahrzeugen". Zwar ist die Zahl der Taten um 2,55 Prozent auf 611 zurückgegangen. Jedoch liegt die Aufklärungsquote gerade mal bei mageren 5,73 Prozent. Komplettentwendungen von Fahrzeugen gab es 133 (-26). Davon wurde rund ein Fünftel aller Taten aufgeklärt. "Das liegt u.a. daran, dass mittlerweile auch überörtliche Banden hier vermehrt agieren", so Freienberg. Bei Pkw-Diebstählen schlagen die Täter meist in der Nacht zu. Werde die Tat bemerkt, seien die Täter mit dem Wagen schon längst im südosteuropäischen Ausland.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr gegen 5.848 Tatverdächtige Ermittlungen geführt. Bei 1.358 der Tatverdächtigen handelte es sich um Menschen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. 949 der ermittelten Tatverdächtigen hatten ihren Wohnsitz außerhalb von Niedersachsen, was einem Anteil von 16,02% entspricht. Im Landesdurchschnitt liegt dieser Anteil bei nur 8,74%.
Im Bereich der Rauschgiftkriminalität wurden 979 (Vorjahr: 723) Taten erfasst, was einen Anstieg um 35,41% bedeutet. Die Aufklärungsquote ist von 96,40% auf 97,85% gestiegen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Dealer in der Regel eine ganze Reihe von weiteren Verfahren gegen Zwischenhändler und Konsumenten nach sich ziehen.
Insgesamt lag die Aufklärungsquote gerechnet auf alle Straftaten im Jahr 2014 bei 58,31% und somit um 1,87% höher als im Jahr 2013.