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"Auch Schafe haben ein Schutzrecht"

Wendelin Schmücker ist mit der Antwort der Landesregierung nicht einverstanden
thl. Winsen. "Überall dort, wo sich eine heimische Tierart auf natürlichem Wege ausbreitet und bei entsprechendem Schutz überlebensfähig ist, hat sie ein Lebensrecht. Das gilt auch für den Wolf. Und auch wenn eine Wachstumsrate der Wolfszahlen von etwa 30 Prozent pro Jahr realistisch ist, wird es nicht zu einer Plage kommen, weil, wenn alle Reviere besetzt sind, natürliche und artspezifische Mechanismen zur Populationsbegrenzung einsetzen." Das sind die Kernaussagen eines Schreibens des niedersächsischen Umweltministeriums, das Berufsschäfer Wendelin Schmücker aus Winsen als Antwort auf seinen offenen Brief an SPD-Ministerpräsident Stephan Weil (das WOCHENBLATT berichtete) erhalten hat. In dem sechsseitigen Antwortschreiben heißt es auch, dass Jäger heute gar nicht mehr in der Lage seien, eine wirksame Hege mit der Büchse auszuüben und der Wolf deshalb einen "natürlichen Selektionsdruck auf die Wildpopulation" ausübe.
Schmücker, der sich öffentlich gegen den Artenschutz für den Wolf ausspricht, ist mit der Antwort aus Hannover allerdings nicht einverstanden. "Mehr als 100 Jahre ist Deutschland ohne den Wolf ausgekommen. Das soll jetzt nicht mehr gehen?", so der Schäfer. Er rechnet damit, dass es bis 2018 deutschlandweit fast 1.000 Wölfe geben wird. "Wo der Wolf lebt, wird es keine Schafe mehr geben", warnt Schmücker und weist darauf hin, dass auch Weidetiere einen Anspruch darauf hätten, geschützt zu werden. "Wenn der Wolf unter Schutz steht, muss das auch für Schafe und andere Weidetiere gelten", meint Wendelin Schmücker. Das bedeute für ihn, dass im Falle eines Tierrisses durch den Wolf der Staat alle Kosten, inklusive Folge- sowie Präventionskosten, tragen und es einen Rechtsanspruch auf diese Leistungen geben müsse. Das lehnt das Land Niedersachsen allerdings ab.