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Neues Modell gegen den Fachkräftemangel

Eine Erzieherin liest Kindern etwas vor (Symbolbild) (Foto: YYRobert_Kneschke)
 
DRK-Chef Roger Grewe und seine Mitarbeiterinnen Britta Dibbern (li.) und Yvonne Baet stellten das Modell vor

Allein in den 37 Kindertagesstätten des DRK im Landkreis fehlen mittelfristig 140 Fachkräfte

thl. Winsen. Nicht nur Handwerksbetriebe und andere Unternehmen, sondern auch der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist vom Fachkräftemangel betroffen. Dem DRK fehlt es an Mitarbeitern - sowohl im Rettungsdienst als auch in der Altenpflege und vor allem in den Kindertagesstätten. Das gab jetzt DRK-Chef Roger Grewe bei einem Pressegespräch im DRK-Haus in Winsen bekannt.
„Mittelfristig werden in unseren 37 Kindertagesstätten im Landkreis rund 140 pädagogische Fachkräfte fehlen“, so Grewe. „Und der Bedarf wird weiter steigen. Die politischen Planungen zur beitragsfreien Kita und zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kindergarten- und Schulkindern werden die Situation noch deutlich verschärfen“, prophezeit er. Bisher sei man gerade noch an der Schließung einzelner Gruppen vorbei geschrammt, unterstrich Grewe die Dramatik der Situation. Aber auf Dauer werde das nicht zu vermeiden sein, wenn sich die Lage nicht ändere.
Hintergrund: Durch die Nähe zu Hamburg und die große Zahl an Tagesstätten und Trägern diesseits wie jenseits der Elbe ist der Arbeitsmarkt für pädagogische Fachkräfte sehr groß. Und entsprechend hart ist auch der Wettbewerb der Träger um Arbeitskräfte. „Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Interessierte, die die Tätigkeit in der Kita als Quereinsteiger bisher nicht in Betracht gezogen haben, da ihnen das neue, berufsbegleitende Ausbildungsmodell neben der unbezahlten Vollzeitausbildung nicht bekannt ist“, so der DRK-Chef. An diesem Punkt wolle man jetzt ansetzen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dafür hat sich das DRK mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Buchholz, Hamburg-Harburg, Lüneburg und Winsen sowie dem Landkreis Harburg starke Partner ins Boot geholt. Ab sofort - oder zum nächsten Ausbildungsstart der Berufsbildenden Schulen im Februar und August - bietet das DRK Quereinsteigern Stellen für sogenannte Pädagogische Helfer an, die berufsbegleitend eine Ausbildung zum Sozialassistenten oder Erzieher aufnehmen wollen.
In der Praxis funktioniert das so: Interessierte bewerben sich unter Angabe ihrer beruflichen Ausbildung und Erfahrung beim DRK und werden dort bei Eignung in einer Teilzeitanstellung von mindestens 19,5 Stunden als zusätzliche Kraft in den Kitas beschäftigt. Die verbleibende Zeit nehmen sie an Nachmittagen, Wochenenden und in Blockunterricht an der schulischen Ausbildung an der BBS teil. Nach 18 Monaten erhalten sie ihren Abschluss als Sozialassistent. Zwei Jahre später kann die Ausbildung zum Erzieher beendet werden. Und die Verdienstmöglichkeiten sind gut. Ein Sozialassistent verdient derzeit zwischen 2.400 und 2.900 Euro pro Monat, ein Erzieher zwischen 2.800 und 3.600 Euro.
Eine, die diesen Ausbildungsweg bereits gegangen ist, ist Yvonne Baer aus Oldershausen. 15 Jahre hatte sie im Einzelhandel gearbeitet und dann den Wunsch nach Veränderung gespürt. Die 37-jährige zweifache Mutter hat bereits ihren Sozialassistenten „in der Tasche“ und absolviert gerade die Erzieherausbildung. „Ich war von Anfang Teil des Teams“, so Baer, die den Schritt bis heute nicht bereut hat.
• Wer sich für eine Ausbildung interessiert, kann eine schriftliche Kurzbewerbung schicken an: DRK-Kreisverband Harburg-Land, Abteilung Kindertagesstätten, Frau Britta Dibbern, Rote-Kreuz-Straße 5, 21423 Winsen.
Weitere Informationen gibt es unter Tel. 04171 - 669610 oder per Mail an b.dibbern@drk-lkharburg.de.