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Stelles Bürgermeister wird nicht wieder dienstfähig

Uwe Sievers wird nicht mehr an seinen Schreibtisch im Rathaus zurückkehren
thl. Stelle. Jetzt ist es so gut wie sicher: Stelles Bürgermeister Uwe Sievers (53) wird nie mehr an seinen Schreibtisch zurückkehren. Der Gemeinderat als oberste Dienstbehörde des Bürgermeisters hat am Mittwochabend der Kommunalaufsicht des Landkreises Harburg empfohlen, das Verfahren für die Versetzung Sievers' in den Ruhestand durchzuführen.
Vor fast genau einem Jahr, am Morgen des 20. März 2015, war Uwe Sievers auf der Steller Chaussee auf dem Weg ins Rathaus mit seinem Pkw frontal in den Gegenverkehr gefahren. Grund war ein Schlaganfall, den der Bürgermeister am Steuer erlitten hatte. Uwe Sievers lag nach dem Unfall lange Zeit im Krankenhaus und befindet sich derzeit in der Reha, die Fortschritte aufweist. "Uwe Sievers geht es den Umständen entsprechend gut", heißt es in einer Presseerklärung der Gemeinde. Und weiter: Trotzdem könne eine Wiederherstellung der Dienstfähigkeit des Bürgermeisters mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht erwartet werden. Das sei das Ergebnis einer gesetzlich vorgesehenen amtsärztlichen Untersuchung.
Wie geht es jetzt weiter? "Wir prüfen jetzt, ob die Kosten für den Ruhestand durch die Kasse gedeckt sind. Anschließend bekommt Uwe Sievers noch ein Chance zu einer Stellungnahme. Dann erfolgt ein Beschluss", erklärt Johannes Freudewald, Sprecher des Landkreises Harburg. Gegen den Beschluss könnten noch Rechtsmittel eingelegt werden. Wie lange das Verfahren dauert, kann Freudewald nicht sagen: "So einen Fall hatten wir hier noch nie."
Eine Nachricht, die man wohl bei der Gemeinde Stelle so nicht unbedingt hören möchte. Denn die Zeit drängt. Grund: Der neue Bürgermeister soll möglichst im Rahmen der Kommunalwahl am 11. September mitgewählt werden. Denn man befürchtet bei einer externen Wahl nicht nur unnötig hohe Kosten, sondern auch eine desaströse Wahlbeteiligung. "Eine reine Bürgermeisterwahl lockt keinen Wähler aus dem Haus", sind sich die Politiker im Gemeinderat einig.
Doch selbst wenn der 11. September klappt, muss noch ein ganz anders Problem gelöst werden: Wer soll als Bürgermeister-Kandidat aufgestellt werden? Alle externen Namen, die bisher hinter vorgehaltener Hand gehandelt wurden, haben den Parteien bereits eine Abfuhr erteilt (das WOCHENBLATT berichtete).