Kreisbrandbrandmeister gibt Verhaltenstipps
Auch bei geringer Waldbrandgefahr ist im Kreis Harburg Vorsicht geboten
- Trockene Böden sind ein häufiger Auslöser für Waldbrände
- Foto: Feuerwehr Buchholz
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Die ersten Moor- und Grasbrände des Jahres riefen jetzt die Feuerwehren in der Region auf den Plan. Sie könnten Vorboten sein für größere Waldbrände, wie sie bei steigenden Frühlings- und Sommertemperaturen und allzu langer Trockenheit wieder zu befürchten sind. "Im Moment haben wir Waldbrandstufe 2 von 5 und damit eine geringe Gefahr", erklärt Kreisbrandmeister Volker Bellmann. "Dennoch sollten Waldbesucher Vorsicht walten lassen und Fahrzeuge nicht über trockenem Gras abgestellt werden", mahnt Bellmann. "Das Befahren des Waldes ist in der Regel beispielsweise nur gestattet für die Forstbehörde, Waldbesitzer oder Besucher, die von Waldeigentümern eine Genehmigung erhalten haben. Parken ist lediglich auf ausgewiesenen Waldparkplätzen erlaubt."
Derzeit gilt Waldbrandstufe 2 von 5
Werde die Waldbrandstufe 5 ausgerufen, bedeute dies eine sehr hohe Gefahr. "Wälder dürfen dann gesperrt werden, und die Menschen müssen auf Waldspaziergänge verzichten, da schon ein winziger Funke eine Katastrophe auslösen kann", erklärt Volker Bellmann. Als besonders gefährdete Waldbrand-Hotspots sieht er die ausgedehnten Heide- und Waldflächen in den Samtgemeinden Hanstedt und Salzhausen.
Im vergangenen Jahr wurden die Feuerwehren im Landkreis Harburg laut Kreisbrandmeister Volker Bellmann zu 87 Flächenbränden alarmiert. Vier davon im Raum Buchholz und Winsen hätten mit insgesamt fünf Hektar ein größeres Ausmaß gehabt. 2023 habe es 177 Einsätze gegeben.
Damit die Brandbekämpfer im Falle eines Falles schnell handeln können, müssten – so Bellmann – jegliche Zufahrten zu Wäldern, Baggerseen und Ausflugsgebieten für Löschfahrzeuge Tag und Nacht freigehalten werden. Wer im Wald Zeuge eines Brandes werde, solle sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmieren, auch wenn es sich noch um ein vermeintlich kleines Feuer oder Rauchentwicklung handele. "Im Idealfall sollten Betroffene bei einer Meldung über die 112 den nächstgelegenen Notfalltreffpunkt angeben(https://www.landesforsten.de/bewirtschaften/forsttechnik/rettungspunkte/. Hierzu ist es ratsam, die entsprechenden Infotafeln bei Spaziergängen mit dem Handy zu fotografieren, dann hat man die Daten im Notfall parat", rät Volker Bellmann. "Eigene Löschversuche sollten bei beginnenden Bränden nur unternommen werden, soweit dies gefahrlos möglich ist."
Feuerwehr trainiert Vegetationsbrand-Bekämpfung
Wie man Vegetationsbrände, nämlich Feuer in Wald und Flur, effektiv bekämpft, trainierte jetzt die Feuerwehr Hanstedt. Etwa 30 Kameradinnen und Kameraden nahmen an der Übung teil, unterstützt wurden sie von vier erfahrenen Ausbildern der Hilfsorganisation "@fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V.". Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Hilfsorganisation, die kompetente Auslandshilfe bei verheerenden Naturkatastrophen leistet. Die über 200 Mitglieder von "@fire" arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich.
Bei der Übung im Raum Hanstedt wurden an drei Stationen wichtige Fertigkeiten für die Bekämpfung von Vegetationsbränden vermittelt. So trainierten die Teilnehmer beim Schlauchmanagement truppweise das Verlängern von unter Druck stehenden D-Schläuchen, um beim Löschen flexibel auf Lageänderungen reagieren zu können. An der zweiten Station stand das „Pump-and-Roll“-Verfahren, das Löschen während der Fahrt mit dem Löschfahrzeug, im Fokus. Um den Umgang mit Handwerkzeugen wie Feuerpatsche, Löschrucksack und Gorgui – einer Kombination aus Hacke und Rechen – ging es an der dritten Station. Sowohl beim „Pump-and-Roll“ als auch beim Einsatz der Handwerkzeuge wurde unter realen Bedingungen mit echtem Feuer geübt. So konnten die Teilnehmer die Techniken zunächst stressfrei erlernen und anschließend im Angesicht des Feuers erproben.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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