Verkehrunfallstatistik für 2019 vorgestellt
Mehr Unfälle - weniger Tote

Bei diesem Unfall auf der B75 bei Dibbersen im vergangenen Jahr wurde der BMW-Fahrer tödlich verletzt
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  • Bei diesem Unfall auf der B75 bei Dibbersen im vergangenen Jahr wurde der BMW-Fahrer tödlich verletzt
  • Foto: Matthias Köhlbrandt
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Landkreis. Insgesamt 6.270 Verkehrsunfälle gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Harburg - 224 mehr als in 2018. Bei den Unfällen wurden 13 Menschen getötet und damit zwei weniger als im Vorjahr. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik für 2019 hervor, die die Polizeiinspektion Harburg jetzt vorstellte.
Im vergangenen Jahr kam es zu 870 Unfällen mit Personenschaden (2018: 887). Bei 726 (754) Crashs wurden die Beteiligten leicht, bei 131 (118) schwer verletzt. Die Gesamtzahl der bei den Unfällen Verletzten stieg leicht von 1.145 auf 1.174.
Die Unfälle mit Todesopfern geschahen in acht Fällen auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften, während vier Menschen bei Unfällen in Ortschaften ums Leben kam. Ein Verkehrsteilnehmer starb bei einem Unfall auf der A39. Bei fünf der tödlichen Unfälle starben laut der PI Motorradfahrer, in drei Fällen überholten sie andere Verkehrsteilnehmer ohne Beachtung des Gegenverkehrs. Zweimal wurden die Biker von Pkw-Fahrern übersehen und beim Zusammenstoß tödlich verletzt.
Weitere Aspekte der Unfallstatistik:
• Autobahnen: Im Bereich der Autobahnen im Landkreis Harburg wurden 989 (926) Unfälle registriert. Dabei kam eine Person ums Leben, 19 (20) Beteiligte erlitten schwere Verletzungen.
• Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit anschließender Fahrerflucht stieg von 1.616 auf 1.687 an. In 43,75 Prozent (42,39) der Fälle konnte der Beteiligte ermittelt und die Straftat aufgeklärt werden.
• Unfallursachen: Als häufigste Unfallursache - nämlich in 544 (497) Fällen - wurde mangelnder Abstand ermittelt, zweithäufigste Ursache mit 378 (507) Fällen war eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Mit einigem Abstand folgen Fehler beim Gewähren der Vorfahrt oder beim Abbiegen. Eine Alkoholbeeinflussung bei den Unfallverursachern war in 109 (93) Fällen festzustellen, Drogen oder Medikamente spielten in neun (zwölf) Fällen eine Rolle.
• Wildunfälle: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 1.373 (1.153) Unfälle dieser Art.
• Trunkenheit im Straßenverkehr: In 2019 wurden 419 (366) Verfahren gegen Verkehrsteilnehmer eingeleitet, weil sie betrunken waren. In 347 (318) Fällen lagen Fahrten unter Medikamenten- oder Drogeneinfluss vor.
• Risikogruppe junge Fahrer: Junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren waren an 994 (974) Unfällen beteiligt und in 743 (736) Fällen auch die Verursacher. Rund drei Viertel der Unfälle - so die PI - würden somit durch Fahranfänger verursacht, sie hätten aber nur rund sieben Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung. Präventionsmaßnahmen - wie etwa wie das Fahrschul- und das Schutzengelprojekt oder Radfahrprüfungen an den Schulen - würden auch weiterhin von der Polizei unterstützt, um die Risikogruppe der jungen Fahrer möglichst umfassend zu sensibilisieren.
• Risikogruppe ältere Verkehrsteilnehmer: Ältere Menschen ab 65 Jahren waren an 1.365 (1.337) Unfällen beteiligt. Das entspricht einem Anteil von etwa 20 Prozent. Bei etwa 78 Prozent der Unfälle waren sie auch Hauptverursacher. "Zwar liegt der Bevölkerungsanteil der Altersgruppe ebenfalls bei etwa 20 Prozent. Man darf aber nicht vergessen, dass ein nicht unerheblicher Anteil dieser Altersgruppe nicht mehr aktiv, davon ein noch geringerer Anteil als Kfz-Lenker, am Straßenverkehr teilnimmt", erklärt Frank Waldhaus, Sachbearbeiter Verkehr bei der PI.
Bei der Altersgruppe ab 75 Jahren waren in 2019 insgesamt 672 Personen an Unfällen beteiligt. Davon wurden sie in 540 Fällen auch als Verursacher erfasst, was einem Anteil von über 80 Prozent entspricht. PI-Verkehrssicherheitsberater Dirk Poppinga: "Bei den über 65-jährigen Verkehrsteilnehmern, mehr noch ab 75 Jahren, wird deutlich, dass die abnehmenden körperlichen und kognitiven Fähigkeiten, verbunden mit deutlich geringerer Fahrleistung, zu eingeschränkter Handlungsfähigkeit im komplexer werdenden Straßenverkehr führen. Vor allem ungewohnte Verkehrssituationen können dann zu spontanen Reaktionen führen, die sich als falsch erweisen."

Bei diesem Unfall auf der B75 bei Dibbersen im vergangenen Jahr wurde der BMW-Fahrer tödlich verletzt
Polizei-Verkehrssicherheitsberater Dirk Poppinga
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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