"Als wenn ein Polenböller explodiert wäre"
Toter (62) bei Wohnungsbrand in Buchholz

Die Wohnung im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses brannte lichterloh
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os. Buchholz. Am Tag danach erinnern der Brandgeruch, zahllose Glassplitter und verkokelte Einrichtungsgegenstände an das schlimme Ereignis: Bei einem Wohnungsbrand am Veilchenweg in Buchholz ist am Mittwochnachmittag ein Mann ums Leben gekommen. Bis dato ist die Identität noch nicht endgültig geklärt, die Polizei geht jedoch davon aus, dass es sich bei dem Toten um den 62-jährigen Mieter handelt. Drei weitere der insgesamt 21 Bewohner des Mehrfamilienhauses wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert, ein Vierter verletzte sich leicht bei dem Versuch, die Tür zur betroffenen Wohnung im Erdgeschoss aufzubrechen. Auch ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht: Aufgrund der starken Hitze schmolzen Teile seines Atemschutzgeräts, zudem wurde seine Einsatzjacke beschädigt.
Gegen 16.25 Uhr waren mehrere Notrufe bei der Polizei und der Feuerwehr eingegangen. Nachbarn berichteten dabei von einer heftigen Explosion unmittelbar vor dem Brand. Diese war noch in einigen hundert Metern Entfernung zu hören. Ob die Detonation zufällig geschah oder mutwillig herbeigeführt wurde, wird Gegenstand der weiteren Ermittlungen sein. Durch die Wucht der Detonation wurden auf der Vorder- und Rückseite des Gebäudes die Fensterscheiben aus der Wohnung gedrückt. Sie flogen gegen zwei auf der Straße geparkte Autos und beschädigten diese.
"Es klang, als wenn ein Polenböller neben dem Kopf explodiert", schildert ein Nachbar. Er beschreibt den 62-Jährigen als Verschwörungstheoretiker, der seine Wohnungstür regelmäßig mit Slogans wie "Einlaß wegen der propagierten Corona-Pandemie unmöglich!!!!" oder "Was ist Obrigkeitshörigkeit? Was sind Sklaven?" plakatiert habe. Am Nachmittag habe er Bohrgeräusche aus der Wohnung des 62-Jährigen gehört, berichtet der Nachbar. Eine andere Nachbarin beschrieb den 62-Jährigen als "hilfsbereit, aber etwas komisch". 
Die Freiwillige Feuerwehr Buchholz und die Ortswehren Sprötze, Dibbersen und Holm waren mit rund 50 Kräften vor Ort. Erschwert wurden ihre Löscharbeiten durch Stacheldraht, den der 62-Jährige offenbar in der Wohnung ausgelegt hatte. Neben den Löscharbeiten kümmerten sich die Feuerwehrleute um Bewohner der obenliegenden Wohnungen, die wegen des Rauchs im Treppenhaus nicht aus dem Gebäude kommen konnten. Über die Drehleiter wurde auch ein Hund gerettet.
Die übrigen zwölf Wohnungen waren zunächst unbewohnbar, die Polizei beschlagnahmte den Brandort. Die Bewohner kamen bei Freunden und Bekannten sowie in einer Notunterkunft der Stadt Buchholz unter. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache und zur Schadenshöhe aufgenommen. Am heutigen Freitag war ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes zur Ursachenforschung vor Ort.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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