Abschied aus dem Polizeidienst
"War immer gerne Polizist"

Abschied nach 46 Dienstjahren: Heinz-Walter Johanßon    Foto: Polizei
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  • hochgeladen von Thomas Lipinski

Heinz-Walter Johanßon, Präventionsbeauftragter der Polizei, geht in den Ruhestand
thl. Buchholz. Am 30. September geht eine Ära zu Ende. Nach 46 Dienstjahren tritt Heinz-Walter Johanßon in den Ruhestand. Der Kriminalhauptkommissar ist vielen Bürgern im Landkreis als Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Harburg bekannt. Dieses Amt führte er seit dem Jahr 2000 aus. Im WOCHENBLATT-Interview blickt Johanßon auf seine Dienstzeit zurück und erzählt, was ihn im (Un)Ruhestand erwartet.
WOCHENBLATT: Herr Johanßon, wie und wann sind Sie damals zur Polizei gekommen?
Heinz-Walter Johanßon: Ich habe 1973 meine Realschule abgeschlossen und bin dann gleich in den Polizeidienst eingestiegen. Durch Großdemonstrationen und Terrorismus stand die Polizei damals vor großen Herausforderungen und hat viel Personal gesucht.
WOCHENBLATT: Wie ging es danach weiter?
Johanßon: Nach einem halben Jahr Grundausbildung bin ich zunächst als Polizeiwachtmeister zur Bereitschaftspolizei gekommen. 1975 bin ich in den Einzeldienst gewechselt und war in Schwanewede stationiert. Da ich aber aus Westergellersen komme, wollte ich gerne heimatnah stationiert werden.
WOCHENBLATT: Das klappte dann auch?
Johanßon: Zunächst nicht. 1977 habe ich in Oldenburg den sogenannten Fachlehrgang II, auch Meisterlehrgang genannt, absolviert. Im Oktober 1978 wurde ich schließlich zur Autobahnpolizei nach Thieshope versetzt.
WOCHENBLATT: Damit war Ihr Wunsch erfüllt.
Johanßon: Jein. Es war eine spannende Erfahrung - Einsätze bei der Schneekatastrophe, Fahndungen nach der RAF. Es war nicht mein Ziel. Eigentlich wollte ich immer zur Kripo. Das klappte Ende 1987 mit einem Überleitungslehrgang. Zuvor war ich bereits an das Polizeirevier in Seevetal gewechselt. Nach dem Lehrgang kam ich an das Kriminialkommissariat in Winsen. Bis ich dann gefragt wurde, ob ich im Präventionsteam mitarbeiten möchte.
WOCHENBLATT: Da waren Sie dann gleich 'Feuer und Flamme'?
Johanßon: Nein. Ich habe lange überlegt, bis ich zugesagt habe. Rückwirkend gesehen war das aber die beste Entscheidung, die ich je bei der Polizei getroffen habe.
WOCHENBLATT: Wenn Sie auf Ihre Dienstzeit zurückblicken, was waren so die Highlights?
Johanßon: Das waren vor allem die Ermittlungen gegen den Heidemörder Thomas Holst, der drei Frauen ermordet hatte. Unvergessen bleibt aber das Lob von Opfern von Straftaten, wenn ihre Fälle aufgeklärt wurden.
Besonders schlimm in Erinnerung geblieben ist der Tod zweier Kleinkinder, die innerhalb einer Woche ertrunken waren. Die beiden Opfer waren damals in etwa in dem Alter meiner eigenen Kinder.
WOCHENBLATT: Was ist für den Ruhestand geplant?
Johanßon: Ich habe viele Dinge auf meiner To-do-Liste, habe einen großen Garten, treibe gerne Sport und will mit meiner Frau Sabine viel verreisen. Zudem habe ich noch zwei Kinder und vier Enkel.
WOCHENBLATT: Das sieht eher nach Un-Ruhestand aus.
Johanßon: Langweilig wird mir bestimmt nicht. Aber zunächst habe mir fest vorgenommen, dass für mich am 1. Oktober ein Sabbatjahr beginnt. Auch wenn ich immer gerne Polizist war, man muss einen Schlussstrich ziehen. Deswegen werde ich komplett mit beruflichen Dingen abschließen und nichts mehr mit Polizei zu tun haben.
WOCHENBLATT: Herr Johanßon, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

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