Buchholz: Stadtwerke-Chef ist zurückhaltend bei Investitionen in die E-Mobilität

Einzelne Ladesäulen wie vor dem Rathaus wollen die Stadtwerke weiter 
errichten. Mehr werde man derzeit nicht in die Elektromobilität investieren, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Christian Kuhse (kl. Foto)
  • Einzelne Ladesäulen wie vor dem Rathaus wollen die Stadtwerke weiter
    errichten. Mehr werde man derzeit nicht in die Elektromobilität investieren, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Christian Kuhse (kl. Foto)
  • Foto: os / archiv Albrecht Beste Bilder
  • hochgeladen von Oliver Sander

„Der Markt funktioniert noch nicht autonom“
os. Buchholz
. Die Buchholzer Stadtwerke werden sich bei Investitionen in die Infrastruktur der Elektromobilität zurückhalten. Das betonte Geschäftsführer Dr. Christian Kuhse bei seinem allgemeinen Bericht zur E-Mobilität in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am vergangenen Mittwochabend. Grund für Kuhses Skepsis: Ohne technische Fortschritte bei der Batterienherstellung für E-Autos und dauerhafte finanzielle Anreize für den Kauf dieser Fahrzeuge sei es zweifelhaft, dass sich die E-Mobilität wie von der Bundesregierung erhofft entwickelt. „Der Markt der Elektromobilität funktioniert noch nicht autonom“, betonte Kuhse.
Hintergrund von Kuhses Bericht waren zahlreiche Anträge zur Stärkung der Elektromobilität in der Nordheidestadt. Die Stadtwerke haben sich in den vergangenen Jahren engagiert, indem sie an verschiedenen Stellen in Buchholz E-Ladesäulen errichtet haben - am Rathaus, auf dem Parkplatz des Famila-Marktes im Fachmarktzentrum am Nordring, bei der Firma Lühmann an der Müllerstraße im Gewerbegebiet Vaenser Heide II, bei McDonald's in Dibbersen sowie zuletzt beim Neubau des Edeka-Schreiber-Markts in Sprötze. Einzelne Ladesäulen werde man auch in Zukunft errichten, allerdings mit weiteren Investitionen abwarten, kündigte Kuhse an.
„Es besteht das Risiko, dass wir auf die falsche Technologie setzen“, warnte der Stadtwerke-Geschäftsführer. Grund: Um E-Fahrzeuge attraktiver für Käufer zu machen, müsse man u.a. dringend die Reichweite der Fahrzeuge vergrößern. „Es ist aus meiner Sicht zu früh, jetzt groß in die Infrastruktur zu investieren, von der man nicht weiß, ob sie für die Technik von morgen ausreichend ist“, sagte Kuhse.
Zudem sei der Marktdurchbruch vor allem mit finanziellen Anreizen verbunden. Das sehe man z.B. in Norwegen, das als besonders fortschrittlich in Sachen Elektromobilität gilt. Trotz hervorragender
Infrastruktur mit Ladesäulen seien derzeit nur 29 Prozent der Neuzulassungen Fahrzeuge mit Elektromotoren. Viele Käufer hätten angegeben, dass sie sich für ein E-Auto vor allem deshalb entschieden haben, weil der norwegische Staat die Steuern für Verbrennungsmotoren erheblich angehoben habe. Der Umweltaspekt spiele nur eine untergeordnete Rolle, erklärte Kuhse. Apropos Umwelt: Derzeit würden bei der Herstellung einer einzigen Batterie für ein E-Auto 17,5 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid produziert. Bevor es einen Kilometer gefahren sei, habe ein E-Fahrzeug eine Umweltbilanz wie ein Auto mit Verbrennungsmotor nach rund 116.000 Kilometern. Das hätte eine Studie der schwedischen Energieagentur ergeben.
Kuhses Fazit: „Es ist für uns als Stadtwerke erst sinnvoll, sich stärker in der Elektromobilität zu engagieren, wenn E-Fahrzeuge annähernd gleichwertig mit konventionellen Autos sind.“
• Der Stadtentwicklungsausschuss machte einstimmig den Weg für den Bebauungsplan „Bahnhofstraße West“ für das „Canteleu-Quartier“ frei. Wie die Revitalisierung der Bahnhofsinsel genau aussehen soll, lesen Sie in unserer Ausgabe am kommenden Mittwoch.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

Politik
Michael Roesberg ist noch bis Ende Oktober 2021 im Amt

Verzicht auf eine erneute Kandidatur
Stades Landrat Michael Roesberg tritt nicht wieder an

jd. Stade. Politischer Paukenschlag im Stader Kreishaus: Landrat Michael Roesberg (parteilos) hat am Montagabend erklärt, dass er für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung steht. Die Amtszeit des 63-Jährigen endet im Oktober 2021. Roesberg steht seit 2006 an der Spitze der Kreisverwaltung. Bisher galt als sicher, dass der amtierende Landrat bei den Kommunalwahlen im Herbst 2021 noch einmal ins Rennen geht. Roesberg hätte beste Chancen für eine Wiederwahl gehabt. Er kann auf die...

Politik
Ist dieses Grundstück massiv mit Glyphosat verseucht? Foto: thl

Baugebiet "Am Luhedeich" ehemals Gärtnerei Bruno Franz
Falsches Spiel der Stadt Winsen?

Glyphosat im Boden und Kuhhandel mit der Deichschutzzone? Winsener wittern Skandal um Baugebiet thl. Winsen. Spielt die Stadt Winsen ein falsches Spiel mit dem Baugebiet "Am Luhedeich", das auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Bruno Franz entstehen soll? Das befürchten zumindest einige Bürger, die an der Öffentlichkeitsbeteiligung teilnahmen, in der die Stadt den Planungsstand vorstellte. "Das Gelände ist massiv mit Glyphosat verseucht. Das wurde uns auf der Veranstaltung von der Stadt...

Politik
"Wenn kein Handeln erfolgt, wird das Problem nicht nachvollzogen": Christian Heermann an der Kreuzung Nordring/Hamburger Straße

Kreuzung Nordring in Buchholz
"Kriminelle Ampelanlage": Harsche Kritik an Untätigkeit

os. Buchholz. In dieser Woche soll die Ampelanlage an der neuralgischen Kreuzung Hamburger Straße/Nordring am nördlichen Eingang zur Stadt Buchholz umgerüstet werden. Damit endet eine jahrelange Phase, die WOCHENBLATT-Leser Christian Heermann (85) als "kriminell" und "lebensgefährlich" bezeichnet: "Das haben die Stadt Buchholz und der Landkreis von mir im vergangenen November schriftlich bekommen." Wie berichtet, hatte sich der Landkreis auf FDP-Initiative entschieden, die Ampelanlage...

Politik
An den Elbe Kliniken wird Kritik geübt
  2 Bilder

Aus Protest Aufsichtsratsmandat niedergelegt
CDU-Fraktionschefin kritisiert Versäumnisse bei den Elbe Kliniken

jd. Stade. Aufsichtsrat - der geheimnisvolle Zirkel: Die meiste Zeit wirkt ein Aufsichtsrat eher im Verborgenen. Scheidet jemand aus dem Gremium aus, geschieht das meist sang- und klanglos. Die Öffentlichkeit erfährt in der Regel davon nichts. Ganz anders bei der Stader CDU-Ratsherrin und Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge: Sie legte beim Aufsichtsrat der Elbe Kliniken einen Abgang mit Pauken und Trompeten hin. Statt des üblichen Zweizeilers schrieb sie ein dreiseitigen Brief - gespickt mit...

Politik
Pferdehalterin Sabine Popp sieht sich auf ihrer Weide in Glüsingen dem auf dem Nachbarland üppig wachsenden Jakobskreuzkraut ausgesetzt

Für Weidetiere giftig
Jakobskreuzkraut: Kritik an Gemeinde Seevetal hält an

ts. Glüsingen. Weil das für Weidetiere giftige Jakobskreuzkraut üppig auf ökologisch bewirtschafteten Flächen der Gemeinde Seevetal wächst, gerät die Gemeindeverwaltung bei Weidetierhaltern zunehmend in die Kritik. Nach dem WOCHENBLATT-Bericht über den Protest in Ramelsloh zeigt sich auch Sabine Popp, Betreiberin einer Pferdepension in Glüsingen, besorgt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Weideland gedeiht die gelb blühende Pflanze großflächig. Der Verzehr des Jakobskreuzkrauts kann bei...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen