Treffen mit dem Ortsbürgermeister
Der Tandemclub Weiße Speiche e.V. zu Besuch in Holm-Seppensen
- Die Wandergruppe des Tandemclubs Weiße Speiche e.V. auf dem Weg nach Holm-Seppensen
- Foto: Tandemclub Weiße Speiche e.V.
- hochgeladen von Silke König
Bei sonnigem Winterwetter machten sich vierzehn gut gelaunte Wandererinnen und Wanderer des Tandemclubs Weiße Speiche e.V., einem Club für sehbehinderte Menschen, am 15. Februar auf den Weg durch das Steinbachtal von Buchholz nach Holm-Seppensen.
Dabei wanderten die Teilnehmer in Pärchen, eine sehende Person führte jeweils ihre oder seinen blinden oder sehbeeinträchtigten Wanderpartner bzw. -partnerin. Nach acht Kilometern Fußmarsch kehrte die Gruppe zum Mittagessen im Restaurant Özkan Döner ein und wurde anschließend im Kulturbahnhof von Bernhard Unger, dem Ortsbürgermeister von Holm-Seppensen, empfangen. Zu Kaffee und Kuchen tauschte sich die Gruppe über die Geschichte und die Besonderheiten des Ortes Holm-Seppensen aus.
Der gemeinsame Sport steht im Vordergrund. „Eigentlich sind wir ein Fahrradclub“ sagt Wanderführer Matthias Pusch, „aber damit die Gemeinschaft und die Kondition den Winter über nicht ganz verloren gehen, unternehmen wir in der kalten Jahreszeit die Wandertouren.“
Pusch, ein passionierter Radfahrer, gehört dem ehrenamtlich geführten Tandemlub seit mehr als zwanzig Jahren an. Für ihn als „Sehenden“ steht der Gedanke, sehbehinderten Mitmenschen die Bewegung in der Natur zu ermöglichen, an erster Stelle. Auf diesem Gedanken beruht auch die Ursprungsidee des Vereins, der vor 42 Jahren gegründet wurde und aktuell 100 Mitglieder zählt, darunter einige aus Buchholz und Umgebung.
Zwischen April und Oktober veranstaltet der Tandemclub unterschiedlich lange Radtouren, zwischen acht und zwölf der vereinseigenen oder privaten Tandems fahren normalerweise mit. Auch hier bewegt sich die Gruppe nach System: vorn radeln die gut sehenden Steuerfrauen und Steuermänner, hinten die Kapitäninnen und Kapitäne mit Sehbehinderung. Wer mit wem in die Pedale tritt, wird vor jedem Ausflug aufs Neue geplant.
„Gespanneinteilung ist eine anspruchsvolle Sache. Es muss sowohl kräftemäßig, wie auch menschlich passen“ erklärt Ulrike Gös, die 2. Vorsitzende des Vereins.
Ausgangspunkt und Ziel der Strecken wechseln, werden aber so gewählt, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sind. Sollte es einmal nicht vom Pinneberger Vereinsgelände losgehen, bringt der Verein die Räder mithilfe eines Mietwagens zum Treffpunkt. Das Fahrzeug für diesen komfortablen Service holt sich der Tandemclub aus der Nordheide: Der Buchholzer Fahrdienst Rolli Mobil leiht den Bus, der einen Anhänger mit bis zu 23 Tandems zieht.
Ein geringes Startgeld, erhoben von den sehbehinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ermöglicht die Wartung der Räder und die Anschaffung des Flickzeugs für schnelle Pannenhilfe, die bei fast jeder Tour zum Einsatz kommt.
Wieviel Fitness die Tandemfahrer und Wanderer zu den gemeinsamen Aktivitäten mitbringen, spielt keine Rolle. Dem ehrenamtlich geführten Club geht es vor allem um geteilte Freude und regelmäßigen Austausch. Nicht nur zum gemeinsamen Sport, sondern auch zum Klönen, donnerstags in wechselnden Lokalen der Hansestadt Hamburg, heißt der Tandemclub alle Interessierten willkommen.
Redakteur:Silke König aus Rosengarten |
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