Harsche Kritik an Entscheidung, Freibad Buchholz nicht zu öffnen

Moritz Harder (v. li.), stv. Badbetriebsleiterin Irena Holz und Badbetriebsleiter Hans Wurlitzer können die Vorbereitung stoppen: Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat entschieden, das Buchholzer Freibad in dieser Saison nicht zu öffnen
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Familienunternehmen: Viel Tradition, wenig Frauen

Traditionsunternehmen in Familienhand sind eine der großen Stützen des deutschen Mittelstands. Was allerdings die Besetzung von Führungspositionen betrifft, scheint ein Großteil der Firmen noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Eine Drohende Folgen für die Zukunft Familienunternehmen hätten einen “Blind Spot”, wenn es um das Thema Frauen in Führungspositionen ginge, nennen diesen Umstand Wiebke Ankersen und Christian Berg, die Geschäftsführer von Allbright. Zwar seien Firmen in...

os. Buchholz. Die Entscheidung der Stadt Buchholz und der Buchholzer Stadtwerke, das Freibad in der Nordheidestadt in diesem Jahr nicht zu öffnen (das WOCHENBLATT berichtete), hat vielerorts für Kritik und Unverständnis gesorgt.
"Es ist völlig unverständlich, dass die Sport- und Familienstadt Buchholz nicht in der Lage ist, das Freibad zu öffnen, aber die kleinen Gemeinden Jesteburg und Hanstedt dieses demnächst durchaus realisieren können", kritisiert WOCHENBLATT-Leserin Regina Wohlers aus Buchholz. Viele Familien würden ihren Urlaub in diesem Jahr zu Hause verbringen und könnten das eigene Freibad nicht nutzen. "Komisch, für alles und jeden ist Geld da, Kinder und Sportler bleiben aber wie immer auf der Strecke. Das war aber auch vor Corona schon so", erklärt Regina Wohlers.
Alles andere als glücklich mit der Entscheidung sind die Schwimmabteilungen der Buchholzer Sportvereine. "Wir wurden durch die Entscheidung völlig überrascht. Sie bremst gerade unsere 21 Leistungsschwimmer komplett aus", kritisiert Stefanie Bertram, Abteilungsleiterin bei Blau-Weiss Buchholz. Während in allen umliegenden Kreisen Lösungen für die Leistungsschwimmer gefunden wurden, sitze man in Buchholz komplett auf dem Trockenen, berichtet Bertram. Vernünftiges Training sei unter diesen Gegebenheiten nicht möglich. Gemeinsam mit Wiebke Rampmeier, 2. Vorsitzende und Abteilungsleiterin beim benachbarten TSV Buchholz 08, hat Bertram ihrem Ärger öffentlich Luft gemacht.
Dank der Solidarität des Freibads in Hanstedt können die Leistungsschwimmer von BW Buchholz immerhin einmal pro Woche trainieren - jeweils für eine Stunde. "Viel bringt das aber nicht, normalerweise trainieren die Leistungsschwimmer drei- bis viermal pro Woche", betont die Abteilungsleiterin. Auch in anderen Freibädern fragten die Buchholzer Schwimmabteilungen nach Trainingszeiten - und bekamen Absagen, zuletzt aus Hollenstedt und Stelle.
Unglücklich mit der Entscheidung, die zuvor nicht kommuniziert worden sei, ist auch die DLRG Buchholz. "Wir stellen Wachgänger für Küste, Seen und für das Bad Buchholz, was man durchaus als systemrelevant ansehen kann", betont Max Frey, Referent Rettungssport bei der DLRG. Man sei nicht begeistert, dass die Wasserzeit für eine der erfolgreichsten Ortsgruppen in ganz Niedersachsen auf null gesetzt wurde.
"Die Entscheidung von Buchholz, das Freibad nicht zu öffnen, ist auch für die Region nicht gut", erklärt Henning Buss, Vorsitzender des Fördervereins "Unser Bad Jesteburg". Ein so großes Bad nicht zu öffnen, führe dazu, dass sich die Bürger auf die umliegenden Bäder verteilen, die aber ebenfalls viel weniger Besucher zulassen dürften.
Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse verteidigt die Entscheidung. "Aus unserer Sicht sind die Auflagen, die der Pandemieplan des Deutschen Bäderwesens vorsieht, in der Praxis nicht umzusetzen", betont Röhse. Man könne demnach nur eine sehr begrenzte Zahl an Besuchern zulassen - 50 bis 60 Gäste in den Schwimmbecken und 150 bis 180 Gäste außerhalb. "Wenn wir das scharf durchziehen würden, würde es zu erheblichem Unfrieden kommen", so Röhse. Zum Vergleich: Bislang besuchten an sonnigen Tagen mehr als 2.000 Besucher das Buchholzer Freibad. Finanzielle Aspekte, betont Röhse, hätten bei der Entscheidung keine Rolle gespielt: "Wir zahlen beim Freibad sowieso drauf."
Er sei gespannt, wie die umliegenden Gemeinden die Auflagen umsetzen wollen. Gerade bei den Abstandsregeln sei das schwierig. "Wir müssen auf jeden Fall eine zweite Infektionswelle verhindern. Dass unsere Entscheidung nicht viel Freude bereitet, ist mir klar. Ich halte sie aber für den besten Weg und werde die Diskussion darüber aushalten", betont Röhse. Eine Sonderregelung für die Sportvereine zu schaffen, halte er nicht für ratsam: Man könne das nicht einzelnen Gruppen erlauben und anderen nicht.

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Oliver Sander aus Buchholz

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