Stets für die Kinder aktiv sein
Kinderschutzbund feiert 30-jähriges Bestehen

Freuen sich auf das Jubiläum (v.li.): Helga Kruse-Moosmayer und Dr. Anne Buhr (Vorstand) sowie Wilma Kupfer 
 (ehrenamtliche Mitarbeiterin)
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  • Freuen sich auf das Jubiläum (v.li.): Helga Kruse-Moosmayer und Dr. Anne Buhr (Vorstand) sowie Wilma Kupfer
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Eine Fachtagung zum Thema "Sexueller Missbrauch" in Tostedt im Jahr 1990, bei der die Teilnehmer feststellen mussten, dass für diese Thematik im Landkreis Harburg keine Anlaufstellen vorhanden waren, war der Anstoß zur Gründung des Kreisverbands des Kinderschutzbundes, der damals noch "Harburg Land" hieß. Heute feiert die Institution das 30-jährige Bestehen.

Von Anfang an ging es um Fort- und Weiterbildungsangebote für Fachkräfte sowie um die enge Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Der Kinderschutzbund (DKSB) bot außerdem für Kinder und Jugendliche von März 1992 den Kinder- und Jugendtelefondienst "Die Nummer gegen Kummer" an.

In ausgewählten Schulen wurden Beratungen vom DKSB übernommen. Hier wurden unter anderem Unterrichtseinheiten zum Thema "Umgang mit Gewalt" entwickelt und eine Mädchengruppe für Lernbehinderte betreut. Später nahm der DKSB auch das Thema "Mobbing" in den Blick. Diese Projekte konnten nur mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Harburg umgesetzt werden. Haushaltskürzungen führten allerdings dazu, das die Angebote eingestellt werden mussten.
Angestoßen durch die Aufnahme des Gewaltächtungsparagraphen § 1631 Abs. 2 in das Bundesgrundgesetz entwickelte der Bundesverband des DKSB im Jahr 2002 das Projekt "Starke Eltern - Starke Kinder", das es bis heute als Angebot des Kreisverbandes gibt. Eltern erhalten unter fachkundiger Anleitung in Kursen Anregungen zur gewaltfreien Erziehung und die Möglichkeit zu Reflexionen und Austausch mit anderen Eltern. Elternabende mit Themen wie "Regeln, Grenzen, Konsequenzen" und "Wege aus der Brüllfalle" machen auf die Kurse aufmerksam.
Im Jahr 1999 wurde die Koordinationsstelle "Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen" in Winsen eingerichtet, die heute in der Geschäftsstelle in Buchholz (Neue Straße 13) geführt wird. Eine der Hauptaufgaben ist die Leitung des Berufsgruppenarbeitskreises, in dem sich alle Einrichtungen des Landkreises austauschen und zusammenarbeiten, die im Bereich sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche tätig sind. Die zweite große Aufgabe betrifft die Prävention. Zwei Projekte, eins für Kinder, Eltern und Fachkräfte in Kitas und ein zweites für Grundschulen, bieten den Einrichtungen jeweils mit Hilfe eines altersangemessenen Theaterstücks Unterrichtsmaterialien, Informationen und Fortbildungen an.
Seit 2014 hat der DKSB-Kreisverband Landkreis Harburg zusätzlich den Schwerpunkt Medienkompetenz integriert. Auf Nachfrage werden landkreisweit Elternabende organisiert, auf denen die problematische wie produktive Nutzung digitaler Medien thematisiert werden.

Helga Kruse-Moosmayer, Vorstandsmitglied des Kinderschutzbundes Kreisverband Landkreis Harburg, führt zum Thema ein Platz der Kinderrechte aus: "Um die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz wird momentan in der Regierungskoalition gerungen. Der Kinderschutzbund fordert seit Langem auf Orts-, Kreis-, Landes- und Bundesverbandebene die Rechte der Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen und sie, wie es die UN-Kinderrechtskonvention von 1992 vorsieht, gesetzlich zu verankern.
Um diesem Vorhaben Ausdruck zu verleihen, gibt es bereits in einigen Städten einen Platz der Kinderrechte. Und so einen wollen wir nun auch in Buchholz einrichten. Denn selbst, wenn die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen worden sind, wird es nötig sein, immer wieder an deren Einhaltung zu erinnern.
Aus Anlass unseres 30-jährigen Jubiläums wollen wir die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen im Jugendzentrum Buchholz sowie mit Unterstützung von zwei Künstlerinnen aus dem Landkreis einen Platz der Kinderrechte entwerfen und verwirklichen. Wir hoffen, dass wir diesen Plan trotz der Corona-Pandemie noch in diesem Jahr umsetzen können. Der Jugendrat der Stadt Buchholz und auch der Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse haben ihre Unterstützung bereits zugesagt."

Das Ehrenamt ist wichtig!
Ohne Ehrenamt kann ein Netzwerk in Deutschland nicht funktionieren. Ehrenamtliche Tätigkeiten spielen in vielen Bereichen des öffentlichen und sozialen Lebens eine wichtige Rolle. So manches würde extrem im Argen liegen oder gar nicht möglich sein ohne ehrenamtliches Engagement der zahlreichen Frauen und Männer. Das erfolgreiche Arbeiten jedes Vereins ist undenkbar ohne einen ehrenamtlich arbeitenden Vorstand. Das trifft sowohl für Sportvereine als auch soziale Institutionen zu - so auch für den Kinderschutzbund. Neben dem Vorstand sind weitere ehrenamtliche Mitarbeiter erforderlich, um die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen. WOCHENBLATT-PR-Redaktionsleiter Axel-Holger Haase sprach mit Wilma Kupfer, die ehrenamtlich für den Kinderschutzbund in Buchholz tätig ist.
WOCHENBLATT: Wie kamen Sie zu Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit?
Wilma Kupfer: Im Dezember 2015 erfuhr ich von einer Freundin vom Kinderschutzbund-Kreisverband Landkreis Harburg. Es fehlten fleißige Hände für die Weihnachtspäckchen-Aktion in der Buchholz Galerie. Diese wird vom örtlichen Kinderschutzbund durchgeführt. Ich meldete mich und so kam ich zu meinem ersten Einsatz. Ich stellte dabei fest, dass viele nette Ehrenamtliche diese Aktion unterstützten.
WOCHENBLATT: Wie ging es dann weiter?
Wilma Kupfer: Ich wurde danach auf meine Bereitschaft für weitere ehrenamtliche Tätigkeiten angesprochen. Ich fand Gefallen an der Ehrenamtstätigkeit. Der Kinderschutzbund mit seinen wichtigen Aufgaben im Landkreis Harburg ist eine Organisation, bei der ich Gutes für die Gemeinschaft leisten kann. Zunächst übernahm ich das Catering bei Veranstaltungen, die in den Räumen des DKSB stattfanden. Später widmete ich mich der Anzeigenwerbung für eine Broschüre. Daraus entwickelte sich die Tätigkeit des Sponsorings. Es folgte die Mithilfe bei der Organisation des Kinderfestes zum Weltkindertag sowie zu weiteren Geschenkpäckchen-Aktionen.
WOCHENBLATT: Was zählt zu Ihren Aufgaben?
Wilma Kupfer: Seit drei Jahren betreue ich die in den verschiedenen Geschäften, Autohäusern und Apotheken platzierten Spendenboxen. Dazu gehört die regelmäßige Leerung der Boxen sowie die Akquise weiterer Standorte. Unser Dank gilt den teilnehmenden Firmen für ihre Bereitschaft zur Platzierung einer Box sowie den Kunden für ihre Spenden. Diverse Projekte und Anschaffungen könnten ohne diese Spender nicht realisiert werden.
WOCHENBLATT: An wen wendet sich jemand, der eine Spendenbox aufstellen oder eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben werden möchte?
Wilma Kupfer: Am besten per Mail an info@dksb-lkharburg.de oder unter Telefon 04181-2327280.
WOCHENBLATT: Welche Tätigkeit ist momentan aktuell?
Wilma Kupfer: Seit sechs Monaten unterstütze ich den Vorstand bei den Vorbereitungen zu unserem Jubiläum. Ein Dank geht an die Firmen und Privatpersonen, die uns mit Geld- und Sachspenden unterstützt haben. Insbesondere kümmere ich mich darum, für unsere Projekte Fördermittel und Bezuschussungen zu erhalten.
WOCHENBLATT: Frau Kupfer, wir danken für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg.

Den Schutz der Kinder stets im Blick haben - Die Pandemie hat die Lebensbedingungen stark verändert
"Das Jahr 2020 wird als ein besonderes in die Geschichte eingehen", so begann der Jahresbericht des Kinderschutzbundes (DKSB). "Die Corona-Pandemie hat alle Lebensbedingungen verändert und fordert vor allem den Familien mit Kindern und Jugendlichen unendlich viel ab", erklärt Dr. Anne Buhr vom Vorstand des Vereins. "Den Blick auf diese Herausforderungen hatten die Verantwortlichen in der Politik lange nicht, doch inzwischen wird erkannt, was die Schließung von Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen und Sportvereinen bedeuten kann: Viele Kinder sind durch die Kontaktbeschränkungen aus dem Blickfeld geraten. Wir als Kinderschutzbund haben gemäß unserer Satzung den besonderen Schutz der Kinder und Jugendlichen im Blick."
Deshalb hat der Kinderschutzbund es sich zur Aufgabe gemacht, digitale Beratungen für Eltern und Fachkräfte Themenschwerpunkten mit zum Beispiel "Umgang mit den neuen Medien", "Resilienz" oder "Pubertät" anzubieten. "Das hört sich sehr einfach an, erfordert aber neben der Beschaffung von technischen Geräten neue didaktisch-methodische Überlegungen. Der Austausch mit unseren Netzwerkpartnern steht deshalb im Mittelpunkt dieser neuen Aufgabe. Besonders erfreulich ist dabei die Erfahrung, dass die Ratsuchenden sich einlassen und gerne teilnehmen", beschreibt Dr. Anne Buhr.
Der Kinderschutzbund ist mit seinem Standort in Buchholz eine Fachberatungsstelle bei sexueller Gewalt an Kindern. "Die Befürchtungen, dass es auch durch die Bedingungen in der Pandemie zu einer erhöhten Gefährdungssituation für Kinder kommt, sind nicht von der Hand zu weisen. Unsere Fachkräfte bieten Präventions- und Fortbildungsprojekte in Kita und Grundschule an, sind aber auch Ansprechpartner für persönliche Beratung", erläutert Dr. Anne Buhr. Wichtig sei den Mitarbeitern der niederschwellige Zugang. Auch für Menschen, die sich Sorgen machen, die etwas beobachtet haben oder die einen Rat und eine Einschätzung brauchen.
"Die Corona-Krise hat verdeutlicht, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen nicht den Stellenwert in der Gesellschaft haben, der angemessen und nötig wäre. Deshalb unterstützen wir die Forderung, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern", sagt Helga Kruse-Moosmayer.

"Das Praktikum war mir sehr nützlich"
Junge Menschen haben die Möglichkeit, ein Praktikum beim Kinderschutzbund (DKSB) zu absolvieren. Diese Chance nutzte Maj-Britt Thielen (23). Sie berichtet: "Von Februar 2020 bis Januar 2021 absolvierte ich das studienbegleitende Jahrespraktikum. Aufgrund der Teilnahme an den Fachkräftefortbildungen des DKSB und der Begleitung zu den Theaterstücken aus den Projekten 'Schmusebär und Kratzekatze' und 'Sascha, bis hier und nicht weiter' habe ich viele Erfahrungen in Bezug auf das Thema Prävention sexueller Gewalt gemacht."
Ferner erzählt Maj-Britt Thielen: "Durch die Einschränkungen der Kontakte im Zuge der Corona-Maßnahmen konnte ich hautnah miterleben, wie der Verein seine Beratungsangebote digitalisiert und weiterentwickelt hat. Während meines Praktikums wurde ich von allen Mitarbeitern tatkräftig bei der Gestaltung und Planung meiner beruflichen Zukunft unterstützt."
• Wer beabsichtigt, ein Praktikum beim Kinderschutzbund Kreisverband Landkreis Harburg zu absolvieren, kann sich bei der Beratungs- und Koordinationsstelle in Buchholz melden und ein Informationsgespräch vereinbaren.
Tel. 04181-380636, E-Mail: kinderschutzbund@dksb-lkharburg.de

Wer sich über die Arbeit des Kinderschutzbundes informieren möchte, kann dazu den Informationsstand auf dem Buchholzer Wochenmarkt an den Samstagen 17. April, 8. Mai und 12. Juni nutzen. Das Team steht für Gespräche an diesen Tagen zur Verfügung. Auch Info-Material ist erhältlich.

Der Kinderschutzbund Kreisverband Landkreis Harburg e.V. Beratungsstelle und  Koordinationsstelle
Neue Straße 13
21244 Buchholz
Tel. 04181-380636
Fax: 04181-380639
Mail: info@dksb-lkharburg.de
www.dksb-lkharburg.de
Spendenkonto:
Sparkasse
Harburg-Buxtehude
BIC: NOLADE 21 HAM
IBAN: DE76 2075 0000 0006 0012 75

Autor:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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