Mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr

Diskutierten zum Thema E-Scooter (v. li.) Peter Aldag (Seniorenbeirat), Moderator Michael Wiese, Christopher Neumann (Polizei), Moderatorin Grit Weiland, Dirk Poppinga (Polizei), Evelin Jagel, Joris Vietheer (beide Jugendrat) und Waltraut Seegers (Seniorenbeirat) | Foto: Stadt Buchholz
2Bilder
  • Diskutierten zum Thema E-Scooter (v. li.) Peter Aldag (Seniorenbeirat), Moderator Michael Wiese, Christopher Neumann (Polizei), Moderatorin Grit Weiland, Dirk Poppinga (Polizei), Evelin Jagel, Joris Vietheer (beide Jugendrat) und Waltraut Seegers (Seniorenbeirat)
  • Foto: Stadt Buchholz
  • hochgeladen von Stefanie Hansen

Wie kann es gelingen, dass E-Scooter-Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer zu einem besseren Miteinander kommen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Rücksicht statt Full Speed“, zu der das Klimaforum Buchholz jüngst im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche eingeladen hatte. Den Impulsvortrag hielt Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg. Es schloss sich eine Diskussion mit Evelin Jagel und Joris Vietheer vom Jugendrat Buchholz, Waltraut Seegers und Peter Aldag vom Seniorenbeirat sowie Dirk Poppinga und Christopher Neumann von der Polizei an. Die Moderation der Veranstaltung übernahmen Grit Weiland und Michael Wiese vom Klimateam Mobilität des Klimaforums. „Wir wollen mit der heutigen Veranstaltung Verständnis für den jeweils anderen schaffen. Niemand sitzt hier auf der Anklagebank“, betonte Grit Weiland.

Mit Hilfe eines Videos von Martin Schwanitz (Polizei Lüneburg) sowie Informationen von Dirk Poppinga erfuhren die etwa 30 Gäste in der Buchholzer Rathauskantine, welche Regelungen für die Nutzung von E-Scootern gelten. So müssen die Nutzer mindestens 14 Jahre alt sein, zu zweit ist das Fahren nicht erlaubt, ebenso wenig wie das Fahren in Fußgängerzonen. Es gilt eine strikte Null-Promille-Regelung für Nutzer unter 21 Jahren und Führerschein-Neulingen in der Probezeit. Schon ab einem Alkoholwert von 0,3 Promille kann bei entsprechenden Ausfallerscheinungen das Fahren als Straftat gewertet werden.

Vor allem die technische Manipulation sei ein immer größer werdendes Problem, betonte Dirk Poppinga: „Durch das Frisieren werden die E-Scooter zu fliegenden Geschossen.“ Es sei nur eine Frage der Zeit, wann man im Landkreis Harburg den ersten toten E-Scooter-Fahrer zu beklagen hat. Poppinga sprach sich für höherer Bußgelder bei Verstößen aus. „Wenn es im Portemonnaie weh tut, reagiert der Deutsche. Vorher meistens nicht“, sagte er. Zudem forderte er die Nutzer auf, einen Helm zu tragen, auch wenn es bislang noch keine Helmpflicht gebe: „Auf jeden klar denkenden Kopf gehört ein Helm!“

Peter Aldag, Vorsitzender des Seniorenbeirats, berichtete von zahlreichen Beschwerden von Seniorinnen und Senioren zu Beinaheunfällen mit E-Scooter-Fahrern. Wahrscheinlich unterschätzten vor allem junge Fahrer, welchen Schreck die leisen Fahrzeuge verursachen, ergänzte Waltraut Seegers. Aldag erklärte, dass der Seniorenbeirat einen Antrag gestellt habe, Verbotszeichen zum Befahren der Fußgängerzone anzubringen. Eine behördliche Anweisung sei nicht möglich, weil es in der Straßenverkehrsordnung bislang kein entsprechendes Schild gebe, entgegnete Poppinga. Zudem bringe ein Verbot nichts, wenn es keine entsprechenden Kapazitäten bei der Polizei zur Kontrolle gebe. Stattdessen plädierte er für den Ausbau der Prävention.

Dem schloss sich Evelin Jagel vom Jugendrat an. „Wir sind für verpflichtende Kurse mit zeitgemäßer Prävention“, sagte sie. Dabei sei es wichtig, dass die Prävention mehr als bisher auch von Jugendlichen durchgeführt werde. Ein Vorschlag, der bei allen Gästen hervorragend ankam. Von Fahrverboten hält der Jugendrat nichts. Evelin Jagel: „E-Scooter sind eine wichtige Stütze für die Mobilität von Jugendlichen!“

Die Veranstaltung war der Höhepunkt der diesjährigen Europäischen Mobilitätswoche in Buchholz. Auch die anderen Aktionen wie der PARK(ing) Day des Vereins Buchholz fährt Rad, die Bus-Rallye der Stadtwerke, die Tempo-30-Aktion vor drei Grundschulen in Kooperation mit der Verkehrswacht, sechs Straßenfeste oder die Radtour auf der Bequem-und-sicher-Route mit Stadtbaurat Manuel Reichel und dem Radverkehrsbeauftragten Maximilian David Müller kamen sehr gut an.

Bei der Veranstaltung „Mobilität für die Zukunft“ stellten Karin Sager (Verein autofrei leben e.V.), Beate Trützschler (Schulexpress der Mühlenschule Holm-Seppensen) sowie Andreas Neises und Arndt von Diepenbroick („Radservice für alle – bike to school wie cool“ der Johann-Peter-Eckermann-Realschule Winsen) Projekte vor, die die Mobilität abseits des Kfz-Verkehrs stärken.

Diskutierten zum Thema E-Scooter (v. li.) Peter Aldag (Seniorenbeirat), Moderator Michael Wiese, Christopher Neumann (Polizei), Moderatorin Grit Weiland, Dirk Poppinga (Polizei), Evelin Jagel, Joris Vietheer (beide Jugendrat) und Waltraut Seegers (Seniorenbeirat) | Foto: Stadt Buchholz
Foto: Stadt Buchholz
Redakteur:

Stefanie Hansen aus Buchholz

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

15 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ