Reaktion auf Kritik an Bezahlung in Krankenhäusern Winsen und Buchholz
Pfleger bekommen mehr Geld als beschrieben

"Die genannte Wirklichkeit gibt es nicht": (v. li.) Pfleger Manuel Stroetenga, Pflegedienstleiterin Heike Landig, Betriebsratschef Markus Beecken, Pflegerin Kerstin Laß und Betriebsrat Thomas Beck
  • "Die genannte Wirklichkeit gibt es nicht": (v. li.) Pfleger Manuel Stroetenga, Pflegedienstleiterin Heike Landig, Betriebsratschef Markus Beecken, Pflegerin Kerstin Laß und Betriebsrat Thomas Beck
  • hochgeladen von Oliver Sander

os. Buchholz. Der WOCHENBLATT-Artikel "Es geht doch nur ums Geld", in dem die Mitglieder des "Pflegebündnis Heide-Rebellen Buchholz-Winsen", Andree Werder und Mandy Simon, im Anschluss an den Besuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Winsen kritisiert hatten, dass es im deutschen Gesundheitssystem lediglich ums Geld machen, nicht aber um den Patienten gehe, hat für viel Wirbel gesorgt. Dem Betriebsrat, Pflegern und der Pflegedienstleitung der Krankenhäuser Winsen und Buchholz ist es ein Bedürfnis, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.
Es sei unstreitig, dass es deutschlandweit einen eklatanten Mangel an Pflegekräften gibt, erklärt Markus Beecken, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Krankenhäuser Winsen und Buchholz. "Wir möchten aber sagen, dass es 'die Wirklichkeit', wie von Frau Simon und Herrn Werder beschrieben, so nicht gibt."
So würden examinierte Pflegekräfte deutlich mehr verdienen als die genannten 15 Euro pro Stunde brutto. Die Mitarbeiter in Winsen und Buchholz würden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt, betont Thomas Beck, Betriebsrat am Krankenhaus Winsen. Ein examinierter Berufsanfänger erhalte 3.000 Euro brutto pro Monat, nach einigen Jahren auf einer Intensivwachstation steige dieser Betrag schon auf 3.850 Euro. In Leitungspositionen der Pflege seien Verdienste von 5.000 Euro pro Monat durchaus üblich. Ein Pflegehelfer mit einer ein- bzw. zweijährigen Ausbildung verdiene 17,80 Euro brutto pro Stunde und damit deutlich mehr als die von Mandy Simon genannten elf Euro pro Stunde. Zudem müsse man zwingend zwischen privater Altenpflege und der Pflege in Krankenhäusern unterscheiden, betont Beecken.
Für die genannten Intensivwachstationen würden die Personaluntergrenzen stets beachtet, betonen Beecken und Heike Landig, eine von vier Pflegedienstleiterinnen an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen. Darauf achte man schon deshalb besonders, weil dadurch die Krankenhäuser die erbrachten Leistungen überhaupt abrechnen können. Landig verweist auf einen sogenannten Pflegepool, durch den in den Einrichtungen personelle Engpässe abgefedert werden. In diesem Pool sind z. B. Mütter, die bei den Pflegedienstleitungen angeben können, zu welchen Tageszeiten sie arbeiten können. Je nach Bedarf in den Stationen würden die Arbeitszeiten der Poolmitarbeiter koordiniert. "Ich gebe den Mitarbeitern dann den Arbeitsort vor", erklärt Heike Landig.
Betriebsratschef Beecken weist zudem auf die Aufstockung der Mitarbeiterzahl hin. Arbeiteten im Juni 2019 noch 612 Personen im Pflegebereich, waren es im Juni dieses Jahres bereits 668. Zudem gebe es in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen, anders als in vergleichbaren Einrichtungen in der Region, großzügige Prämienregelungen, z. B. im Zusammenhang mit Pflege während der Corona-Pandemie oder wenn Mitarbeiter für erkrankte Kollegen einspringen.
In einigen Bereichen gebe es durchaus Nachholbedarf, betonen Beecken, Landig und Beck. So sei der Organisationsgrad von Pflegern sehr niedrig, betont Beck. Er ruft Pfleger dazu auf, z. B. einer Gewerkschaft oder der Pflegekammer beizutreten. Zudem erhoffen sich die Beteiligten, dass die Dokumentation der geleisteten Arbeit vereinfacht wird. "Es wäre schön, wenn man die Dokumentation über Tablets machen könnte. Das würde viel Zeit sparen", erklärt Heike Landig.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

Panorama
Fieberambulanzen könnte eine Anlaufstelle für Grippe- und Corona-Verdachtsfälle sein

Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn
Fieberambulanzen gegen Corona und Grippe

(tk). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlug angesichts der beginnenden Grippewelle und der weiter bestehenden Gefahr einer Ausbreitung von Corona vor, dass es Fieberambulanzen geben sollte. In diesen Praxen werden vor allem diejenigen behandelt, die mit klassischen Atemwegserkrankungen zum Arzt wollen und wo noch unklar ist, ob es eine Erkältung, ein fieberhafter Infekt oder doch das neuartige COVID-19-Virus ist. Fieberambulanzen sollen nach Spahns Meinung dabei helfen, dass...

Politik
Oliver Grundmann (2.v.re.) erhielt deutlich mehr Stimmen als Katharina Merklein (re.)

Stader setzt sich deutlich gegen Kontrahentin durch
Oliver Grundmann als CDU-Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 nominiert

jd. Stade. Oliver Grundmann wird im kommenden Jahr erneut Direktkandidat der CDU für die Bundestagswahl sein. Am Donnerstagabend wurde der Jurist aus Stade mit großer Mehrheit für die im Herbst stattfindende Wahl nominiert. Grundmann tritt damit nach 2013 und 2017 zum dritten Mal im Wahlkreis Stade I / Rotenburg II an. Auf der Nominierungsversammlung im Stadeum setzte sich Grundmann mit 174 zu 55 Stimmen gegen seine Gegenkandidatin Katharina Merklein aus Zeven durch. Auf Grundmann entfielen...

Panorama
Vorläufiges Konzept: Ähnlich wie in diesem Entwurf stellt sich die "Calluna-Bike"-Gemeinschaft der Zweirad-Freunde die Mountainbike-Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden rund um den Paaschberg vor
3 Bilder

Initiative hat spektakuläre Pläne
Mekka für Mountainbiker in Salzhausen?

ce. Salzhausen. Mit dem "Projekt Bergrettung" befassen sich derzeit die Kommunalpolitiker in Salzhausen. Was zunächst irreführend klingt wie eine Kooperation zwischen Salzhäusern und Schweizern bei einer Hilfsaktion in den Alpen, ist tatsächlich ein spektakuläres Vorhaben in hiesigen Gefilden: Mehrere Fahrradfreunde haben sich zusammengeschlossen, um den Salzhäuser Paaschberg als "Ort der Freizeitgestaltung und Lernort" zu einem Besuchermagneten zu machen. Auf dem von einem Wald dicht...

Panorama
"Hier sind alle sehr wachsam": (v. li.) Dr. Werner Raut (Chefarzt Medizinische Klinik), Astrid Schwemin (leitende Amtsärztin Landkreis Harburg) und Norbert Böttcher (Geschäftsführer Krankenhäuser Buchholz und Winsen)

Zwei Ärzte und zwei Pflegekräfte betroffen / Gesundheitsamt und Geschäftsführung beruhigen
Vier Corona-Fälle im Krankenhaus Buchholz

os. Buchholz. Im Buchholzer Krankenhaus sind vier Corona-Fälle aufgetreten. Betroffen seien zwei Ärzte und zwei Pflegepersonen, erklärten Astrid Schwemin, leitende Amtsärztin des Landkreises Harburg, und Dr. Werner Raut, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Krankenhaus Buchholz, im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Man habe die "klassischen Maßnahmen" ergriffen, erklärt Schwemin. Die Betroffenen wurden in Quarantäne geschickt, und zwar für zunächst zehn Tage, wie es bei unkomplizierten Verläufen...

Blaulicht
Die Zahl der Autodiebstähle steigt im Landkreis Harburg rasant an. Der Schaden liegt innerhalb weniger Wochen bei mehr als 750.000 Euro (Szene gestellt)   Foto: polizei-beratung.de
2 Bilder

750.000 Euro Schaden in drei Monaten
Landkreis Harburg: Eine Hochburg für Autodiebe

thl. Winsen. Die Zahl der Autodiebstähle im Landkreis Harburg nimmt immer weiter zu - und stellt die Ermittler der Polizei vor nahezu unlösbare Aufgaben. Denn die Täter hinterlassen so gut wie keine Spuren. "Im August wurden im Landkreis Harburg drei Komplettentwendungen von Pkw angezeigt, im September waren es bis heute vier", bestätigt Polizeisprecher Jan Krüger auf Nachfrage. "In insgesamt vier weiteren Fällen blieb es beim Versuch, entsprechende Spuren waren an betroffenen Fahrzeugen zu...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen