Ratten in der Innenstadt - werden sie angelockt?
- Tauben und Ratten erfreuen sich an ihrem Büfett, das ihnen morgens nahe des Buchholzer Standesamtes geliefert wird
- Foto: Meister
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„Wir geben derzeit 900 Euro jährlich allein für ein Objekt für die Schädlingsbekämpfung aus. Dieser Betrag wird sich jetzt nochmal erhöhen, da der beauftrage Schädlingsbekämpfer uns mitgeteilt hat, dass aufgrund der Rattenplage die Kontrolle und Beköderung der Köderboxen von vierteljährig auf monatlich umgestellt werden muss.“, erklärt Daniel Meister dem WOCHENBLATT gegenüber. Schädlingsbekämpfung bedeutet in diesem Fall konkret: Rattenbekämpfung. „Und auf der anderen Seite füttert der Taubenverein die Tauben und lockt damit die Ratten wieder an. Ich bin selbst Geflügelhalter und habe nichts gegen die Fütterung der Tauben, dies muss aber so erfolgen, dass die Ratten nicht mitgefüttert werden!“
Der Buchholzer Diplom-Ingenieur ist sauer, aber auch ein wenig hilflos. Er verwaltet einen Gebäudekomplex, der sich im Familienbesitz befindet. In diesem Rahmen sorgt er natürlich auch für die Schädlingsbekämpfung. Dem Ordnungsamt musste er bereits darüber Nachweise erbringen. Doch während er auf der einen Straßenseite gegen die Ratten kämpft, bekommen sie auf der anderen Straßenseite unter den Eichen im Bereich des Verteilergebäudes morgens ein reichhaltiges Büfett, an dem sie sich gemeinsam mit den Tauben genüsslich bedienen. Im Bereich Adolfstraße/Lindenstraße füttert der Taubenverein morgens die Tauben, indem das Futter einfach auf den dortigen Rasen geworfen wird. Dass dies auch Ratten anlockt, verwundert nicht.
Schon häufig hat Daniel Meister diesbezüglich Kontakt zum Ordnungsamt aufgenommen. Doch von dort hieß es immer, es werde geprüft, ob ein Rattenbefall vorliege und dann ggf. Maßnahmen ergriffen. Die Gelben Säcke wurden oft als Hauptursache der Befürworter der Taubenfütterung genannt, diese gibt es nun nicht mehr, die Ratten aber schon.
Auf Nachfrage des WOCHENBLATTES erklärte die Stadt Buchholz, dass sie im Rahmen ihrer Zuständigkeit regelmäßig Maßnahmen zur Rattenbekämpfung durchführe. Sie räumte aber ein, nun mögliche Veränderungen beziehungsweise Verbesserungen bei der Fütterung prüfen zu wollen. Hierzu werde die Stadt unter anderem das Gespräch mit dem Taubenverein suchen.
Aber nicht nur in diesem Bereich der Innenstadt kämpfen die Bewohner gegen Ratten, auch im Kochweg sei die Rattenplage enorm: Teilweise ist der Boden unter den Hecken regelrecht durchlöchert, so ist es auf Fotos zu sehen, die dem WOCHENBLATT zur Verfügung gestellt wurden. Am hellichten Tage laufen die Tiere zu Dutzenden über die Freiflächen. Anwohner berichteten dem WOCHENBLATT gegenüber, dass sie ihren Müll überhaupt nicht mehr in den großen Tonnen der Anlage entsorgen mögen, da die Ratten dort den Bewohnern regelrecht über die Füße laufen würden - entsprechende Videos liegen dem WOCHENBLATT vor. Auch hier erklärten Hausverwaltung und Stadt, alles Notwendige zu tun.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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