Schildbürger im Buchholzer Rathaus

Drei Masten und fünf Schilder im Nirgendwo zwischen Sprötze und dem Brunsberg.
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Oder wie aus einem sinnvoll platzierten Verkehrszeichen sechs unsinnige werden

rs. Buchholz. Detlef Siewert (48) fragt: "Wer muss solchen Unsinn eigentlich bezahlen?" Und gibt sich gleich selbst die Antwort: "Natürlich wir Steuerzahler." Der Leiter des Jugendferienheims Sprötze spielt auf einen Schildbürgerstreich an, den die Buchholzer Stadtverwaltung jüngst am Brunsbergweg in Sprötze ausgeheckt hat.

Mitten auf der 1,5 Km langen Strecke zwischen dem Ort und dem Ferienheim sind wie aus dem Nichts irgendwo in der Pampa drei neue Masten aufgetaucht, daran befestigt fünf Schilder: Ein Ortsschild "Sprötze/Ortsende, ein Schild Tempo-30-Zone/ Ende und ein Schild Tempo 30 (schlechte Wegstrecke). Ein solches Schild, ebenfalls neu, steht noch einmal direkt an der Ausfahrt des Jugendferienheims.

Bisher, so Siewert, sei man mit einem einzigen Tempo-30-Zone Schild gut ausgekommen. Das habe direkt vor seiner Ausfahrt gestanden, dort wo jetzt das Temp-30-Schild mit der Ergänzung "Schlechte Wegstrecke" steht. Auch das ist für den langjährigen Leiter des Ferienheims ein echter Witz. Denn: "Noch nie war der Weg so gut, wie er gegenwärtig ist."
Überhaupt ist der schmale, geschotterte Brunsbergweg mit dem Schild "Verboten für Fahrzeuge aller Art" und dem Zusatz "Anlieger frei" gekennzeichnet. Hier fahren nur die wenigen Anwohner, dazu - verbotenerweise - ein paar Ausflügler, die am Brunsberg spazieren gehen wollen, und die Gäste des Ferienheims. Und die, so Detlef Siewert, werden ausdrücklich darauf hingewiesen, langsam zu fahren. Wobei im klar ist: "Ein paar Spinner gibt es immer."

Aus der Stadtverwaltung heißt es, mit der Aktion sei man Bürgerbeschwerden nachgekommen. Und: Eine Tempo-30-Zone müsse im Bereich der geschlossenen Bebauung anfangen und enden. Weil aber Tempo 30 auf dem restlichen Wegstück sinnvoll sei, habe man die weiteren Schilder ausgestellt.

Für Detlef Siewert alles keine nachvollziebaren Gründe: Ein guter Beamter müsse Gesetze nicht nur nach dem Buchstaben, sondern vor allem nach dem Sinn anwenden. Und Sinn, da ist Siewert überzeugt, macht der neue Schilderwald nicht. Eher ist es ein echter Schildbürgerstreich, der mal so eben 1.000 Euro gekostet hat.

Autor:

Reinhard Schrader aus Buchholz

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