Hallenzeiten in Buchholz zusammengestrichen
Sportvereine warnen vor großer Zahl an Nichtschwimmern

Können die Schwimmausbildung nicht mehr wie bisher durchführen: Wiebke Rampmeier (li.) und Stefanie Bertram
  • Können die Schwimmausbildung nicht mehr wie bisher durchführen: Wiebke Rampmeier (li.) und Stefanie Bertram
  • hochgeladen von Oliver Sander

os. Buchholz. Die Schwimmabteilungen der beiden mitgliederstärksten Sportvereine, TSV Buchholz 08 und Blau-Weiss (BW) Buchholz, sind auf die Verantwortlichen des Schwimmbades derzeit nicht gut zu sprechen. Zum einen fehlen ihnen die Trainingszeiten für die Wettkampfschwimmer, weil das Freibad in dieser Saison geschlossen bleibt (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach), zum anderen wurden ihnen die Zeiten für die Hallenbadsaison, die am 1. August beginnen soll, stark zusammengestrichen. Das hat Auswirkungen auf die Schwimmausbildung. Die Zuständigen der Vereine, Wiebke Rampmeier (TSV 08) und Stefanie Bertram (BW), warnen vor weitreichenden Folgen: "Wir produzieren einen Jahrgang von Nichtschwimmern! Das können wir nicht aufholen."
Mehreren hundert Kindern bringen die beiden Sportvereine sowie die DLRG Buchholz und das Schwimmbad selbst pro Jahr das Schwimmen bei. In diesem Jahr schauen nach Berechnungen von Rampmeier und Bertram rund 250 Kinder und deren Eltern in die Röhre. Grund: Den Vereinen stehen im Hallenbad deutlich weniger Zeiten als bisher zur Verfügung - samstags z. B. nur noch eine Stunde anstatt bisher vier Stunden. Folge: Die Kurse für Nichtschwimmer könnten nicht mehr in dem Maße wie bisher stattfinden. "Wir haben schon vor geraumer Zeit unsere Warteliste ausgesetzt", berichtet Wiebke Rampmeier. Eltern müssten vertröstet werden. Derzeit steht nicht fest, welcher Schwimmkursus wann stattfinden kann - und ob überhaupt.
Betroffen sind auch die weiterführenden Bronzekurse, die ebenfalls ausgedünnt werden müssen. "Gerade die Bronzekurse sind wichtig, weil sich die Kinder erst danach dauerhaft über Wasser halten können", erklären die ehemaligen Leistungsschwimmerinnen.
Für die Vereine hat die Entwicklung bereits Folgen: Beide sind von Austritten betroffen. Bei Blau-Weiss Buchholz haben z. B. rund zehn Prozent der Mitglieder der Schwimmabteilung gekündigt, sodass nur noch 295 Mitglieder übrig sind. "Wenn es so weitergeht, sehe ich für unsere Abteilung schwarz", betont Stefanie Bertram, die auch 2. Vorsitzende des Kreisschwimmverbandes ist. Die Nerven liegen bei vielen offenbar blank: "Die Mitarbeiterinnen in unserer Geschäftsstelle wurden schon mehrfach von Eltern beschimpft. Dabei können sie nichts für die jetzige Situation", berichtet Rampmeier, die 2. Vorsitzende des TSV Buchholz 08.
Rampmeier und Bertram greifen nach einem Strohhalm und hoffen, dass Privatpersonen mit Schwimmbädern oder Hotels aushelfen können. Wer ein Angebot machen kann, meldet sich bei Stefanie Bertram unter Tel. 04181-380280.
Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse quasi als Dienstherr der Stadtwerke, die das Bad Buchholz betreiben, hält die Aufregung "nicht wirklich für relevant". Streit um Hallenzeiten gebe es schon seit vielen Jahren. "Da gibt es ständig Konflikte", sagt er. Mehrfach seien bereits Bedarfe bei den Sportvereinen abgefragt worden, da sei z. B. von 08 kein zusätzlicher Bedarf angemeldet worden. Bei der Verteilung von Hallenzeiten müssten viele Interessen in Einklang gebracht werden. "Andere haben auch ein Anrecht aufs Bad", betont Röhse. Er halte Schwimmen für ein sehr wichtiges Thema, allerdings werde die Situation jetzt überdramatisiert: "Das macht man immer, wenn man seine Forderungen durchsetzen möchte."

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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