Caterer Philbeys: "Eigentlich sind wir auch systemrelevant"
Kein Cent Umsatz wegen Corona

Durchleben schwere Zeiten: 
Jenny und Marko Philbey
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    Jenny und Marko Philbey
  • Foto: Philbeys
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os. Buchholz. Seit dem 16. März sind die Grundschulen und Kitas in Niedersachsen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Seitdem macht die Cateringfirma Philbeys aus Buchholz keinen Cent Umsatz mehr. Grund: Das von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ausgezeichnete Unternehmen hat sich auf die Belieferung von eben diesen Einrichtungen mit gesundem Essen spezialisiert. Inhaberin Jenny Philbey hofft, dass auch die Grundschulen zeitnah wieder den Betrieb aufnehmen. "Wir stellen uns aber darauf ein, dass wir insgesamt sechs Monate durchhalten müssen, ehe der Regelbetrieb wieder läuft", erklärt sie.
Die Firma hat mit den Betreibern von insgesamt 90 Einrichtungen mit insgesamt rd. 4.200 betreuten Kindern südlich der Elbe - die allermeisten im Landkreis Harburg - eine Vereinbarung zur Belieferung mit Essen. Das sind u. a. die Kommunen, aber auch private Träger, das DRK oder die Kirche. 18 Mitarbeiter bereiten normalerweise das Essen zu - alle sind in Kurzarbeit. Auch die zwölf Fahrer des Dienstleisters "Der Süder-elbe Kurier" von Geschäftsführer sind derzeit nicht auf den Straßen unterwegs.
In Kürze beliefert Philbeys wieder einzelne Einrichtungen, die ihre Notbetreuung ausweiten und damit auch auf Essen angewiesen sind. "Damit vergrößern wir unser Minus", rechnet Jenny Philbey vor. Allerdings finde sie es wichtig, dass ihre Kunden unterstützt würden.
Diese Unterstützung erfuhr sie auch. Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse bat die Eltern der Buchholzer Kitas, für Philbeys in der schweren Zeit zu spenden. Tatsächlich kamen so rd. 5.000 Euro zusammen. "Dafür danke ich ganz herzlich, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen gegenüber den Eltern habe, die derzeit bestimmt andere Sorgen haben", sagt Jenny Philbey.
Nachdem sie alle Kosten berechnet hat, will Jenny Philbey jetzt eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro beantragen - ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts von monatlichen Fixkosten im höheren fünfstelligen Eurobereich. Die Familie muss auf Erspartes zurückgreifen und hofft, dass es reicht. Jenny Philbey sagt: "Eigentlich ist unser Unternehmen auch systemrelevant. Wenn wir es nicht schaffen, haben 90 Einrichtungen und 4.200 Kinder ein ernsthaftes Problem."

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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