E-Lastkraftwagen
Mehr Reichweite, mehr Möglichkeiten für Umwelt und Mensch

 Aktuelle Schwerlast-Modelle elektrischer Lkw haben Reichweiten von bis zu 700 Kilometern und laden in rund 50 Minuten fast vollständig auf. Das verändert nicht nur den Stadtverkehr, sondern auch die Lieferketten dahinter | Foto: Volvo Trucks/txn
  • Aktuelle Schwerlast-Modelle elektrischer Lkw haben Reichweiten von bis zu 700 Kilometern und laden in rund 50 Minuten fast vollständig auf. Das verändert nicht nur den Stadtverkehr, sondern auch die Lieferketten dahinter
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Lange galt die Reichweite als Achillesferse elektrischer Lkw. Für die Müllabfuhr in der Stadt reiche eine Batterieladung zwar, hieß es, doch für lange Strecken - etwa von München nach Hamburg - bleibe der Verbrennerantrieb die erste Wahl. Doch diese Einschätzung ist inzwischen überholt: Aktuelle schwere Lkw-Modelle fahren mit einer einzigen Batterieladung mittlerweile bis zu 700 Kilometer. Das Aufladen von 20 auf 80 Prozent dauert über das neue Megawatt-Ladesystem rund 50 Minuten; ein Zeitfenster, das gut mit den gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeitpausen von 45 Minuten nach 4,5 Stunden im Transportwesen zusammenpasst.

Für Anwohner ist das mehr als eine technische Randnotiz. Wer in der Nähe einer Autobahnauffahrt lebt, an einer Bundesstraße oder in der Nachbarschaft eines Verteilerzentrums, kennt den stetigen Lastwagenverkehr und seine Begleiterscheinungen. Bisher prägten vor allem dieselbetriebene Fahrzeuge das Bild - und damit auch Abgase entlang der gesamten Strecke.

Doch mit der heutigen Reichweite elektrischer Lkw kann die gesamte Lieferstrecke komplett elektrisch und sauber erfolgen, vom Hafen ins Hinterland, vom Logistikzentrum bis in die Innenstadt. „Wenn ein elektrischer Lkw heute hunderte von Kilometer ohne Zwischenladen schafft, profitieren nicht nur die Speditionen, sondern alle Menschen entlang der Strecke. Jede Ortsdurchfahrt, jede Autobahnabfahrt in einem Wohngebiet, jede Lieferzone in der Innenstadt wird ein Stück weniger von Abgasen und Lärm belastet“, erklärt Manfred Nelles, Pressesprecher von Volvo Trucks, einem der Vorreiter bei elektrifizierten Lkw.

Voraussetzung ist natürlich die passende Infrastruktur. Mehrere europäische Hersteller arbeiten gemeinsam an dem Aufbau eines Netzes von rund 1.700 öffentlichen Ladestationen an Autobahnen und Logistikzentren, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Auch Bundesfernstraßen sind für emissionsfreie Lkw inzwischen mautbefreit, was die Wirtschaftlichkeit zusätzlich verbessert und den Umstieg beschleunigt.

Aus der einstigen Lösung für kurze innerstädtische Wege ist eine geworden, die komplette Lieferketten elektrifiziert.

Redakteur:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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