Keine Rückkehr auf den Buchholzer Wochenmarkt
Monika Schücking: Leiser Abschied der "Gustolina"

Eigentlich wollte sich Monika Schücking auf dem Wochenmarkt mit leckerem Kaffee von ihren Kunden verabschieden. Es kommt anders
  • Eigentlich wollte sich Monika Schücking auf dem Wochenmarkt mit leckerem Kaffee von ihren Kunden verabschieden. Es kommt anders
  • hochgeladen von Oliver Sander

os. Buchholz. Sie war ein Anlaufpunkt auf dem Buchholzer Wochenmarkt und auf verschiedenen Veranstaltungen in der Region. Bei ihr wurden Neuigkeiten ausgetauscht und getratscht. Das Kaffeemobil "Gustolina" von Monika Schücking (67) war eine Institution. Jetzt steht fest: Das markante Dreirad aus italienischer Produktion bleibt in der Garage stehen. Es ist ein leiser Abschied, den sich die Kleinunternehmerin ganz anders vorgestellt hat. "Es fällt mir schwer, durch die Buchholzer Innenstadt zu gehen und meine Geschichte immer wieder zu erzählen", berichtet Monika Schücking.
Im Jahr 2005 gründete sie ihre kleines Unternehmen, stand seitdem regelmäßig bei Wind und Wetter mittwochs und samstags auf dem Wochenmarkt, unterstützt von ihrem Mann Jochen. "Wir sind dankbar, wie toll wir von den Menschen angenommen worden sind", erklärt Monika Schücking. Dafür lohnten sich die Mühen, morgens um 4.45 Uhr aufzustehen, ab 6.30 Uhr das Kaffeemobil vorzubereiten und ab 7.15 Uhr bis zum Marktende Kaffeespezialitäten, Holunderpunsch oder selbstgebackenen Kuchen zu verkaufen. Mit der notwendigen Nacharbeit zu Hause kam schnell ein Zwölf-Stunden-Tag zustande - die Dankbarkeit der Besucher und der gute Kontakt zu ihnen ließen das vergessen.
Zusätzlich stellte Monika Schücking ihre "Gustolina" auch bei zahlreichen Veranstaltungen in der Region auf - von Geburtstagsfeiern über Dorffeste und Hochzeiten bis zu Sportveranstaltungen wie dem Radrennen "GP Buchholz". Ein Höhepunkt war die Mitwirkung in der beliebten ARD-Vorabendserie "Großstadtrevier".
Der Plan von Monika Schücking war, ihr Geschäft 15 Jahre lang zu betreiben und dann zu verkaufen. Corona durchkreuzte die Pläne: Im vergangenen Jahr traf der Lockdown die Selbstständige wie viele andere Kleinunternehmer. Die Betreiberin versuchte alles, das Geschäft zu retten, kämpfte sich auch durch die dutzenden Seiten für den Antrag zur Corona-Hilfe (das WOCHENBLATT berichtete). Die "Gustolina" stand letztlich aber in der Garage, weil Treffen auf dem Markt nicht einmal ansatzweise möglich waren. Auch die Lockerungen in den vergangenen Wochen brachten Schücking nicht viel. So hätte sie den Kaffee lange Zeit nicht aus Porzellantassen verkaufen dürfen - so nahm aber der Großteil ihrer Kunden das Getränk zu sich. Letztlich entschied sich Schücking schweren Herzens, nicht mehr zum geliebten Buchholzer Wochenmarkt zurückzukehren. "Ich hätte mich gerne anders verabschiedet, aber es hat nicht sein sollen", sagt sie mit einem weinenden Auge.
Langweilig werde es ihr in Zukunft nicht, da ist sich Monika Schücking sicher. Zum einen will sie sich ehrenamtlich engagieren, zum anderen wieder mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen. Der lebt in Schleswig-Holstein, ist geistig topfit und 100 Jahre alt.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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