125 Jahre Apothekerkammer Niedersachsen
Stets im Dienste für den Patienten
- Die Apotheken feiern das 125-jährige Bestehen
- Foto: Apothekenkammer
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Die Apothekerkammer Niedersachsen feiert am 8. Mai im Schloss Herrenhausen in Hannover ihr Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen. Zu dem Festakt werden zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft erwartet. Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, sowie Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay werden Grußworte halten.
Selbstverwaltung schafft Qualität und Verlässlichkeit
Der Startschuss für die berufsständische Selbstverwaltung der Apothekerinnen und Apotheker im heutigen Niedersachsen fiel am 2. Februar 1901 durch eine Verordnung Kaiser Wilhelms II. Bereits im November desselben Jahres wurde in Hannover die erste Kammerversammlung der Provinz Hannover gewählt. Seitdem steht die Apothekerkammer für Qualität, Sicherheit und Verlässlichkeit in der Arzneimittelversorgung. Die Apothekerkammer Niedersachsen hat derzeit mehr als 8.500 Mitglieder.
Hoheitliche Aufgaben
Als Körperschaft des öffentlichen Rechts erfüllt die Kammer hoheitliche Aufgaben eigenverantwortlich und unterliegt der staatlichen Rechtsaufsicht durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. Damit sich Patientinnen und Patienten überall auf dieselbe pharmazeutische Sorgfalt verlassen können, setzt sie verbindliche Standards, organisiert die Aus-, Fort- und Weiterbildung, sichert die Qualität der pharmazeutischen Praxis und berät ihre Mitglieder in fachlichen und berufsrechtlichen Fragen. Gleichzeitig vertritt sie den Berufsstand gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
Staatliche Aufgaben
Darüber hinaus nimmt die Apothekerkammer staatliche Aufgaben wahr: Als erste Apothekerkammer in Deutschland übernahm sie 2005 die Apothekenaufsicht. Seither führt sie regelhaft Besichtigungen der Betriebsstätten durch und erteilt Betriebserlaubnisse sowie spezielle Genehmigungen, beispielsweise für die Krankenhausversorgung. Auch das Landesprüfungsamt ist bei der Apothekenaufsicht angesiedelt. Es begleitet Studierende von der Anmeldung zum ersten Staatsexamen über die gesamte Ausbildung hinweg und erteilt die Approbation.
Demokratisch organisiert
Die Selbstverwaltung ist demokratisch organisiert: Die Mitglieder wählen die Kammerversammlung, in der Apothekerinnen und Apotheker ehrenamtlich Verantwortung übernehmen und zentrale Entscheidungen treffen. So schafft die Apothekerkammer Niedersachsen verlässliche Strukturen und sichert die Mitbestimmung des Berufsstands in beruflichen Angelegenheiten. Mit ihren Impulsen trägt sie zur Weiterentwicklung des Berufs bei und ist ein fester Bestandteil der demokratischen Ordnung.
Die Apotheken vor Ort sind systemrelevant
Die 1.622 Apotheken in Niedersachsen sichern die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Die Leistungen der Apotheken gehen jedoch weit über die Abgabe von Arzneimitteln hinaus. Neben Beratung und Betreuung im Rahmen der Therapie, der Herstellung individueller Rezepturen sowie Nacht- und Notdiensten übernehmen sie zunehmend weitere Aufgaben in der Versorgung und Prävention. Speziell fortgebildete Apothekerinnen und Apotheker führen Schutzimpfungen durch. Mit ihren pharmazeutischen Dienstleistungen unterstützen sie Patientinnen und Patienten gezielt im Umgang mit ihren Medikamenten – etwa durch ausführliche Medikationsberatungen oder Schulungen zur richtigen Anwendung von Inhalationsgeräten. Ziel ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit von Therapien im Alltag zu verbessern. Auch die Digitalisierung prägt den Apothekenalltag: Mit dem E-Rezept und der elektronischen Patientenakte (ePA) tragen Apotheken dazu bei, die Versorgung moderner und vernetzt zu gestalten. Einen besonderen Beweis für ihre Zuverlässigkeit und Resilienz haben die Apotheken vor Ort insbesondere während der Coronapandemie erbracht: Neben der jederzeit sicheren, flächendeckenden Versorgung mit Arzneimitteln übernahmen sie kurzfristig zusätzliche Aufgaben – von der Verteilung von Impfstoffen über die Durchführung und Belieferung von Tests bis hin zur Abgabe von Schnelltests, der Verteilung von Schutzmasken und der Herstellung von Desinfektionsmitteln, als Fertigprodukte zeitweise nicht verfügbar waren.
Apotheken sind systemrelevant, weil sie die pharmazeutische Versorgung täglich sicherstellen – verlässlich, wohnortnah und auch dann, wenn das Gesundheitssystem unter Druck steht. Ihre Arbeit verbindet fachliche Kompetenz mit persönlicher Verantwortung und macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung.
Apotheken gestalten die Gesundheitsversorgung der Zukunft
Das Gesundheitssystem der Zukunft wird noch stärker auf Prävention, interprofessionelle Zusammenarbeit und digitale Vernetzung setzen. Apothekerinnen und Apotheker sind bereit, diesen Wandel aktiv mitzugestalten – als kompetente Ansprechpartner, als Begleiter von Therapien und als Stabilitätsfaktor in der Versorgung. Die Apotheke von morgen steht daher vor allem für Vertrauen, Nähe und fachliche Stärke.
Die Apotheke vor Ort ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. Mit dem demografischen Wandel, mehr chronischen Erkrankungen und einem zunehmenden Fachkräftemangel wird der Bedarf an pharmazeutischer Beratung und Versorgung weiter steigen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention:
Durch den Ausbau von Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen wie Impfungen, Screenings und Monitoring können gesundheitliche Risiken frühzeitig erkannt und Krankheiten vermieden werden. Weitergehende Unterstützungs- und Betreuungsangebote tragen dazu bei, die Arzneimitteltherapiesicherheit und -treue sowie die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten zu stärken und schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren.
Damit leisten Apotheken einen wichtigen Beitrag, die Gesundheit der Bevölkerung möglichst lange zu erhalten, Folgekosten zu senken und das Gesundheitssystem insgesamt zu entlasten.
Die Apothekerkammer Niedersachsen vertritt mehr als 8.500 Apothekerinnen und Apotheker. Sie sorgen täglich dafür, dass Patientinnen und Patienten ihre Medikamente sicher anwenden können. Denn: Ohne fachliche Prüfung und Einordnung können gerade bei mehreren Arzneimitteln, bei Selbstmedikation oder chronischen Erkrankungen vermeidbare Risiken entstehen.
Apothekerinnen und Apotheker sind unabhängige Heilberufler mit universitärer Ausbildung und staatlicher Zulassung. Sie behalten den Überblick über alle Medikamente, erkennen mögliche Wechselwirkungen und erklären verständlich, worauf im Alltag zu achten ist. So tragen sie entscheidend dazu bei, dass Arzneimitteltherapien sicher und wirksam bleiben.
Die Apotheke ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Medikamente. Hier wird zusammengeführt, was Patientinnen und Patienten von verschiedenen Ärztinnen und Ärzten oder aus der Selbstmedikation erhalten. Risiken werden frühzeitig erkannt und verständlich erklärt – damit pharmazeutische Behandlungen im Alltag sicher umgesetzt werden können.
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