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Buxtehudes wohl unkonventionellstes Denkmal
Bier, Beton und Baudenkmal

Der Obelisk, den die Ehemaligen als Abschlussstreich vor der Hochschule errichteten, steht nach 46 Jahren noch immer stabil | Foto: pau
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  • Der Obelisk, den die Ehemaligen als Abschlussstreich vor der Hochschule errichteten, steht nach 46 Jahren noch immer stabil
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Wer schon einmal an der schmucken Fassade der Buxtehuder hochschule 21 vorbeigegangen ist, dem wird auf der kleinen Rasenfläche gegenüber der Eingangstür wohl auch der altehrwürdig anmutende Obelisk aufgefallen sein. Ein Denkmal, das ganz selbstverständlich in die mittlerweile 150-jährige Hochschulgeschichte zu passen scheint – so meint man. Doch was genau dahintersteckt, wissen die wenigsten. Tatsächlich ist das Denkmal erst vor 46 Jahren entstanden – als Studentenstreich.

Damals wie heute – der Architektur-Abschlussjahrgang an der Stele. Was vor 46 Jahren als Streich gedacht war, ist heute Buxtehudes wohl unkonventionellstes Denkmal  | Foto: Susanne Krisch, Günter Schramm, Jürgen Schramm, Jens Wilke
  • Damals wie heute – der Architektur-Abschlussjahrgang an der Stele. Was vor 46 Jahren als Streich gedacht war, ist heute Buxtehudes wohl unkonventionellstes Denkmal
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Die Entstehung – mit Modell, Beton und Bier
Wie genau die Idee zustande kam, ist nicht mehr vollständig nachzuvollziehen. Ein Ehemaliger gesteht allerdings, dass Bier bei der Ideenfindung eine entscheidende Rolle gespielt haben soll.

Was jedoch nicht in Vergessenheit geraten ist, ist der aufwendige Ablauf, den die Studenten in die Wege leiteten. Jens Wilke zeichnete damals den ersten Entwurf und baute das Modell, auf dem die Stele basiert. Peter Möller war für die Umsetzung verantwortlich – seinem Vater gehörte eine Baufirma in Apensen. Dort fertigte eine Gruppe von Studenten eigenhändig das mit Stahl durchzogene Original an.

Mit Stahl durchzogen ist die Betonstele, die in Apensen fertiggestellt wurde | Foto: Susanne Krisch, Günter Schramm, Jürgen Schramm, Jens Wilke
  • Mit Stahl durchzogen ist die Betonstele, die in Apensen fertiggestellt wurde
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Von Apensen wurde das schwere Denkmal dann per Trecker nach Buxtehude transportiert. Auf dem Weg wurde die Gruppe von der Polizei gestoppt. Doch als die Beamten von dem Plan erfuhren, sperrten sie kurzerhand die Straße für den Trecker, damit die jungen Absolventen ihre Aktion unbeirrt fortsetzen konnten.

Vom Streich zum festen Bestandteil
Am nächsten Tag stand das massive Denkmal mitsamt Messingtafel, auf der die Namen der Absolventinnen und Absolventen eingraviert waren, und sorgte für Aufsehen unter Studierenden und Professoren. Doch entgegen der Erwartungen der Beteiligten blieb die Stele – bis heute. Hochschulpräsident Ingo Hadrych, der die Ehemaligen bei ihrem Besuch an der Hochschule empfing, berichtet scherzhaft: „Auch als die Rasenfläche, auf der der Obelisk steht, erneuert wurde, wurde er wieder aufgestellt – aus Ehrfurcht.“

Auch heute steht die Stele noch standfest vor der Hochschule | Foto: pau
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Wilke arbeitete später als Hilfsprofessor an der Hochschule, berichtet ein Studienkollege. Als er seine Studentinnen und Studenten fragte, wofür das Denkmal wohl stünde, waren sie überzeugt, es sei über hundert Jahre alt. So selbstverständlich fügt sich die Betonstele ins Gesamtbild ein.

Wiedersehen nach fast einem halben Jahrhundert
Nun trafen sich die Absolventinnen und Absolventen genau dort wieder, wo einst ihr Streich begonnen hatte. Niemand hätte vermutet, dass ihr aufwendiger Geniestreich auch nach 46 Jahren noch immer den Haupteingang ihrer Alma Mater ziert. Sogar der damalige Hochschulprofessor Eduard Stura, der die Gruppe einst unterrichtete, war an diesem besonderen Jubiläumstag mit dabei.

Direkt wurde der Beschluss gefasst, die Messingtafel zu ersetzen – noch hochwertiger als das Original. Und doch sind sich alle einig: Nach fast einem halben Jahrhundert lässt sich sagen, Wertarbeit macht sich bezahlt. Abgesehen von ein paar wenigen Zeichen der Zeit ist das Denkmal immer noch stabil wie eh und je. Das freut auch die Ehemaligen.

Es gibt viel zu erzählen – so manch einer ist von weit her gekommen zum Wiedersehen in Buxtehude | Foto: pau
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Weitere Spuren im Hochschulgedächtnis
Mit Humor und handwerklichem Geschick sorgte dieselbe Studentengruppe auch 1979 für einen weiteren Moment, der in die Hochschulgeschichte eingehen sollte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wollten sie ihr Praxiswissen unter Beweis stellen: Der Volvo ihres Professors für Tragwerkslehre wurde kurzerhand auf dem Parkplatz eingemauert – mit 90 Kalksandsteinen, einer Maurerbütt und reichlich Bier.

Noch am selben Tag wurde die Mauer wieder abgetragen. Doch die Aktion blieb unvergessen. Der Obelisk hingegen ist aus dem Bild der 150 Jahre alten Hochschule nicht mehr wegzudenken. Der Jahrgang berichtet selbst von der Aktion auf www.hs21.de

Redakteur:

Pauline Bellmann aus Buxtehude

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