Buxtehude: Den Opfern ein Mahnmal gesetzt

Die Gästeführerinnen Sonja Kaiser (li.) und Marlies Hauschildt enthüllen das Mahnmal "Hexenprozesse in Buxtehude"
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Hexenprozesse: Getötete Frauen rehabilitiert

ab. Buxtehude. Das Mahnmal am Buxtehuder Rathaus, das der Opfer der Hexenprozesse gedenkt, wurde jetzt feierlich eingeweiht. Während Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt die Namen der Opfer verlas, entzündeten die Gästeführerinnen Sonja Kaiser und Marlies Hauschildt Kerzen.

Deutschlandweit haben bereits mehr als 60 Städte die Rehabilitation ihrer „Hexen“ beschlossen und ihnen Mahnmale errichtet. Der Rat der Hansestadt Buxtehude hatte sich mit dem dunklen und grausamen Kapitel der Stadt auseinandergesetzt und am 8. April 2016 einstimmig beschlossen, die Ehre der 21 zwischen 1540 und 1644 wegen Hexerei und Zauberei angeklagten Frauen wieder herzustellen.

15 von ihnen wurden hingerichtet, 13 durch Verbrennung, angeklagt der Buhlschaft, des Schadenszaubers, des Teufelstanzes. Durch das Mahnmal, gefertigt durch den Bildhauer Michael Jalowczarz, sollen sie sozial-ethisch rehabilitiert werden, sagte Katja Oldenburg-Schmidt im voll besetzten Ratssaal und war überzeugte: „Dieser besondere Tag wird bestimmt einen Eintrag im Geschichtsbuch finden.“

Nicht nur an die damaligen Opfer sollen die drei Bronzetafeln erinnern, die mit ihren Namen versehen wurden, das Mahnmal wirke auch in die Zukunft. „Von Gleichberechtigung sind wir noch weit entfernt“, sagte Oldenburg-Schmidt.

Dass dieses dunkle Kapitel auch Teil der kirchlichen Geschichte sei, brachte Superintendent Dr. Martin Krarup zur Sprache. Selbst Martin Luther habe zu jenen gehört, die Zauberei und Hexerei anprangerten. An den 15 getöteten Frauen sei großes Unrecht geschehen, das auch mit den Hinweis, es seien andere Zeiten gewesen, nicht entschuldigt werden dürfe. „Wo Menschen Opfer von Hetze werden, muss jeder seine Stimme erheben und eingreifen“, so Krarup.

Stadtarchivar Bernd Utermöhlen kam auf den „Hexenhammer“ zu sprechen: Das Buch sei im Mittelalter ein Werkzeug gewesen, das die Verfolgung der der Hexerei und Zauberei bezichtigten Frauen legitimierte. Es habe wohl auch dem damaligen Rat Buxtehudes gedient, der seine umfassenden Machtbefugnisse dazu nutzte, die grausamen Urteile zu verhängen. „Ein Unrecht, das bis heute erschüttert.“

Hexenverbrennung gebe es noch immer, wie ein aktueller Fall in Papua Neuguinea zeige, erinnerte Buxtehudes Gleichstellungsbeauftragte, Gabi Schnackenberg. Mit dem Mahnmal übernehme die Hansestadt Verantwortung für die damaligen Entscheidungen. „Dass nur Frauen angeklagt wurden, zeigt die geschlechtsspezifische Form der Gewalt.“
Gewalt an Frauen habe viele Gesichter und finde am häufigsten in der eigenen Familie statt. Schnackenberg: „Schauen Sie hin, übernehmen Sie Verantwortung.“

• Das Mahnmal und die Feierlichkeiten sind mit 22.500 Euro veranschlagt, von der Stadt wurden 15.000 Euro bereitgestellt, 5.000 Euro von der Kulturförderung Sibylle Bruns-Decker und Michael Bruns und 2.500 Euro von der Sparkasse Harburg-Buxtehude.

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