Datenklau von Politikern und Promis: Viel Aufregung um wenig Skandal

Klemens Kowalski Foto: archiv
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IT-Experte Klemens Kowalski über den Datenklau

tk. Landkreis. Das war der Aufreger zum Jahresanfang: Wochenlang hatte ein Unbekannter Daten von Politikern und ein paar Promis sowie Journalisten im Internet veröffentlicht. BKA und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ermittelten unter Hochdruck. Schließlich kam heraus: Drahtzieher war kein Geheimdienst, und es war auch kein gezielter Hackerangriff aus dem Ausland, sondern ein 20-jähriger Schüler aus Hessen, der noch zu Hause bei seinen Eltern wohnt. "Das ist viel zu heiß gekocht worden", sagt Klemens Kowalski über das mediale Rieseninteresse an dem Fall. Der Buxtehuder Linken-Politiker, dessen Kontaktdaten auch veröffentlicht wurden, weil sie bei einem der Gehackten gespeichert waren, ist Experte und Blogger (https://www.kowabit.de) für Themen rund um IT-Sicherheit. "Allein in einer einzigen Ausgabe der Tageszeitung 'Die Welt' standen sechs Artikel dazu", sagt Kowalski.

Vermutlich habe der Hacker nur bei 50 Personen Zugriff auf persönliche Daten gehabt. Dass es wohl mehr als 1.000 Betroffene gibt, liege dran, dass zum einen auch öffentlich zugängliche Daten veröffentlicht wurden, zum anderen solche durch gehackte Kontaktlisten. "Wer Politik macht, steht ohnehin im Fokus der Öffentlichkeit", meint Klemens Kowalski.
Die, deren Account von dem jungen Mann geknackt wurden, hätten es dem Eindringling mutmaßlich sehr leicht gemacht, so der Fachmann. "Das ist vermutlich der Klassiker. Auf etwas geklickt, was man besser gelassen hätte." Und schon infiziere ein Trojaner den jeweiligen PC. Nach Einschätzung von Klemens Kowalski handelt es sich bei dem Datenbeutezug auch nicht um High-Tech, sondern um "Hacker-Handswerkszeug, das es seit Jahren gibt." Im Darknet könne zudem jeder einen Baukasten zum Programmieren von Trojanern kaufen. 

Grundsätzlich gelte, wer sich auf Online einlasse, gehe Risiken ein, so Klemens Kowalski. Einige der Gehackten hätten vermutlich kaum auf die Sicherheit ihrer privaten PCs und Netzwerke geachtet. Sprich: Der Passwortschutz müsse miserabel gewesen sein. Das habe aber jeder selbst in der Hand. Insgesamt, das stellt der Experte fest, sei es erschreckend, wie einfach manche Nutzer das Eindringen auf ihre privaten Server machen. "In Zukunft besser aufpassen", rät Klemens Kowalski.

Autor:

Tom Kreib

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