Alternative Energieversorgung made in Ardestorf
Heizen mit Hühnermist

Heiner Schönecke (re.) informiert über die Biogasanlage in Ardestorf
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sla. Neu Wulmstorf. Wo bleibt eigentlich der ganze Hühnermist von dem Geflügelhof Schönecke in Ardestorf? - Im Rahmen einer Informationsveranstaltung erläuterte Unternehmer Heiner Schönecke die alternative Energieversorgung der Biogasanlage der Ardestorfer Bioenergie GmbH & Co. KG am Bloxenberg, in der u.a. der gesamte Hühnermist des Geflügelhofes verarbeitet wird. Das Brennmaterial wird vergoren und im Anschluss zu Strom weiterverarbeitet. Die Gärreste können als Naturdünger wieder in der Landwirtschaft aufgebraucht werden. „Die Idee war der landwirtschaftliche Kreislauf, der nach wie vor sinnvoll ist“, beschreibt Heiner Schönecke den Startpunkt des Unternehmens, das er zusammen mit Peter Reese aus Ovelgönne und Henning Wiegers aus Daerstorf betreibt. „Wir könnten alles verarbeiten, was Bioenergie liefert.“ So werden z.B. Zuckerrüben, Mais, Gülle und Hühnermist von umliegenden Höfen in den Gärtanks zur Weiterverarbeitung genutzt. Heraus kommt Methan, das gereinigt und im Anschluss in vier Blockheizkraftwerken zu Strom umgewandelt wird. Die Firma versorgt das Neu Wulmstorfer Hallenbad, die Schulen und das Rathaus mit Wärme, die bei der Umwandlung von Gas in Strom anfällt.
„Wenn man die Energiewende möchte, bieten Biogas und damit erzeugter grüner Strom aussichtsreiche Zukunftsperspektiven, die vor allem dezentral erzeugt und regional verbraucht werden können“, wirbt Schönecke für sein Produkt.
Der besondere Vorteil sei, dass es die naturabhängigen Schwankungen wie bei Wind- und Sonnenenergie bei Biogas nicht gebe Die Grundstoffe seien prinzipiell immer vorhanden, zur Vorhaltung brauche man allerdings Platz.
Die Anlage in Ardestorf wird zum Ausgleich von Windenergieschwankungen genutzt. Das sei ein einfacher Prozess, sagt Schönecke, indem die lokale Stromproduktion von der EWE Oldenburg je nach Bedarf hoch oder niedrig gesteuert wird, man nenne das „flexen“. Weil Gas gelagert werden kann, passt sich die Biogasverstromung in den Strommix nach Bedarf ein.
Der Betrieb hat einen weiteren Zweig. Bei der Stromerzeugung entsteht Abwärme, die derzeit für Trocknung von Kaminholz, Getreide oder für „alles, was getrocknet werden muss“, so Schönecke, genutzt wird.
Dazu stehen einige Container auf dem Hof, versorgt mit großen Schläuchen, die die warme Abluft aus dem Generator in die Container leiten.
Es sei ein Jammer, so Schönecke, dass niemand frühzeitig auf die Idee gekommen sei, die Bauvorhaben in Neu Wulms-torf mit lokaler Energie und Abwärme-Heizung auszustatten. Informationen zur Ardestorfer Bioenergie unter www.biogas-ardestorf.de/

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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