Charlotte Steinkopff boxt sich durch!
Von der Waldorfschule ins Abi mit Bestnote
- Charlotte Steinkopff freut sich über ihren NC von 1,1 im Abitur
- Foto: Sandra Polenz
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Charlotte Steinkopff (20) hat gerade ihr Abitur mit einem herausragenden Notendurchschnitt von 1,1 geschafft – und steckt voller Energie und Pläne. Wer ihr begegnet, merkt schnell: Hier kommt eine junge Frau, die weiß, was sie will. Ob im Kickbox-Training, in der Schule oder jetzt beim Ausloten ihres beruflichen Weges – Charlotte boxt sich durch.
Ihren schulischen Werdegang begann sie an der Waldorfschule in Apensen. Dort verbrachte sie ganze zwölf Jahre, ehe sie für die letzten Schritte auf dem Weg zum Abitur an die IGS Buxtehude wechselte. „Das war eine bereichernde Erfahrung“, erinnert sie sich. „Ich hatte zwar Bammel, aber es war spannend, eine ‚normale‘ Schule kennenzulernen.“
Familiär und vielfältig
An der Waldorfschule fühlte sich Charlotte immer sehr aufgehoben. „Es war familiär, man wurde gesehen, und wir hatten einen tollen Klassenzusammenhalt.“ Neben den klassischen Schulfächern standen dort auch Praktika, Handwerk, Theater oder Gartenbau auf dem Stundenplan. „Man entwickelt dadurch ein breiteres Interesse“, sagt Charlotte. Noten gab es erst ab der 10. Klasse. „Das nimmt Druck raus, man lernt spielerischer. Die meisten setzen sich ihre Maßstäbe ohnehin selbst.“ Ihre Eltern, beide Waldorf-Erzieher, gaben sie bewusst auf die Schule – ihre Mutter war sogar Teil des Gründungskreises der Apensener Einrichtung.
Zwischen Vorurteilen und Bestnote
Mit dem Wechsel an die IGS sah sich Charlotte auch mit typischen Vorurteilen konfrontiert. „‚Kannst du deinen Namen tanzen?‘ Das hört man oft“, erzählt sie lachend, „doch das Buchstaben-Tanzen gehört mit zum Schul-Konzept und ist gar nicht so blöd, wie es sich anhört.“. Auch die Frage, ob man an einer Waldorfschule überhaupt einen „richtigen“ Abschluss machen könne, begegnet ihr regelmäßig. Ihr Abitur mit 1,1 ist die beste Antwort darauf – und zwar an einer staatlichen Schule.
Für Charlotte bleibt ihr Highlight an der Waldorfschule die Gemeinschaft, die durch viele gemeinsame Projekte und Feste gestärkt wurde. „Es war harmonisch und auf Augenhöhe. Ich kann nur ermuntern, Kinder dorthin zu geben – viele wissen gar nicht, was Waldorf eigentlich ausmacht.“
Drei Geschwister, viele Interessen
Charlotte ist die mittlere von drei Geschwistern. Ihr älterer Bruder (23) hat eine Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen und bereitet sich gerade auf den Meister vor. Ihr jüngerer Bruder (15) besucht die 10. Klasse – natürlich ebenfalls auf der Waldorfschule.Neben Schule und Familie bleibt auch Zeit für Hobbys: Kickboxen gehört ebenso dazu wie Unternehmungen mit Freunden. Dass sie sich gern bewegt, passt zu ihrem Temperament: zielstrebig, neugierig, aktiv.
Blick nach vorn: Jura oder Psychologie
Derzeit absolviert Charlotte ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei, um herauszufinden, ob Jura der richtige Weg für sie ist. Alternativ reizt sie Psychologie – ein weiteres Praktikum steht schon bevor. „Mich begeistern komplexe Themen und Inhalte. Außerdem habe ich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.“ Ob Hamburg oder eine andere Stadt, offen ist Charlotte für vieles. Fest steht: Sie wird ihren Weg gehen – und zwar mit derselben Entschlossenheit wie im Kickboxring.
Information für Interessierte
Die Waldorfschule Apensen bietet regelmäßig Schnupper- und Informationstage an – eine Gelegenheit, das Konzept selbst kennenzulernen. Nähere Infos finden Sie hier: www.waldorfschule-apensen.de
Redakteur:Sandra Polenz aus Buxtehude |
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