sla. Beckdorf. Hoffnungsvoll weht der Richtkranz über der Kita in Beckdorf. Die letzten Monate waren für Kinder, Eltern und Kita-Personal keine leichte Zeit - und das lag nicht ausschließlich an den Beeinträchtigungen durch die Bauaktivitäten, die nach anfänglichen Problemen bei der Baugenehmigung jetzt zügig vorangehen. Vielmehr war die personelle Situation seit Anfang des Jahres für alle äußerst belastend - und ist noch immer nicht vollkommen geklärt.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, soll eine Kita-Mitarbeiterin Kinder angehalten haben, andere Kinder körperlich zu attackieren. Ein weiterer Vorwurf gegen die Pädagogin umfasst verbale Drohungen gegen Kinder. Eine Kollegin, die dem WOCHENBLATT die Situation jetzt detailliert schilderte, hatte über mehrere Monate derartige Vorfälle mitbekommen, die Kita-Leitung hierüber informiert und als keine Änderung herbeigeführt wurde, schließlich das Jugendamt informiert. Die Übergriffe wurden schließlich zur Anzeige gebracht.
"Wir haben bislang keine endgültige Nachricht über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft", sagt Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock, die letztlich die Chefin der Kita-Angestellten ist. "Dennoch haben wir die Sachverhalte zu den Vorwürfen mit den Mitarbeitern ausführlich besprochen, um zu klären, ob es sich hier um Mobbing oder Fakten handelt. Wie es sich für uns darstellt, sind leider die Fakten von Kindeswohlgefährdung klar erkennbar. Daher haben wir mittlerweile ein Schutzkonzept mit den Kolleginnen erarbeitet, um genau festzuhalten, was zu tun ist, wenn etwas bemerkt wird und wie dann weiter zu verfahren ist", so Beckmann-Frelock. Die betreffende Erzieherin wurde sofort freigestellt und ist inzwischen in einer anderen Einrichtung in Buxtehude beschäftigt. Die Kita-Leiterin in Beckdorf ist seit dem Vorfall krank geschrieben. Jedoch hätten sich mittlerweile mehrere Erzieherinnen in Eigeninitiative bei der Kita beworben und fünf Neueinstellungen wären auch im Hinblick auf die Kita-Erweiterung vorgenommen worden. Darunter auch eine Bewerberin, die die Kita wegen der bisherigen Kita-Leitung verlassen habe und nun zurückgekehrt sei, so Beckmann-Frelock.
"Wir haben in der Kita tolle Kinder und tolle Kollegen", so die Bürgermeisterin. Sie habe die Politik daher geradezu angefleht, die Stelle einer neuen Kita-Leitung auszuschreiben - trotz der Krankschreibung der noch angestellten Leiterin. "Und ich bin sehr dankbar, dass die Politik zugestimmt hat." Allerdings hätte man sich bei einem ersten Bewerbungsdurchlauf nicht auf eine Kandidatin einigen können. Ende des Monats werden sich zwölf Bewerberinnen vorstellen, und sie hoffe, dass es dieses Mal passe. "Es wird eine Leiterin mit viel Kompetenz und Herz benötigt. Die Kinder haben viel durchgemacht", so Beckmann-Frelock. Die bauliche Erweiterung der Kita und das neue Personal bringen etwas in Gang, das sensibel gelenkt werden müsse. Die Einweihung des Kita-Anbaus ist für Mitte November geplant, die neue Kita-Leiterin soll zum 1. Januar 2021 anfangen.
Auf WOCHENBLATT-Nachfrage bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Stade erklärte Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas, dass der zur Anzeige gebrachte Fall wegen Kindeswohlgefährdung an das Polizeikommissariat Buxtehude übergeben wurde, das derzeit noch ermittelt. "Ob und inwieweit diese Anschuldigungen zutreffen, ist Gegenstand der Untersuchung, die noch nicht abgeschlossen ist und sich aufgrund der Corona-Krise hinzieht", erklärt Polizeipressesprecher Rainer Bohmbach. Unklar bleibt derzeit, in welchem Zusammenhang die krankgeschriebene Leiterin und die angezeigte Kollegin stehen.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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