Eine Umweltsauerei in Buxtehude wird geheilt
Wilde Müllkippe wird für Riesensumme saniert

Der Boden des gesamten Grundstücks muss einen Meter tief ausgekoffert werden Fotos: tk/archiv
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  • Der Boden des gesamten Grundstücks muss einen Meter tief ausgekoffert werden Fotos: tk/archiv
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Nedderster Moorweg in Buxtehude: Landkreis hat die Regie übernommen tk. Buxtehude. Das war die größte illegale Müllkippe in der Region: Im September 2017 wurden Landkreis und Polizei aktiv, weil am Nedderster Moorweg in Buxtehude, direkt angrenzend an ein Landschaftsschutzgebiet, eine große illegale Müllkippe aufgefallen war. Auf 130 Metern Länge türmten sich Müll und Gartenabfall bis zu zwei Metern hoch. Das war nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs. Auch tief im Boden steckte noch jede Menge Unrat. In einem sehr aufwändigen und langwierigen Verfahren hat der Landkreis den Abtransport des Mülls und die Sanierung des Bodens in Auftrag gegeben.
Und: Nur wenige Meter gegenüber wird auf einer ehemals grünen Wiese ebenfalls Bauschutt und Schrott aus dem Boden geholt. Hier ist der Eigentümer, der nicht der Müllsünder ist, selbst als Auftraggeber für die unumgängliche Sanierung aktiv geworden.
Darüber ist Heiko Köhnlein, Leiter des Kreisumweltamtes, froh, denn die Kreisverwaltung hat mit dem Müllproblem auf der gegenüberliegenden Fläche schon genug zu tun. Dass jetzt endlich die Arbeiten auf der Zielgeraden sind, ist eine so genannte Ersatzvornahme. Das heißt: Der Landkreis hat den Eigentümer der Fläche mit Fristsetzung aufgefordert, den Müll zu beseitigen. Weil das nicht geschehen ist, hat der Kreis die Arbeiten selbst in Auftrag gegeben. Ob der Eigentümer die Kosten im Anschluss übernimmt, ist unklar - gilt aber als unwahrscheinlich. "Wir wissen nicht einmal, ob ein hoher fünfstelliger Betrag für die Sanierung ausreichend ist", sagt Köhnlein.
Über die Jahre hat der Müllsünder von Hausmüll bis Asbestplatten dort Unrat jeglicher Art gesammelt. Mit dem Abtransport des Abfalls war es noch lange nicht getan. Der Boden wurde einen Meter tief ausgekoffert und das Baggergut muss deponiert werden. Nach Abschluss der Erdarbeiten werden Bodenproben genommen, um eine noch bestehende Belastung auszuschließen oder zu finden.
Dann muss das Grundstück laut Köhnlein wieder mit Boden aufgefüllt werden und anschließend wird über eine neue Bepflanzung nachgedacht. So ähnlich dürfte es auch auf der Fläche aussehen, die vom Eigentümer selbst saniert wird. Der hatte das Grundstück nach WOCHENBLATT-Informationen an denselben Pächter gegeben, der auch auf der gegenüberliegenden Seite aus einer Wiese eine Müllkippe gemacht hat.  Vom Müllsünder, so die WOCHENBLATT-Informationen, kann wohl kein einziger Cent eingetrieben werden.
Was letztendlich mit dem Grundstück geschieht, das der Landkreis derzeit saniert, steht noch nicht fest. Zahlt der Besitzer nicht die horrenden Kosten, würde der Kreis das Areal vermutlich in seinem Besitz bekommen. Wobei eine wirtschaftliche Verwertung im Buxtehuder Außenbereich nicht möglich ist. Heiko Köhnlein: "Das wäre vielleicht eine gute Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen." Immerhin: Müllkippe wird Ökoparadies - das wäre zumindest für die Natur ein Happy-End.

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