Masterplan Bahnhof in Buxtehude
Entscheidung über Millionenprojekt steht kurz bevor
- Die Fahrradständer am Buxtehuder Bahnhof decken den Bedarf nicht ab
- hochgeladen von Nicola Dultz
Der geplante Neubau des Buxtehuder Bahnhofs nimmt konkrete Formen an. Doch bevor die Politik grünes Licht gibt, stehen noch wichtige Fragen zu Finanzierung, Personal und Zeitplan im Raum. Bei einer aktuellen Vorstellung des Masterplans Bahnhof durch den Bahnhofsplaner Roland Neumann (BahnStadt GmbH) wurde deutlich: Die Chancen auf eine Umsetzung sind so gut wie lange nicht – doch es gibt auch Risiken und Bedenken.
35-Millionen-Euro-Projekt für den Bahnhof der Zukunft
Der neue Bahnhof ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hansestadt Buxtehude und der Deutschen Bahn. Während die Bahn den oberirdischen Teil mit einem neuen Empfangsgebäude übernimmt, plant die Stadt unterhalb des Bahnhofs ein modernes Fahrradparkhaus.
Die Deutsche Bahn will nach aktuellem Stand rund 20 Millionen Euro in den Neubau des Empfangsgebäudes investieren. Das heutige Gebäude sowie der kleine Turm mit Kiosk und Imbiss an der Fußgängerunterführung sollen dafür weichen.
Herzstück der städtischen Planungen ist ein unterirdisches Fahrradparkhaus mit 753 Stellplätzen, das über die Giselbertstraße erreichbar sein soll. Ein zweiter Zugang ist über den bereits bestehenden Tunnel zwischen den Bahnsteigen vorgesehen. Zusätzlich könnten unter einem geplanten Dach weitere 125 bis 200 Fahrradstellplätze entstehen.
Fördermittel entscheiden über die Zukunft des Projekts
Ob der Bahnhof tatsächlich gebaut wird, hängt zunächst von der Förderzusage der NBank ab. danach muss die Politik -voraussichtlich in einer Sondersitzung - eine Entscheidung treffen.
Für das Fahrradparkhaus werden derzeit Kosten von 10,861 Millionen Euro kalkuliert. Davon entfallen:
8,655 Millionen Euro auf den Bau,
1,731 Millionen Euro auf Planungsleistungen,
474.000 Euro auf den Grunderwerb von der Deutschen Bahn.
Nach aktueller Planung soll die NBank rund 8,146 Millionen Euro übernehmen. Der Eigenanteil der Hansestadt läge damit bei etwa 2,715 Millionen Euro.
Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt zeigte sich optimistisch: Der Förderbescheid werde noch vor den Sommerferien erwartet. Stadt und BahnStadt GmbH stünden in engem Austausch mit der Förderbank.
Bahnhofsumfeld bleibt finanzielle Herausforderung
Auch oberirdisch rund um den Bahnhof stehen für die Hansestadt bauliche Maßnahmen an.
Wie aus der Präsentation hervorging, sind unter anderem geplant:
eine neue Pkw- und Taxivorfahrt,
zusätzliche Park-and-Ride-Stellplätze,
neue Bushaltestellen an der Giselbertstraße,
eine moderne Fahrradabstellanlage im oberen Bereich,
die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes.
Die Kosten hierfür werden derzeit auf rund 4,4 Millionen Euro geschätzt. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) fördert einzelne Bestandteile zwar mit bis zu 75 Prozent, allerdings nur bis zu festgelegten Höchstsätzen.
Laut den vorgestellten Berechnungen könnten beispielsweise gefördert werden:
Bushaltestellen mit rund 195.000 Euro,
Fahrradstellplätze mit etwa 178.500 Euro,
Pkw-Stellplätze mit rund 62.400 Euro.
Auch für den Vorplatz wären grundsätzlich Fördermittel möglich. Dennoch rechnet Projektberater Roland Neumann insgesamt nur mit rund 500.000 Euro Förderung für diesen Bereich. Der verbleibende Betrag müsste von der Stadt selbst getragen werden.
Politik sorgt sich um steigende Kosten
Einige Ratsmitglieder meldeten Bedenken an.
So verwies Katharina Mewes (BBG/FWG) auf die Förderobergrenze der NBank. Zwar seien 75 Prozent Förderung in Aussicht gestellt, diese gelte jedoch nur bis zu einer bestimmten Kostensumme. Bereits jetzt liege der Kostenansatz für das Fahrradparkhaus über der Zehn-Millionen-Euro-Grenze. Steigende Baukosten oder spätere Nachträge könnten den Eigenanteil der Stadt deutlich erhöhen. "Ich persönlich gehe von einer Steigerung nach Fertigstellung aus. Baufirmen verhandeln heutzutage immer über Nachtragsleistungen", so Mewes gegenüber dem WOCHENBLATT. "Aus meiner Sicht sprengt es komplett den Haushalt und die HR Kapazitäten."
Auch CDU-Ratsfrau Arnhild Biesenbach hinterfragte die Kostenstruktur und brachte die Möglichkeit ins Spiel, die Zahl der Fahrradstellplätze zu reduzieren. Dies lehnten Verwaltung und Planer jedoch ab. Der Bedarf sei bereits heute hoch und gerade die Fahrradinfrastruktur ermögliche die größten Förderquoten.
Seitens Thomas Ringhoff (Bauingenieuer, CDU), der sich bereits in der Vergangenheit mit dem Thema Bahnhof intensiv auseinandergesetzt hat, bestehen die Bedenken, dieses Projekt in dem genannten Zeitrahmen und im Rahmen der genannten Kosten abzuwickeln. "Erhebliche Nachtragsleistungen aus konstruktiven und logistischen Randbedingungen lassen sich bei einem Projekt dieser Art nicht vermeiden.
Somit würde der einzelne Parkplatz für ein Fahrrad mit Sicherheit mehr als jetzt rund 14.000 Euro pro Stellplatz kosten." Für Ringhoff stellt sich somit die Frage, ob die Verwendung von Steuergeldern für ein Projekt dieser Art in der jetzigen Art vertretbar ist.
Zeitdruck nach Förderbescheid
Neben den Kosten ist der Zeitplan ambitioniert. Denn sobald die Förderzusage vorliegt, beginnt die Frist zu laufen. Nach den Vorgaben der NBank müssen Planung und Bau bis Ende 2030 abgeschlossen sein. SPD-Ratsherr Nick Freudenthal äußerte seine Sorgen, dass der Zeitplan zu eng gesteckt ist. "Sobald der Förderbescheid da ist, tickt die Uhr. Die Stadt hat zu wenig Personal und braucht externe Unterstützung. Es wäre schade um Zeit und Geld, das jetzt schon in dem Projekt steckt, wenn Zeitplan nicht eingehalten werden kann."
„Wir müssen das Verfahren noch in diesem Jahr starten, um den Zeitplan einzuhalten“, machte Stadtplanerin Annette Mojik-Schneede deutlich. Der Zeitdruck sei jedoch Fluch und Segen zugleich.
Klar ist auch: Die Verwaltung sieht sich personell nicht ausreichend aufgestellt, um ein Projekt dieser Größenordnung allein zu stemmen. Deshalb soll externe Unterstützung eingekauft werden.
Entscheidung soll noch vor der Sommerpause fallen
Trotz der noch offenen Fragen sehen Verwaltung und Projektpartner die Chancen auf eine Umsetzung derzeit als so gut an wie selten zuvor. Nach zahlreichen Gesprächen über Zuständigkeiten, Grundstücksfragen und Finanzierung sei die Deutsche Bahn der Hansestadt deutlich entgegengekommen, betonte Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt.
„Eine harte Zeit liegt hinter uns“, sagte die Bürgermeisterin. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass der Weg bis zur Fertigstellung noch lang sei.
Die endgültige Weichenstellung für den neuen Bahnhof soll nun noch vor der Sommerpause erfolgen. In einer Sondersitzung wird der Rat voraussichtlich darüber entscheiden, ob Buxtehude das Projekt auf den Weg bringt.
Was ist beim geplanten Neubau des Bahnhofs Buxtehude vorgesehen?
Die Deutsche Bahn plant ein neues Empfangsgebäude für den Bahnhof Buxtehude und investiert dafür rund 20 Millionen Euro. Das bestehende Bahnhofsgebäude sowie der Turm mit Kiosk und Imbiss an der Fußgängerunterführung sollen abgerissen werden. Die Hansestadt Buxtehude plant zusätzlich ein unterirdisches Fahrradparkhaus mit 753 Stellplätzen sowie weitere 125 bis 200 Fahrradstellplätze unter einem Dach.
Wie viel kostet das Fahrradparkhaus am Bahnhof Buxtehude?
Für das unterirdische Fahrradparkhaus werden derzeit Gesamtkosten von 10,861 Millionen Euro kalkuliert. Davon entfallen 8,655 Millionen Euro auf den Bau, 1,731 Millionen Euro auf Planungsleistungen und 474.000 Euro auf den Grunderwerb von der Deutschen Bahn.
Wie hoch ist die Förderung für das Bahnhofsprojekt in Buxtehude?
Nach aktueller Planung soll die NBank rund 8,146 Millionen Euro für das Fahrradparkhaus bereitstellen. Der Eigenanteil der Hansestadt Buxtehude würde damit bei etwa 2,715 Millionen Euro liegen. Zusätzlich sind für Teile des Bahnhofsumfelds Fördermittel der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) möglich.
Welche weiteren Umbauten sind rund um den Bahnhof Buxtehude geplant?
Geplant sind eine neue Pkw- und Taxivorfahrt, zusätzliche Park-and-Ride-Stellplätze, neue Bushaltestellen an der Giselbertstraße, moderne Fahrradabstellanlagen sowie eine Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Die Kosten für diese Maßnahmen werden derzeit auf rund 4,4 Millionen Euro geschätzt.
Welche Bedenken gibt es beim Neubau des Bahnhofs Buxtehude?
Mehrere Ratsmitglieder sorgen sich um steigende Baukosten und den städtischen Eigenanteil. Katharina Mewes (BBG/FWG) verwies auf mögliche Nachträge und Kostensteigerungen. Zudem gibt es Zweifel, ob die Stadt ausreichend Personal hat, um das Projekt innerhalb der Förderfrist umzusetzen.
Wann entscheidet die Politik über den neuen Bahnhof in Buxtehude?
Die Entscheidung soll noch vor der Sommerpause fallen. Voraussetzung ist zunächst die Förderzusage der NBank, die Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt noch vor den Sommerferien erwartet. Anschließend soll der Rat in einer Sondersitzung über die Umsetzung des Projekts abstimmen.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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