Buxtehude
Linke kritisiert das Aus der Antidiskriminierungsberatung
- Clemens Ultsch, Ratsmitglied der Linken
- Foto: Ultsch
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Die Linke Ratsfraktion Buxtehude übt deutliche Kritik an der Entscheidung, die Finanzierung der Antidiskriminierungsstelle in Buxtehude nicht über das Jahr 2025 hinaus fortzuführen. Die Beratungsstelle, getragen vom AWO Kreisverband Stade, ist de facto bereits eingestellt – die zuständige Mitarbeiterin hat sich aufgrund der ungesicherten Perspektive eine neue berufliche Aufgabe gesucht.
Eine Anlaufstelle für Betroffene fällt weg
Die Antidiskriminierungsberatung war in Buxtehude ein wichtiger Anker für Menschen, die Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Hautfarbe, Sprache oder Namen erfahren haben. Sie bot niedrigschwellige Hilfe und Orientierung im Rahmen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und stärkte damit den Zugang zu grundlegenden Freiheits- und Gleichheitsrechten.
„Fatales Signal“ in angespannten Zeiten
„Dass der Rat der Hansestadt Buxtehude diese Stelle nun auslaufen lässt, ist ein fatales Signal", kritisiert Clemens Ultsch, Ratsmitglied der Linken. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltung, rassistischer Hetze und alltäglicher Diskriminierung sei es besonders wichtig, Betroffenen Schutz und Unterstützung zu bieten – nicht sie im Stich zu lassen.
Diskriminierung betrifft viele Lebensbereiche
Die Linke betont, dass Diskriminierung kein Randphänomen sei. Vielmehr erlebten viele Menschen sie in zentralen Bereichen ihres Lebens: auf dem Wohnungsmarkt, im Berufsleben, in Bildungseinrichtungen und sogar im Kontakt mit Behörden. Eine kommunale Antidiskriminierungsberatung sei daher keine freiwillige Leistung, sondern ein zentraler Baustein für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt.
Vertrauensverlust durch Abbau bewährter Strukturen
Besonders kritisch bewertet die Ratsfraktion, dass mit dem Wegfall der Beratung nicht nur das Angebot, sondern auch gewachsene Vertrauensverhältnisse und fachliche Kompetenzen verloren gehen. „Soziale Beratung lebt von Kontinuität. Ist sie einmal weg, lässt sie sich nicht so einfach wieder aufbauen“, warnt Ultsch.
Linke fordert neue Wege für unabhängige Beratung
Die Linke Buxtehude ruft Rat und Verwaltung dazu auf, die Entscheidung zu überdenken und gemeinsam mit freien Trägern, dem Landkreis Stade, dem Land Niedersachsen und dem Bund neue Wege zu finden. Ziel sei es, eine unabhängige Antidiskriminierungsberatung vor Ort langfristig zu sichern. „Eine Stadt, die Vielfalt ernst nimmt, muss auch bereit sein, Betroffene von Diskriminierung konkret zu unterstützen“, so das klare Fazit der Partei.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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