Sporthalle Süd in Buxtehude
Neubau oder Sanieren - der Trend geht zum Sanieren
- Visualisierung der sanierten Halle mit dem Erweiterungsbau
- Foto: Schröder Architekten, Bremen
- hochgeladen von Nicola Dultz
Nach intensiven Diskussionen und einer teils emotional geführten Debatte zeichnet sich bei der Zukunft der Sporthalle Süd in Buxtehude eine Entscheidung ab: Zumindest im Ausschuss für Bau- und Grundstücksmanagement scheint die Mehrheit der Politik inzwischen zur Sanierung des bestehenden Gebäudes zu tendieren. Grundlage dafür sind neu vorgestellte Berechnungen der Stadtverwaltung, die einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber einem kompletten Neubau ausweisen.
Stadtbaurätin Michaela Springhorn legte die von den Politikern eingeforderten Vergleichszahlen vor. Mit einem sachlichen Vortrag gelang es ihr offenbar, die meisten Ausschussmitglieder von den Vorteilen einer Sanierung zu überzeugen. Lediglich die CDU äußerte weiterhin erhebliche Zweifel an den Berechnungen.
Ein Beschluss wurde allerdings noch nicht gefasst. Die Fraktionen wollen die vorgelegten Zahlen zunächst intern beraten. Am kommenden Dienstag beschäftigt sich der Schul- und Sportausschuss erneut mit dem Thema, bevor anschließend im Verwaltungsausschuss eine politische Beschlussfassung erfolgen soll.
Neubau oder Sanierung? Die Zahlen liegen jetzt auf dem Tisch
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die bestehende Halle weitgehend erhalten bleibt. Nach den Plänen der Verwaltung sollen vier Hallenteile saniert und lediglich ein fünfter Bereich neu angebaut werden. Die Alternative wäre ein kompletter Abriss mit anschließendem Neubau.
Vor allem nach der vergangenen gemeinsamen Sitzung des Schul- und Sport sowie Bau- und Grundstücksmanagementausschuss hatten mehrere Politiker die Vermutung geäußert, dass ein Neubau nach modernen Standards langfristig wirtschaftlicher sein könnte. Die Verwaltung erhielt daraufhin den Auftrag, beide Varianten detailliert gegenüberzustellen.
Das Ergebnis fällt nun eindeutig aus.
Mehr als sieben Millionen Euro Unterschied
Während ein kompletter Neubau einschließlich Abriss der bestehenden Halle nach Berechnungen der Stadt rund 57 Millionen Euro kosten würde, liegt die Sanierungsvariante bei knapp 49,7 Millionen Euro, trug Michaela Springhorn vor.
Damit ergibt sich ein Kostenvorteil von 7,412 Millionen Euro zugunsten der Sanierung.
Bereits bei den reinen Investitionskosten zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Für einen Neubau werden 19,21 Millionen Euro veranschlagt, für die Sanierung dagegen 16,40 Millionen Euro.
Auch bei den langfristigen Folgekosten sieht die Verwaltung Vorteile für den Erhalt der Halle. Schuldendienst und weitere laufende Kosten liegen demnach rund 4,86 Millionen Euro unter denen eines Neubaus.
Sanierung könnte deutlich früher beginnen
Neben den finanziellen Aspekten nennt die Stadt einen weiteren wichtigen Vorteil: Die Arbeiten könnten etwa eineinhalb bis zwei Jahre früher starten als bei einem kompletten Neubau.
Ein Neubau würde zusätzliche Risiken mit sich bringen. Genannt werden unter anderem europaweite Vergabeverfahren, mögliche verlorene Planungskosten sowie ein insgesamt späterer Baubeginn.
Für Schulen und Vereine würde dies auch eine längere Übergangsphase bedeuten.
CDU hält Kostenansätze für zu hoch
Widerspruch kam erneut von der CDU. Die Fraktion verweist auf eingeholte Angebote, nach denen ein Neubau deutlich günstiger realisiert werden könne als von der Verwaltung dargestellt.
Stadtbaurätin Michaela Springhorn wies diese Darstellung jedoch zurück. In den vorgelegten Angeboten seien zahlreiche Kostenpositionen nicht berücksichtigt worden. Dazu gehörten unter anderem Abrisskosten, Honorare, Außenanlagen und Teile der Ausstattung.
Unter Einrechnung dieser Positionen würde auch das von der CDU genannte Angebot auf rund 17,75 Millionen Euro steigen, erklärte Springhorn.
Die CDU hält die Berechnungsansätze der Verwaltung dennoch weiterhin für überzogen.
Verwaltung spricht klare Empfehlung aus
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen führt die Stadt auch ökologische Argumente ins Feld. Durch den Erhalt der bestehenden Gebäudestruktur könne deutlich weniger sogenannte graue Energie verbraucht werden als bei einem vollständigen Abriss mit anschließendem Neubau.
Für Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt ist die Empfehlung daher eindeutig.
„Wir sind allen Ihren Hinweisen nachgegangen und können die Sanierung an diesem Standort guten Gewissens empfehlen“, sagte sie in der Sitzung. „Wir würden jetzt gerne mit den Maßnahmen anfangen – und die Schulen auch.“
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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