Abschiede und Ehrungen in Buxtehuder Rat
Standing Ovations für Robert Kamprad
- Standing Ovations für Robert Kamprad (rechts am Rednerpult)
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Standing Ovations, persönliche Erinnerungen und Tränen: Die letzte Sitzung des Buxtehuder Rates in seiner aktuellen Besetzung wurde zu einem Abend voller Emotionen. Neben Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt wurden rund 20 Ratsmitglieder verabschiedet. Fünf weitere Auszeichnungen würdigten jahrzehntelangen Einsatz für die Stadt und ihre Menschen.
Standing Ovations für Robert Kamprad
Zu den bewegendsten Momenten gehörte die Rede von Robert Kamprad (CDU). Nach 47 Jahren ehrenamtlichen Engagements in der Kommunalpolitik verabschiedete er sich in den Ruhestand. Die Ratsmitglieder begrüßten und verabschiedeten ihn am Rednerpult mit Standing Ovations.
„Es war mir eine Ehre, die Entwicklung von Buxtehude begleiten zu dürfen“, sagte Kamprad. Er erinnerte an Anekdoten und frühere Weggefährten. Dazu gehörte Otto Wicht, der als „Kübel-Otto“ in die Stadtgeschichte einging: Mit Pflanzkübeln hatte er in Buxtehude für Verkehrsberuhigung gesorgt. Auch an das ehemalige Ratsmitglied Lisa Peters (FDP) erinnerte Kamprad mehrfach in seiner Rede.
Er dankte der Bürgermeisterin, den Mitarbeitern der Verwaltung und den Ratsmitgliedern für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Als er seiner Familie für ihre Unterstützung dankte, brach seine Stimme. Für einen kurzen Augenblick konnte er seine Tränen nicht zurückhalten. „Ich lebe nicht nur am Wasser, sondern bin auch nah am Wasser gebaut“, sagte Kamprad mit Humor.
Ehrungen für 25 und 40 Jahre im Buxtehuder Rat
Marina Karnatz vom Niedersächsischen Städtetag ehrte Arnhild Biesenbach (CDU), Petra Möhle (CDU), Christian Krüger (SPD) und Nick Freudenthal (SPD) mit persönlichen Worten und einer Urkunde für jeweils 25 Jahre Ratsarbeit. Ebenso wurde Jochen Dammann (SPD) für 40 Jahre ausgezeichnet.
Arnhild Biesenbach hatte nicht erneut kandidiert. Sie wurde anschließend auch von der Bürgermeisterin gewürdigt und verabschiedet.
„Kommunen sind Heimat, die Herzkammer der Demokratie“, sagte Karnatz. Ratsmitglieder übernähmen Verantwortung und stellten einen Teil ihres eigenen Lebens zugunsten ihrer Stadt zurück. Sie müssten schwere Konflikte und viel, zum Teil ungerechtfertigte Kritik aushalten. Dafür gebührten ihnen Respekt und großer Dank.
Mehr als 600 Sitzungen und viele Entscheidungen für Buxtehude
Katja Oldenburg-Schmidt verdeutlichte in ihrer Ansprache, wie viel Zeit dieses Ehrenamt beansprucht. Allein in der zurückliegenden Ratsperiode gab es 32 Ratssitzungen, 77 Sitzungen des Verwaltungsausschusses und 311 Fachausschusssitzungen. Hinzu kamen Ortsratssitzungen und 27 Workshops. Zusammen mit den zusätzlichen Fraktionssitzungen seien es mehr als 600 Zusammenkünfte gewesen. Diese mussten nicht nur besucht, sondern auch vorbereitet werden.
Zugleich blickte die Bürgermeisterin auf viele wichtige Entscheidungen und Herausforderungen zurück. Der Rat hatte die Corona-Pandemie und die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Fast einstimmig entschied er sich für die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge. Er beschloss den Doppelhaushalt und gründete den Hochwasserschutzverband Este mit.
Auch die Strategie 2035, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und das Klimaschutzkonzept prägten die Ratsarbeit. Hinzu kamen der Beschluss zum Bau der Sporthalle Nord und der Einsatz für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens in Neukloster-Hedendorf. Dabei arbeitete der Rat mit den Buxtehuder Stadtwerken zusammen.
Weitere Projekte waren unter anderem der Anbau der Halepaghenschule, der Beschluss zum Bauturbo und der Masterplan Grundschulen. Auch die Einrichtung einer Oberschule am Schulzentrum Süd und der neue Bahnhof wurden in der jüngeren Vergangenheit auf den Weg gebracht.
Arnhild Biesenbach: „Politik ist auch eine Bereicherung im Leben“
Dass die Ratsarbeit Kraft kostet, machte Arnhild Biesenbach deutlich. Es könne belastend und frustrierend sein, wenn Mehrheiten nicht zustande kommen. Zugleich betonte sie: „Aber Politik ist auch eine Bereicherung im Leben. Alles, was wir hier entscheiden, betrifft unser eigenes Leben.“
Diese Erfahrung teilten viele der scheidenden Ratsmitglieder. Einige hatten sich bewusst gegen eine erneute Kandidatur entschieden, andere waren nicht wiedergewählt worden.
Neben Robert Kamprad und Arnhild Biesenbach wurden verabschiedet:
Thomas Sudmeyer (SPD), nach 20 Jahren Ratsmitgliedschaft
Heinrich Bröhan (CDU), nach 15 Jahren
Benjamin Koch-Böhnke (Die Linke), Ismet Özgün (SPD) und Alexander Krause (CDU), nach jeweils zehn Jahren
Anna Vaccaro-Jäger (SPD), Dr. Matthias Schneider und Michael Langebartels (Grüne), nach jeweils fünf Jahren
Susanne Koch (Die Linke) und Sven-Michael Hübner (FDP), nach jeweils drei Jahren
Jan Connor Stech (SPD), Peter Schmidt (Grüne), Michael Marx (SPD), Frank Lange-Lietz (Grüne) und Else Behrens (CDU), nach jeweils zwei Jahren
Ingrid Smerdka-Arhelger (Grüne), Thomas Schäfer (Grüne) und Patrick Meyer (FDP), nach jeweils einem Jahr
Michael Gerkens, nach sechs Monaten
Katja Oldenburg-Schmidt: „Der Job war mein Leben“
Die Bürgermeisterin dankte den scheidenden Ratsmitgliedern für ihren Einsatz und die respektvolle Zusammenarbeit. Anschließend richtete Ratsvorsitzender Christian Krüger mit einer bewegenden Rede den Blick auf die ebenfalls scheidende Verwaltungschefin.
„Der Job war mein Leben“, erwiderte Katja Oldenburg-Schmidt. Dem Ruhestand blicke sie daher mit Respekt entgegen. Das gelte auch für ihren Mann, der sie jedoch stets unterstützt habe.
Buxtehude wisse sie bei ihrem Nachfolger jedoch in guten Händen. „Ich freue mich mega, dass es Ralf Dessel geworden ist.“
Was geschah bei der letzten Sitzung des Buxtehuder Stadtrates 2026?
Bei der letzten Sitzung des Buxtehuder Stadtrates in seiner bisherigen Besetzung wurden rund 20 Ratsmitglieder und Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt verabschiedet. Besonders emotional war der Abschied des CDU-Politikers Robert Kamprad nach 47 Jahren kommunalpolitischen Engagements. Außerdem wurden fünf Ratsmitglieder für ihre 25- beziehungsweise 40-jährige Tätigkeit ausgezeichnet. Persönliche Reden, Erinnerungen und Standing Ovations prägten die Sitzung.
Warum erhielt Robert Kamprad beim Abschied aus dem Buxtehuder Rat Standing Ovations?
Robert Kamprad von der CDU verabschiedete sich nach 47 Jahren ehrenamtlicher Kommunalpolitik aus dem Buxtehuder Stadtrat. Die Ratsmitglieder würdigten seinen jahrzehntelangen Einsatz mit Standing Ovations. In seiner Abschiedsrede erinnerte Kamprad an frühere Ratsmitglieder und die Entwicklung der Stadt. Besonders emotional wurde er, als er seiner Familie für die langjährige Unterstützung dankte.
Welche Buxtehuder Ratsmitglieder wurden für 25 und 40 Jahre Kommunalpolitik geehrt?
Der Niedersächsische Städtetag zeichnete fünf langjährige Mitglieder des Buxtehuder Stadtrates aus. Arnhild Biesenbach (CDU), Petra Möhle (CDU), Christian Krüger (SPD) und Nick Freudenthal (SPD) wurden für jeweils 25 Jahre Ratsarbeit geehrt. Jochen Dammann (SPD) erhielt eine Auszeichnung für 40 Jahre kommunalpolitisches Engagement. Die Ehrungen übernahm Marina Karnatz vom Niedersächsischen Städtetag.
Wie viele Sitzungen und Termine absolvierten die Buxtehuder Ratsmitglieder in der vergangenen Wahlperiode?
In der zurückliegenden Ratsperiode fanden in Buxtehude 32 Ratssitzungen, 77 Sitzungen des Verwaltungsausschusses und 311 Fachausschusssitzungen statt. Hinzu kamen Ortsratssitzungen, 27 Workshops und zahlreiche Fraktionssitzungen. Insgesamt waren es nach Angaben von Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt mehr als 600 Zusammenkünfte. Die ehrenamtlichen Ratsmitglieder mussten diese Termine zusätzlich zu ihren sonstigen Verpflichtungen vorbereiten und wahrnehmen.
Welche wichtigen Projekte hat der Buxtehuder Stadtrat in der vergangenen Wahlperiode beschlossen?
Zu den wichtigen Entscheidungen des Buxtehuder Stadtrates gehörten die Strategie 2035, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das Klimaschutzkonzept und die Mitgründung des Hochwasserschutzverbandes Este. Weitere Themen waren der Bau der Sporthalle Nord, der Erhalt des Lehrschwimmbeckens in Neukloster-Hedendorf, der Anbau der Halepaghenschule und der Masterplan Grundschulen. Auch eine Oberschule am Schulzentrum Süd, der neue Bahnhof und der sogenannte Bauturbo wurden auf den Weg gebracht.
Warum verabschiedet sich Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt und wer wird ihr Nachfolger?
Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt verabschiedet sich 2026 in den Ruhestand. Bei der letzten Sitzung des bisherigen Stadtrates wurde sie von Ratsvorsitzendem Christian Krüger mit einer persönlichen Rede gewürdigt. „Der Job war mein Leben“, sagte Oldenburg-Schmidt und erklärte, dass sie dem Ruhestand mit Respekt entgegensehe. Ihr Nachfolger wird Ralf Dessel, über dessen Wahl sie sich ausdrücklich freute.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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