Täter wollte geheimnisvolle Sophie besuchen
Mit geklautem Linienbus von Baden-Württemburg nach Buxtehude
- So könnte sich die Verfolgungsjagd auf der Autobahn abgespielt haben
- Foto: KI-generiert
- hochgeladen von Jörg Dammann
Ein gestohlener Bus, fast 800 Kilometer Fahrt und eine spektakuläre Verfolgungsjagd über die Autobahn: Ein junger Mann aus Baden-Württemberg wollte mit einem geklauten Linienbus eine Internetbekanntschaft in Buxtehude besuchen. Jetzt steht der 22-Jährige vor Gericht. Seine Verteidigerin präsentiert als Grund für die irrsinnige Tour eine abenteuerliche Geschichte, die sich um eine geheimnisvolle Sophie aus Buxtehude dreht.
Kennengelernt auf TikTok
Es gibt Liebeserklärungen mit Blumen, Pralinen oder einem romantischen Abendessen. Der junge Verehrer der ominösen Sophie wählte eine andere Variante, um seine Liebe zu bekunden: Er wollte der Dame seines Herzens offenbar mit einem echten Bus im Wert von rund 150.000 Euro imponieren. Denn die Frau aus Buxtehude soll laut Verteidigerin der sogenannten Busspotter-Szene angehören – also ein leidenschaftlicher Fan von Omnibussen sein. Kennengelernt hätten sich die beiden bei TikTok. Dort finden sich unter dem Hashtag #busspotting tatsächlich Abertausende Posts.
Feuerlöscher auf Polizeiautos geworfen
Im Juli vergangenen Jahres brach der damals 21-Jährige laut Anklage in das Bus-Depot in Ludwigsburg ein, um sich den rund zwölf Tonnen schweren Koloss zu beschaffen. Vielleicht hatte ihm die Sophie aus Buxtehude ja geraten, er solle doch den Bus nehmen, um sie zu besuchen - wobei sie damit wohl eher den Flixbus für 10 Euro die Fahrt gemeint haben dürfte. Die Fahrt führte quer durch die Republik, wobei der junge Mann, der keinen Führerschein besitzt, mehrere Autos rammte, gegen Leitplanken krachte und rote Ampeln überfuhr. Die Polizei stoppte die Amokfahrt auf der Autobahn unweit von Osnabrück schließlich mittels einer Nagelsperre. Zuvor hatte der Flüchtige seine Verfolger mit Flaschen und einem Feuerlöscher beworfen.
Sophie - melde Dich bitte, wenn es Dich gibt
Doch was ist mit der geheimnisvollen Sophie? Sie soll es wirklich geben, behauptet die Verteidigerin, tritt aber im laufenden Prozess vor dem Landgericht Stuttgart offenbar nicht in Erscheinung. Schade, denn das WOCHENBLATT würde gerne mit ihr Kontakt aufnehmen. Ihr ungewöhnliches Hobby lief bisher unter dem Radar der Redaktion. Dabei scheint die Busspotter-Szene alles andere als klein zu sein: Der WDR hat zu diesem Thema einmal mehr als 120.000 Uploads bei TikTok gezählt. Hier scheint es eine Community zu geben, die sich mit bemerkenswerter Leidenschaft dem öffentlichen Nahverkehr widmet.
Daher der Appell des WOCHENBLATT: Solltest Du, liebe Sophie, tatsächlich in Buxtehude leben und Dich für Busse begeistern, dann melde Dich doch bitte in der Redaktion. Wir würden gerne mehr über die Busspotter-Szene, ihre Begeisterung für die Fahrzeuge und die Menschen dahinter erfahren. Und versprochen: Über Deinen vermeintlichen Verehrer müssen wir dabei nicht sprechen, wenn Du das nicht möchtest.
Auch das Internet will wissen, wer Sophie ist
Aber nicht nur das WOCHENBLATT möchte mehr über Sophie erfahren - auch im Internet zeigt man Interesse an der Frau aus Buxtehude - u.a. auf Instagram. So sucht der User @spottedbuxtehude nach ihr: „Wir spotten Sophie, melde dich!“ Und @mein.einraumglueck fragt sogar bei der Stadt nach: „@hansestadt_buxtehude wo ist Sophie??? 💔“ Andere heben die romantische Komponente dieser Aktion hervor und beschwören Sophie, zu ihrem Bus-Verehrer zu stehen: „Einen besseren Mann bekommst Du nie wieder, Sophie. 😂👏‘, findet etwa die Userin @cindy_yilmaz_93. Volles Verständnis für die Tat hat @samsa.gregoria: „Buxtehude ist aber auch geil und Sophie bestimmt auch!“
@th.kosmetik.beauty.harsefeld stellt schließlich die wohl naheliegendste Frage der ganzen Geschichte: „Weiß denn Sophie, dass er sie besuchen wollte? 😂“
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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