Buxtehude Museum, Sonderausstellung
Der längste Sprint der Märchenwelt
- Die Illustrationen von Gustav Süs sind auch heute noch Teil des kollektiven Bildgedächtnisses.
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Sonderausstellung zum berühmten Wettlauf zwischen Hase und Igel im Buxtehude Museum
Das Buxtehude Museum zeigt ab Mittwoch, den 19. November 2025 die Sonderausstellung „Läuft…! – Hase und Igel im Wandel der Zeit“. Die Ausstellung beleuchtet, wie der berühmte Wettlauf auf der kleinen Heide bei Buxtehude über Generationen erzählt, bebildert und gedeutet wurde. Im Zentrum stehen die frühen Illustrationen, ergänzt durch stadthistorische Objekte, Film- und Fotodokumente und Brettspiele. Begleitend erscheint eine bearbeitete Neuauflage des historischen Bilderbuchs von Gustav Süs aus dem Jahr 1855, die den Märchentext in nieder- und hochdeutscher Sprache zugänglich macht.
Das Märchen vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel auf der kleinen Heide bei Buxtehude wurde, wie alle Märchen, über lange Zeit mündlich überliefert. Wilhelm Schröder (1808–1878) veröffentlichte den Tierschwank 1840 erstmals anonym in niederdeutscher Sprache in seinem Hannoverschen Volksblatt; bereits 1843 fand die Geschichte Eingang in die „Kinder- und Hausmärchen“ der berühmten Brüder Grimm, 1853. Heute zählt sie zu den beliebtesten deutschen Märchen und wurde unzählige Male nachgedruckt, übersetzt sowie illustriert, später auch vertont und verfilmt.
Die Ausstellung rückt die bildliche Überlieferung in den Mittelpunkt – denn Illustrationen prägen bis heute die Art und Weise, wie wir das Märchen interpretieren. Die Präsentation macht zugleich sichtbar, wie Kunst und Literatur, Sprache und Bild ihre jeweilige Entstehungszeit spiegeln. Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller erläutert: „Die Figuren, Dialoge und Deutungen in Schröders Tierschwank sind klar durch das 19. Jahrhundert geprägt – denken wir nur an die pointierte Gegenüberstellung eines „bäuerlichen“ und eines „städtischen“ Protagonisten, oder an die Geschlechterrollen, die aus heutiger Sicht fremd und überholt sind.“
Das Nebeneinander historischer Illustrationen, Objekte und Medien eröffnet in der Sonderausstellung die Möglichkeit für eine neue Lektüre des Altbekannten. Die Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin Tanja Gissel freut sich über die seltenen und einzigartigen Sammlungsstücke, die erstmals in dieser Zusammenstellung präsentiert werden.
Einen besonderen Rahmen für die Ausstellung bildet das Jubiläum der Deutschen Märchenstraße, deren nördlicher Schlusspunkt Buxtehude ist und die 2025 ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Als Beitrag dazu macht das Buxtehude Museum ein zeitgenössisches bibliophiles Bilderbuch mit einer Neuauflage wieder zugänglich. Im Mittelpunkt stehen die acht Farblithografien des Malers, Illustrators und Schriftstellers Gustav Süs (1823–1881), die erstmals 1855 bei Arnz & Comp. in Düsseldorf erschienen. Die ausdrucksvollen Tafeln haben Eingang in das kollektive Bildgedächtnis von Generationen gefunden. Als eigenständiges Erzählmedium gehen sie über eine reine Bebilderung hinaus, denn sie ergänzen die Geschichte um neue Details; die letzte Tafel zeigt sogar eine Szene, die im Text gar nicht vorkommt – vielleicht ein Anlass, die vermeintlich eindeutige „Moral“ kritisch zu hinterfragen? Der neu aufgelegte Band kann ab der Eröffnung der Sonderausstellung im Museumsshop des Buxtehude Museums erworben werden.
Die Sonderausstellung läuft vom 19. November 2025 bis zum 16. August 2026. Diese und alle weiteren Ausstellungen des Museums sind Dienstag bis Sonntag von 11–18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen finden Sie unter www.buxtehudemuseum.de oder unter Telefon 04161 50797-0.
Der besondere Tipp:
Im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages am Freitag, den 21. November 2025 lädt das Buxtehude Museum Kinder ab 4 Jahren um 14:30 Uhr zu einer bebilderten „zweisprachigen“ Lesung des Märchens von Hase und Igel in Hoch- und Niederdeutsch ein. Und wer weiß, vielleicht lernen die Besucherinnen und Besucher bei Gelegenheit das eine oder andere neue Wort? Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, Anmeldungen sind unter buchung@buxtehudemuseum.de möglich.
Leserreporter:Buxtehude Museum aus Buxtehude |
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