AWO Antidiskriminierungsberatung Buxtehude
Mut machen, begleiten, aufklären

Stefanie Schimanski

Ein Jahr im Dienst: Stefanie Schimanski ist seit März 2024  bei der AWO Antidiskriminierungsberatungsstelle Ansprechpartnerin für alle Menschen in Buxtehude, die aufgrund ihre Hautfarbe, Herkunft, Namens, ihrer Sprache oder Religion Diskriminierung erleben. Rund 50 Gespräche hat die Sozialarbeiterin in dieser Zeit geführt, um Betroffenen Mut zu machen und sie zu bestärken, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren. "Es hilft den Betroffenen schon, wenn ihnen jemand zuhört und ihnen bestätigt, dass Diskriminierung nicht in Ordnung ist", sagt Schimanski. "Daher ist es auch immer schön, wenn Zeugen nicht einfach weitergehen, sondern z.B. die Polizei rufen oder mit auf die Polizei warten, um die Aussagen der Betroffenen zu bestätigen." 

Absolut vertraulich
Die Beratung sei sehr individuell und hänge davon ab, wo und wie der oder die Ratsuchende Diskriminierung erlebt. Stefanie Schimanski berichtet von Fällen, in denen Frauen das Kopftuch weggerissen wurde oder Männer mit dunkler Hautfarbe auf offener Straße beschimpft werden sowie von der erschwerten Wohnungssuche mit einem exotisch klingenden Namen. Manchmal hört sie einfach nur zu, manchmal gibt sie konkrete Tipps, hilft bei der Formulierung einer Beschwerde und bietet ihre Begleitung zu Vermittlungsgesprächen an. "Ich werde aber niemals ohne die Einwilligung meines Klienten tätig", sagt sie. "Die Beratung ist absolut vertraulich und unterliegt auch der gesetzlichen Schweigepflicht."

Multikulturalität als Bereicherung 

Für die Mutter zweier Kinder ist es nicht nachvollziehen, dass ein Mensch aufgrund seiner Nationalität oder Glaubens herabsetzend behandelt wird. "Ich selbst bin multikulturell aufgewachsen, habe Freunde in unterschiedlichsten Ländern und Kulturen und finde das unglaublich bereichernd", sagt sie. Auch das Thema Menschenrechte interessiere sie seit ihrer Jugend. Um für mehr Verständnis und Empathie zu werben, leistet sie Bildungsarbeit in Einrichtungen wie zum Beispiel Behörden, Schulen und Kindergärten.

Lesung und Vortrag
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die noch bis zum 30. März in Buxtehude veranstaltet werden, hat sie eine Lesung mit Sven Stricker  ("Sörensen macht Urlaub" am 21. März, 17 Uhr, im Kulturforum) und gemeinsam mit dem Bündnis Buxtehude einen Vortrag mit Naouk Altmann ("Unsichtbare Mauern - wie struktureller Rassismus unsere Gesellschaft prägt" am 25. März, 19 Uhr Deck 2) initiiert.

Individuelle Beratung und Erfahrungsausstausch im Begegnungscafé
Ganz herzlich lädt sie alle Interessierten auch zur "Begegnung im Alltag", jeden Montag von 9.30 Uhr bis 11 Uhr ins Begegnungscafé an der Bahnhofstraße 9 ein. "Dort treffen sich Menschen aus verschiedenen Kulturen, um bei Kaffee und Tee auf Deutsch über ihren Alltag zu sprechen", erklärt Stefanie Schimanski. "Das ist zusätzlich zum Erfahrungsaustausch auch gleich ein gutes Sprachtraining." 
Bei allen Fragen und Themen rund ums Thema Diskriminierung steht Stefanie Schimanski unter Tel. 0173- 5327011 zur Verfügung.

Weitere Infos: www.awostade.de/antidiskriminierungsberatung/.

Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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