BSV verliert gegen Bensheim
Zu viele Fehler verhindern Buxtehuder Comeback
- Johanna Andresen im Wurf
- Foto: Bjørn-Ole Kehm/contrastzero.media
- hochgeladen von Nicola Dultz
Der Buxtehuder SV hat am vierten Spieltag der Alsco Handball Bundesliga Frauen eine vermeidbare Heimniederlage hinnehmen müssen. Gegen die HSG Bensheim/Auerbach unterlag der BSV vor 982 Zuschauern in der Halle Nord mit 25:30 (14:17). Trotz einer starken Aufholjagd und insgesamt 21 Paraden von Nikki van der Vorst und Oliwia Kaminska verhinderten zu viele technische Fehler ein erfolgreiches Comeback.
Nach dem Abpfiff war den Spielerinnen des Buxtehuder SV die Enttäuschung deutlich anzusehen. Gegen die HSG Bensheim/Auerbach war für die Mannschaft von Trainer Jonas Schlender mehr möglich gewesen. Besonders bitter: Nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand kämpfte sich der BSV bis auf 21:22 heran – konnte die Partie anschließend aber nicht mehr drehen.
Buxtehuder SV startet stark in die Partie
Dabei erwischten die Gastgeberinnen einen guten Start. Isa Ternede und Aida Mittag sorgten für die schnelle 2:0-Führung. Anschließend schlichen sich auf beiden Seiten jedoch zahlreiche technische Fehler ein. Bensheim nutzte diese Phase und setzte sich zwischenzeitlich auf 6:4 ab.
Der BSV antwortete. Torhüterin Nikki van der Vorst war mit wichtigen Paraden zur Stelle, vorne gelangen die nötigen Treffer zum 7:7-Ausgleich. Probleme bereitete der Buxtehuder Defensive insbesondere das Zusammenspiel der Gäste mit Jule Polsz und Cara Reuthal.
Auch im Angriff musste Buxtehude nach Lösungen suchen. Die Bensheimerinnen verteidigten sehr kompakt und passiv am Sechsmeterraum. Dadurch bekam der BSV nur selten die gewünschten Räume für seine Eins-gegen-Eins-Aktionen.
Trainer Jonas Schlender reagierte und brachte Ruslana Litvinov und Nele Franz in den Rückraum. Litvinov setzte sich gleich mit ihrem ersten Ballkontakt energisch durch und traf. Kapitänin Franz nutzte derweil die zurückhaltende Bensheimer Deckung für mehrere sehenswerte Schlagwürfe.
Bensheim setzt sich vor der Pause ab
In der Schlussphase der ersten Halbzeit fehlte dem BSV in der Defensive die letzte Konsequenz. Bensheim kam zu einfachen Toren und setzte sich bis zur Pause auf 17:14 ab.
Nach dem Seitenwechsel verschärfte sich die Situation zunächst. Beim Stand von 15:21 lag Buxtehude bereits mit sechs Treffern zurück. Neben Ballverlusten machten den Gastgeberinnen auch einige vergebene Chancen zu schaffen.
Doch der BSV gab sich nicht geschlagen. Vor allem Ruslana Litvinov brachte mit ihrer Dynamik neue Energie in das Buxtehuder Angriffsspiel und leitete eine starke Aufholjagd ein.
Johanna Andresen lässt die Halle Nord hoffen
Als Johanna Andresen in der 43. Minute zum 21:22 traf, wurde es laut in der Halle Nord. Der BSV hatte sich zurückgekämpft und die 982 Zuschauer waren wieder voll da.
Die Hoffnung auf die Wende währte allerdings nicht lange. Statt den Schwung mitzunehmen, wurde das Angriffsspiel der Buxtehuderinnen hektischer. Bensheim nutzte die Fehler konsequent. Nur sechs Minuten nach dem Anschlusstreffer stellte Lena Degenhardt für die Gäste auf 26:22.
Buxtehude fehlten zudem personelle Alternativen am Kreis. Carina Senel stand als einzige etatmäßige Kreisläuferin zur Verfügung, da Lucy Strauchmann wegen einer Mandelentzündung passen musste. Fleur Schouten fällt weiterhin aufgrund von Problemen an der Patellasehne aus, Larissa Kroepel befindet sich noch in der Reha.
Schlender versuchte zeitweise, mit Johanna Andresen und Carina Senel gleichzeitig am Kreis neue Räume zu schaffen. Die Bensheimer Defensive stellte sich jedoch auch darauf ein.
Zu viel Hektik kostet den BSV die Chance auf Punkte
In der Schlussphase konnte Buxtehude den Rückstand nicht mehr entscheidend verkürzen. Die Gäste zogen wieder davon und brachten den 30:25-Erfolg über die Zeit.
BSV-Trainer Jonas Schlender sah trotz der Niederlage auch positive Ansätze: „In der starken Phase der zweiten Halbzeit machen wir es sehr gut, pushen uns, nehmen die Halle mit – und dann werden wir plötzlich zu hektisch. Machen dadurch einfache Fehler, was sehr schade ist, weil da heute mehr drin war.“
Seine Mannschaft habe sich mit einer starken Abwehr zahlreiche Bälle erkämpft, anschließend im Angriff aber zu viele Fehler produziert. Für Schlender ist deshalb klar, woran in den kommenden Tagen gearbeitet werden muss: insbesondere am Tempospiel und daran, Geschwindigkeit nicht mit Hektik zu verwechseln.
Auch Kapitänin Nele Franz zog ein ähnliches Fazit: „Ich glaube, wir haben heute zeitweise Tempo mit Hektik verwechselt und verlieren am Ende verdient.“
Gleichzeitig richtete Franz den Blick nach vorn. Die Mannschaft müsse die Niederlage als Lehre verstehen und dürfe ihren Glauben nicht verlieren.
BSV trifft im DHB-Pokal auf Neckarsulm
Für Nikki van der Vorst, Isa Ternede und Sophie Fasold geht es zunächst zu ihren jeweiligen Nationalmannschaften. Anschließend wartet auf den Buxtehuder SV bereits die nächste wichtige Aufgabe.
.Nach der Länderspielpause steht am 3. Oktober um 16 Uhr das Achtelfinale im DHB-Pokal gegen die Sport-Union Neckarsulm in der Halle Nord an. Tickets für das Pokalduell gibt es im Online-Ticketshop des BSV oder auf der Geschäftsstelle.
BSV: Nikki van der Vorst, Oliwia Kaminska, Sophie Fasold – Maj Nielsen (6/1), Aida Mittag (1), Lilli Frey (1), Paula Mews (1), Anika Hampel, Enna Oberländer, Johanna Andresen (1), Nele Franz (4), Christin Kaufmann, Isa Ternede (6), Carina Senel, Lin Lück, Ruslana Litvinov (5).
Ergebnis: Buxtehuder SV – HSG Bensheim/Auerbach 25:30 (14:17)
Zuschauer: 982
Nächstes Spiel: Buxtehuder SV – Sport-Union Neckarsulm, DHB-Pokal-Achtelfinale, 3. Oktober, 16 Uhr, Halle Nord
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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