Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Idee der SPD: Kreis Stade fördert Medizinstudenten mit Stipendien

Im Landkreis Stade fehlen Fach- und Allgemeinmediziner. Ein Stipendienprogramm könnte helfen Foto: AOK
Antrag der SPD für ein Stipendium

tk. Stade. Die Kreistagsfraktion der SPD hat den Eilantrag gestellt, noch im Haushalt 2019 einen Posten einzustellen, um künftig Stipendien für Medizinstudierende zu finanzieren. Im Gegenzug müssten sich die angehenden Ärztinnen und Ärzte verpflichten, so lange im Kreis Stade zu praktizieren, wie sie von ihm unterstützt wurden. Mit dieser Maßnahme soll der drohende Ärztemangel abgemildert werden, begründen die Sozialdemokraten ihren Vorstoß. Michael Schmitz, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Stade, lobt die Idee als "einen guten Baustein", um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.

Das ist die Idee der SPD: Vier Studierende pro Jahr könnten das Stipendium ab bestandenem Physikum bekommen. Die Summe orientiert sich an den Einkünften der Anwärterbezüge für den gehobenen Dienst. Die Vergabe ist nicht noten- oder altersbeschränkt. Über die Vergabe entscheidet eine Kommission aus Vertretern des Kreistags, der KV und der Ärztekammer. Das Förderprogramm soll keine Einmal-Maßnahme sein, sondern ist auf Dauer angelegt. Die SPD schlägt einen "Testbetrieb" von drei bis vier Jahren vor.

Dieser Antrag ist nicht die erste Maßnahme im Kreis Stade Stade gegen den Ärztemangel. Im Herbst 2017 ist "Landgang gestartet", eine Initiative in Kooperation mit dem UKE in Eppendorf. Medizin-Studis sollen für ein kurzes Praktikum "aufs Land" gelockt werden. Für Susanne Brahmst, Sozialdezernentin vom Landkreis Stade, ist "Landgang" ein Erfolg. 20 Teilnehmer haben ihr Land-Praktikum im Kreis Stade bislang absolviert. Die Organisatoren denken über eine Erweiterung der "Landgang"-Praktika nach. Medizinstudenten müssen ein viermonatiges Praktikum in Kliniken oder Arztpraxen (die sogenannte Famulatur) absolvieren. "Das wäre auch im Landkreis Stade möglich", so Susanne Brahmst.

KV-Geschäftsführer Michael Schmitz sieht die Stipendien-Idee langfristig positiv: Es könne zwar bis zu zehn Jahre dauern, bis ein Student den Weg vom Physikum bis zum fertigen Facharzt zurückgelegt habe, doch der Ärztemangel könne nur mit langem Atem behoben werden. Gleiches gelte auch für die Pläne, die Zahl der Medizinstudienplätze in Niedersachsen zu erhöhen.

Was der Stipendien-Idee einen besonderen Charme verleihe: Es gebe Erfahrungswerte, dass fertige Ärztinnen und Ärzte irgendwann Interesse daran hätten, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Hinzu käme, dass auch die Facharztausbildung an den Elbe Kliniken oder bei niedergelassenen Spezialisten im Kreis Stade möglich wäre. Der heutige Nachwuchs könnte schon frühzeitig in die Region gelockt und von der Vielfältigkeit und hohen Lebensqualität überzeugt werden.