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Innovationsstrategie der Buxtehuder Wirtschaftsförderung: "Flach" oder "extrem gut"?

Wohin geht die Innovationsförderung in Buxtehude? Grafik: MSR
Neue Innovationsstrategie "Gesundheit und Technik" wurde kontrovers diskutiert

tk. Buxtehude. In Buxtehude wird über eine innovative Strategie der Wirtschaftsförderung intensiver und emotionaler gestritten als über manches Millionen-Euro teure Bauprojekt. Wirtschaftsförderin Kerstin Maack stellte im Wirtschaftsausschuss die Strategie für die Zukunft vor. Die Überschrift dafür heißt "Gesundheit und Technik". Auf diesen beiden Feldern gebe es bereits Akteure in der Hansestadt und beide Oberbegriffe spielten eine immer wichtigere Rolle.

Der Hintergrund: Unter der Überschrift "Zukunft made in Buxtehude - innovativ, nachhaltig und digital" sollte die Zukunftsstrategie gesucht und formuliert werden. "Der Prozess war zu komplex", meinte Kerstin Maack. Wie berichtet, ist die Zusammenarbeit mit der Beratungsagentur "Future Candy" dabei zerbrochen.

Bei "Gesundheit und Technik" gebe es dagegen schon Ansätze und Erfolge. Etwa die Hochschule 21, aber auch viele Unternehmen, zum Beispiel den Prothesenspezialisten "Implantcast". Eine innovative Strategie müsse sich stärker am "standortspezifischen Know-how orientieren", so Kerstin Maack. Externe Berater sollen nur noch im Einzelfall mit an Bord. Etwa als Referenten oder Moderatoren. Die Wirtschaftsförderung werde jetzt viele Gespräche führen, Dialog-Foren anstoßen, zu "Fokus-Projektkonferenzen" einladen. Es solle eine Art "Campus-Idee" entstehen. Wobei dieser Campus weniger ein echter Ort als vielmehr eine thematische Hülle sein solle. "Wir können Vorreiter sein", sagte Kerstin Maack. Mit einem Förderbedarf von 50.000 Euro sei diese Vorreiterrolle zudem vergleichsweise günstig zu bekommen.

"Das Vorherige war einfach zu groß", meinte Alexander Krause (CDU). Der jetzige Weg sei richtig. "Die Stadt muss Plattformen bieten." Auch Franziska Knoefel (SPD) war von der Strategie begeistert. Sie lobte Kerstin Maack für ihren "guten Vortrag" und die "Leidenschaft", die dahinter erkennbar sei. "Extrem gut", lautete ihr Fazit. Sie mahnte zudem an, dass bei der Suche nach einer Innovationsstrategie das Scheitern auf Teilfeldern "keine Schande ist". Zustimmung gab es auch vom Ausschuss-Vorsitzenden Heinrich Bröhan (CDU): "Das finde ich gut."

Klemens Kowalski (Linke) hingegen ordnete die Zukunftspräsentation dagegen mit "viele Wörter ohne Substanz" ein. "Sehr flach, nix Neues, die Initialzündung fehlt", bilanzierte er. Auch Michael Lemke (Grüne) war von der Präsentation enttäuscht. Ihm fehlten "neue Ideen und der Mut, Großes zu denken". Die Marschrichtung "Gesundheit und Technik" habe ihn enttäuscht. Ihm schwebe eher so etwas wie eine Art "Technologiezentrum 4.0" vor. "Das hier ist nicht die Bombe für Buxtehude", sagte Lemke über das Zukunftsprojekt.

Trotz Kritik von Linken und Grünen hat der Wirtschaftsausschuss am Ende die notwendigen Mittel für die neue Innovationsstrategie einstimmig bereitgestellt.